

Liebe Freundinnen und Freunde!
Mein Tag X am 06. Juli 2008 rückt unaufhaltsam näher……
Laut Homepage des Ironman Frankfurt (www.ironman.de – hier gibt es noch viel mehr Informationen über Zeitabläufe, Strecken, Stimmungsnester, Straßensperren etc.) beginnt mein längster Tag des Jahres am 06.07.2008, also in acht Tagen und einigen Stunden!!!
Aus gut unterrichteten Quellen habe ich erfahren, dass es einige (viele??) Unerschrockene und Unverzagte geben soll, die sich das komische Treiben im Allgemeinen und das Meinige im Speziellen doch mal Genauer ansehen möchten.
Damit ihr mich auch nicht verpasst (wenn ihr mich denn sehen wollt):
Ich habe die Startnummer 515.
Beim Schwimmen: Orca-Neopren-Anzug (schwarz mit weißem Streifen, eben so Wal-Willy-mäßig), Badekappe (Farbe noch unbekannt; darauf die Nummer: 515), blaue Schwimmbrille.
Im Falle eines Neoprenanzug-Verbotes (Wassertemperatur über 24 Grad): schwarze Hose, ärmelloses Trikot in der Grundfarbe rot (mit weiß und schwarz).
Auf dem Rad: Helm ist von vorne überwiegend blau mit weiß (an der Seite auch rot), Nummer 515 ist vorne am Helm lesbar, schwarze Sonnenbrille, schwarze Hose, ärmelloses Trikot in der Grundfarbe rot (mit weiß und schwarz). Rad: Grundfarbe weiß mit schwarz, blau und rot von TREK, mit Trinkflasche (Aerobottle) am Lenker, Startnummer mit Name (also: 515 und Monika) wird auf dem Rad hinten getragen!
Beim Laufen: Blaues, ärmelloses Lauf-Top (vorne mit gelber Aufdruck: Pinocchio`s Wintergarten; hinten mit rotem Schriftzug: Rosen Apotheke); blaue Sprintershorts, evtl. weiße Laufkappe und Sonnenbrille, Startnummer mit Name (also: 515 und Monika) wird beim Laufen vorne getragen!
Da bei solch einem Unterfangen genaue Zeitpläne üblicherweise Schall und Rauch sind, erfolgen die sich anschließenden Angaben völlig ohne Gewähr. Die Zeitspannen können sich durch besondere Umstände (Neopren-Verbot, mehr Hitze, fetter Wind, Regen, Gewitter, Sturz, Reifenpanne, Schwächeperiode, Magenprobleme, Blasen, Sitzprobleme und was es sonst noch geben kann???) deutlich (nach hinten) verschieben.
Ich werde natürlich mein Allerbestes tun, um den Plan einzuhalten, um eure Nerven und Kräfte möglichst zu schonen.
So sieht derzeit mein Tag X (06.07.08) aus:
03:00 Uhr: Aufstehen (werde mich am Vorabend gegen 20:00 zur Ruhe begeben).
03:10 bis 03:45 Uhr: Anziehen, Zeitnahme-Chip am Fußgelenk befestigen + Frühstücken.
Spätestens 04:00 Uhr: Abholung durch privaten Chauffeur.
Hoffentlich gegen 04:30 Uhr: Besteigen eines Shuttle-Busses (ab Berliner Straße, Frankfurt/Main, mit Ziel Langener Waldsee).
Möglichst bis 5:30 Uhr: Relaxte Ankunft am See.
05:30 bis 06:00 Uhr: Rad-Check (Flaschen auffüllen, Räder mit Luft versorgen, kleinen Gang einlegen), Helm, Startnummer, Brille, Radschuhe, Socken, kleines Handtuch, vorportionierte Riegel, Penatencreme und Sonnenschutz griffbereit vorrichten, Eincremen (ohne Gesicht), Neo anziehen (Radklamotten sind schon drunter), Uhr checken, Badekappe und Schwimmbrille bereithalten, weißen Beutel mit Klamotten abgeben. Zwischenzeitlich noch etwas Essen und Trinken, natürlich auch diverse Besuche der "Keramikabteilung".....
06:10 bis 06:20 Uhr: Einstieg ins kühle (???) Nass und gaaaanz hinten rechts einsortieren.
06:20 bis 06:45 Uhr: Im Wasser warten (!!!) – die Profis und noch ein paar ganz Flotte starten schon um 6:45 Uhr.
07:00: Es geht los – nicht vergessen, die Uhr beim Startschuss zu drücken.
07:00 bis 08:30/08:35 Uhr: Es kommt die "Vorspeise": Ich will mich elfengleich mit meiner schwarzen Gummipelle (nein, es wird kein Neo-Verbot geben!!) durch die Fluten des Waldsees bewegen, keine Haue bekommen, den Konsum von See-Wasser auf ein Minimum reduzieren, Kreuz- und Querschwimmen möglichst vermeiden, immer schön ruhig und locker bleiben.
08:30 bis 08:45 Uhr: Langsam, lächelnd (?!?) und ohne Hetze in die Wechselzone laufen, möglichst ohne artistische Einlagen aus der Gummipelle rauskommen, kurz Füße abtrocknen, in Socken und Radschuhe steigen, evtl. etwas Sonnencreme auf die Schultern, Labello für die Lippen, viel Penatencreme in die Bux, Startnummernband (inklusive Glücksschweinchen!) an, Brille auf die Nase, Helm auf den Kopf (zumachen nicht vergessen!) - und ab geht es im lockeren Trab, das Rad schiebend bis zum Zeitnahmebalken. Die "Hauptspeise" wird serviert: Konzentriert aufsteigen, Pedale einhaken, locker und kontrolliert losfahren, auf rumliegende Gegenstände und Schlaglöcher achten, ausreichend Abstand (10 m nach vorne, 2 m seitlich) zu den anderen Radfahrern halten. Immer locker kurbeln, lieber einen Gang kleiner nehmen, regelmäßig Trinken (+Essen!!!), an den Anstiegen nicht drücken, auf den flachen Passagen laufen lassen, klein machen (Aero-Position). Und die ganze Sache locker sehen und genießen:)
09:00 bis 09:20 Uhr: Ankunft am Mainkai - und es geht auf die 1. Radrunde.
09:50 bis 10:20 Uhr: Durchfahrt durch Karben (hier kann an der Verpflegungsstation "Gehspitze" gut zugeschaut werden, HR macht dort ordentlich Stimmung).
10:50 bis 11:20 Uhr: Wöllstadt - ob ich hier auch Freundinnen und Freunde sehe?
11:05 bis 11:35 Uhr: Kloppenheim - hier könnte man von Karben aus hinlaufen (und das Auto gleich zu Beginn vor Karben aus Richtung Ober-Erlenbach kommend stehen lassen).
11:20 bis 11:50 Uhr: Bad Vilbel - Heartbreak Hill: Ob ich es auch spüre, das Tour-de-France-Feeling
11:45 bis 12:20 Uhr: Mainkai - es geht auf die 2. Radrunde, über die Hälfte der "Hauptspeise" sind geschafft.
12:40 bis 13:25 Uhr: Durchfahrt durch Karben (hier kann an der Verpflegungsstation "Gehspitze" gut zugeschaut werden, HR macht dort hoffentlich noch immer auch für die letzten Radfahrer ordentlich Stimmung).
13:45 bis 14:20 Uhr: Wöllstadt - ob ich hier nochmal Freundinnen und Freunde sehe?
13:55 bis 14:35 Uhr: Kloppenheim – ob jetzt noch jemand hier steht oder alles schon auf dem Weg Richtung Mainufer sind?!?.
14:00 bis 14:50 Uhr: Bad Vilbel - Heartbreak Hill: Wie komme ich nach 170 km in den Beinen diesen Berg hoch?!?!
14:20 bis 15:30 Uhr: Hurra - die "Hauptspeise" ist erledigt! Jetzt kommt das "Dessert". Komplett umziehen: Raus aus den ollen Radschuhen und den stinkigen Radklamotten, rein in die frischen Lieblings-Laufsachen, Laufschuhe an, Kappe auf, Sonnenbrille mitnehmen oder auch nicht, und fertig: gaaaanz langsam und locker loslaufen, Schrittfrequenz runterfahren, nicht drücken, Rhythmus finden, gleich mit Trinken beginnen!
14:20 bis X Uhr (maximal 23:00 Uhr): Laufen, laufen, laufen – immer weiter vorwärts Bewegen. An den Verpflegungsstationen (oder wenn es nicht mehr läuft) gehen bis es wieder läuft! Falls der Planet wieder brennen sollte: Immer wieder Eis unter die Kappe (brrrrr!), Wasser über den Kopf, Nacken, Handgelenke, Trinken (alles was rein geht: Wasser, Cola, Red-Bull.....Weizenbier kommt später!), Essen (ob es wohl Käsekuchen gibt??), Spaß haben (bzw. Party machen, wenn die Erschöpfung oder der Schweinehund zu sehr in meine Nähe kommen, Lächeln, Abklatschen), nie "zu machen", offen sein und bleiben und alles wahrnehmen: Zuschauer, Mitläufer/innen, Musik, Häuser, Schiffe auf dem Main, schattige Bäume, Wind auf den Brücken, Sonne, Regen ....
X Uhr: Auf zwei Beinen, mit einem dicken Grinsen im Gesicht in den Zielkanal einlaufen, die letzten 200 Meter genießen: Palmen, Publikum, Musik, Ansage, Jubel, Licht, Scheinwerfer – und mich unendlich freuen!!!
X Uhr + X Minuten/Stunden: Aufenthalt im Athletes Garden (mit lecker Futter, Trinken, Whirlpool, Massage etc.).
UND DANN:
Mit allen, die sooooo lange ausgehalten haben, feiern!
Mich bei allen, die mitgefiebert und mitgelitten haben, bedanken!
Mich freuen, dass ich so viele Freundinnen und Freunde habe!
Ich wünsche allen einen schönen, sonnigen und erlebnisreichen Tag X am 06.07.2008 (wo auch immer)
Ciao Moni(ka)
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