1. Typische Krankheitssymptome vor einer Behandlung bei Burnout

Depressive Zustände, Angstreaktionen, Schlafstörungen, Bluthochdruck, Schmerzen am Bewegungsapparat, Muskelverspannung, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Herz- und Kreislaufstörungen, Infektanfälligkeit, Erschöpfung. Gefühle von Versagen, Perspektivlosigkeit, Schuld, Sinnlosigkeit, Konzentrationsstörungen, Unzufriedenheit, Antriebslosigkeit, Leistungsminderung, Resignation, Wut, Kränkung und Aggression.

Diese Krankheitssymptome weisen darauf hin, dass beim Burnout die seelischen und körperlichen Bewältigungsmechanismen erschöpft und überwältigt sind. Nicht selten mündet der Zustand in Arbeitsunfähigkeit. Die Krankschreibung verschafft vorübergehend Erleichterung, löst aber oft das eigentliche Problem nicht.

Was sind die Probleme beim Burnout?

Welches sind die häufigsten Berufskonflikte?

Was macht den Berufsstress eigentlich aus?

Wann tritt Burnout auf?

Belastende Faktoren beim Burnout:

Über- oder Unterforderung, Rollenkonflikte im Beruf oder am Arbeitsplatz, Konflikte mit Kollegen oder mit Vorgesetzten, Störungen des Arbeitsablaufs, häufige oder nicht gut durchgeführte Umstrukturierungen, Zeitdruck, Kundenunzufriedenheit, Angst vor Arbeitsplatzverlust, unsichere oder wechselnde Arbeitszeiten, Schichtarbeit, fehlende Anleitung, ungesunde physikalische Bedingungen (Licht, Temperatur, Lärm, chemische Belastungen).

Mit auslösende Faktoren:

Ungünstige Karriere, familiäre, gesundheitliche oder wirtschaftliche Sorgen, persönliche Unsicherheiten, negative biographische Ereignisse, Bildungslücken.

Schlechtes Arbeitsklima:

Konkurrenzkampf, schlechte Kommunikation, aggressives und unkooperatives Verhalten und Mängel der Leitung. Das schlechte Arbeitsklima ist häufig die Vorbedingung für die Entstehung von Mobbing.

2. Möglichkeiten der Behandlung bei Burnout:

Somatisch, psychotherapeutisch, berufstherapeutisch, psychodramatherapeutisch, tiefenpsychologisch fundiert.

Ambulant, stationär.

Einzel, Gruppe, Entspannungsverfahren, übende Verfahren

3. Psychotherapeutische Behandlung bei Burnout in der Hardtwaldklinik II

Analytisch orientiert, verhaltenstherapeutisch, psychodramatisch, tiefenpsychologisch fundiert

Erläuterung zur Behandlung bei Burnout mit Psychodrama tiefenpsychologisch fundiert

Unterteilung der Ursachen für das Burnout-Syndrom in 5 Phasen:

1. Phase: Idealismus

geprägt von einem hohen Begeisterungsgrad z. B. von jungen LehrerInnen, von intensiven Bemühungen um die SchülerInnen, regem Austausch mit KollegInnen und Eltern, von einem Leben, das fast ausschließlich der Schule gilt.

2. Phase: Realismus

engagiertes, nüchternes Arbeiten mit Schülern, interessiert an ihrer Persönlichkeit, an ihrer intellektuellen Entwicklung, bemüht um Ausgewogenheit zwischen Distanz und Anteilnahme. Kooperative Zusammenarbeit im Kollegium, Offenheit für kreative Projekte und neue pädagogische Ansätze.

3. Phase: Das Stadium der Stagnation oder der Desillusionierung

mit deutlicher Abnahme der Leistungsbereitschaft und persönlichem Interesse.

Der Kontakt zu SchülerInnen wird reduziert auf Wissensvermittlung und unterrichtlichte Tätigkeiten. Kollegengespräche werden oft als lästig empfunden oder dienen nur der Bestätigung und Rückversicherung des eigenen Abwehrverhaltens.

4. Phase: Stärkerer Rückzug in dieser Frustrationsphase

SchülerInnen werden abqualifiziert, ein negativer Wandel der „Schülerschaft“ oder des „Schülermaterials“ konstatiert. Der Unterrichtsstil schwankt zwischen hilflos permissiv und autoritär. Sinnlosigkeit und Leere, Rückzug von Kollegiumsaktivitäten prägen das Bild. Eigenes Können und der Sinn des gesamten Schulsystems werden angezweifelt.

5. Phase: Endstadium, Apathie

Beschränkung der Interaktion zwischen Lehrern und Schülern auf ein Minimum. Unterricht wird schematisch abgehalten. Stillarbeitsphasen nehmen einen breiten Raum ein, das Klima ist feindselig. KollegInnen werden gemieden, der Lehrer verbringt nur noch die unabdingbar notwendige Zeit in der Schule. Er verweigert jede Diskussion oder Aktivität zur Veränderung des Status Quo und versucht, sich dagegen abzusichern.

Die Behandlung bei Burnout mit Psychodrama enthält folgende Elemente, die sowohl durch psychodramatische Handlung als auch soziometrisch exploriert und bearbeitet werden können:

1. Rede, Definition der Sichtweise

2. Die Rolle auf unterschiedliche Art psychodramatisch erforschen und aus der Perspektive von signifikant anderen Rollen durch Rollentausch erleben.

3. Je nach Indikation wird die Rolle ausgedehnt, reduziert oder neu definiert.

4. Rollenerwartungen neu festsetzen

5. Rollengestaltung neu bewerten

6. Alternative Rollen in Betracht ziehen

7. Alternative Rollen trainieren.

In der Regel laufen Gruppensitzungen zur Behandlung bei Burnout nach einem 3-gliedrigen Schema ab:

Nach der Erwärmungsphase, die der Auflockerung und der Themenfindung dient, kommt die Behandlungsphase, in der Problemsituation oder Wunschvorstellungen oder vorgezogene konfliktreiche Gespräche szenisch dargestellt werden und schließlich die Gesprächsphase, in der die bearbeiteten Inhalte für alle und von allen Beteiligten analysiert und integriert werden.

Aus Kenntnis der Ursachenforschung des Burnout können folgende Schwerpunkte erwartet werden:

  • Problemschüler
  • Isolation im Kollegium
  • Gestörtes Verhältnis zu Vorgesetzten
  • Emotionale Erschöpfung
  • Somatische Beschwerden
  • Schwierigkeiten mit Eltern
  • Wenig Autonomie, einengende Rahmenbedingungen

Literatur:

Berufstherapie in der Psychosomatik, Dr. med. A. Harrach

Das Burn-Out-Syndrom, I. Gotlind Kasper

Das Burn-Out-Syndrom in: Pädagogik 10/1990 Becker, G. E./Gonschorek, G. 

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