Allgemeines über Herpes:

Herpes (oder Herpes simplex) gehört zu den Infektionskrankheiten. Infektionskrankheiten entstehen als Ergebnis einer Wechselwirkung von Mikroorganismen und dem menschlichen Organismus. Dabei sind Grad und Verlauf der Krankheit abhängig von der Art des Krankheitserregers einerseits und dem Zustand der Abwehrkräfte des menschlichen Organismus andererseits. Wichtige Faktoren sind Inkubationszeit, Symptomatik und Verlauf der Erkrankung, sowie die Virulenz des Erregers und die Resistenz des befallenen Organismus. Dabei können erhebliche Unterschiede existieren, wobei das Immunsystem eine maßgebliche Rolle spielt.

Inzwischen sind auch Wirkzusammenhänge von seelischen Belastungen, Stress und Emotionen auf das Immunsystem untersucht worden und scheinen einen Einfluss auf den Ausbruch und den Verlauf von Infektionskrankheiten zu haben. Hierbei ist im Einzelfall immer die individuelle Lebensgeschichte und das subjektive Erleben des Patienten maßgeblich.

Diagnose Herpes:

Herpes ist weit verbreitet und tritt meist in Form von kleinen Fieberbläschen an den Übergängen von Haut zu Schleimhaut, besonders im Lippen-, Mund- und Nasenbereich auf. Es handelt sich um eine rezidivierend (wiederholt) auftretende Viruserkrankung, die sich oft durch Schmerzhaftigkeit und Ziehen der befallenen Region ankündigt. Die mit Flüssigkeit gefüllten Bläschen trocknen nach einigen Tagen aus und hinterlassen gelbliche Krusten. Eine Herpes - Infektion muss nicht nur im Gesichtsbereich lokalisiert sein, sie kann auch als Herpes genitalis auftreten und gehört trotz unangenehmer Symptome zu den in der Regel als harmlos einzustufenden Erkrankungen. Ernsthaft ist jedoch die Erkrankung des zentralen Nervensystems (Herpes -Simplex - Encephalitis) oder auch der Befall des Auges.

Das Herpes -Simplex-Virus ist verwandt mit z. B. dem Epstein-Barr-Virus (Erreger der Mononucleose), dem Zytomegalie-Virus oder auch dem Varicella-Zoster-Virus (Erreger von Windpocken und Gürtelrose).

Bis heute ist nicht geklärt, weshalb die Herpes - Viren über die Fähigkeit verfügen, in einen latenten Zustand überzugehen und lange Zeit inaktiv im sog. „Wirtskörper“ zu überdauern. Wenn nun, z. B. durch körperliche oder seelische Faktoren bedingt, die Abwehrkräfte des Menschen absinken, kann das Virus sich von Zelle zu Zelle ausbreiten. Man weiß, dass durch Stress das Gleichgewicht der körpereigenen Abwehrsysteme beeinflusst werden kann und somit Stress mitverantwortlich für eine erneute Auslösung des Krankheitsbildes (akuter Herpes - Schub) zu sein scheint. Es wurden inzwischen auch deutliche Zusammenhänge zwischen Persönlichkeitsmerkmalen wie Depressivität, Angst, allgemeines psychosomatisches Syndrom und der Häufigkeit sowie der Schwere der Beschwerden bei Herpes festgestellt.

Auslösende Faktoren für Herpes:

Die auslösenden Faktoren für eine Herpes - Infektion bzw. einen Herpes - Schub können vielfältig sein. Bekannt sind Herpes - Schübe nach Sonnen- oder UV-Bestrahlung oder auch als begleitende Symptomatik bei Fieber und anderen Infektionskrankheiten. Viele Menschen kennen Herpes auch bei angespannten Situationen, z. B. vor anstehenden Prüfungen, bei Einsamkeit oder bei äußeren oder inneren Spannungen und Konfliktsituationen. Oftmals haben Menschen, die zu rezidivierenden Herpes - Schüben neigen, auch andere psychosomatische Symptome.

Therapie bei Herpes:

Medikamentöse Therapie: Es gibt Medikamente, meist in Form von Cremes oder Salben, die zwar die Symptomatik mildern, jedoch keine wirkliche Heilung erzielen. Von daher ist es sinnvoll, dem Patienten psychotherapeutische Unterstützung zukommen zu lassen, besonders wenn er sich aufgrund der Erkrankung als „ausgestoßen“, „hässlich“ oder gar „aussätzig“ empfindet, was sein Selbstwertgefühl beeinträchtigt und ihm das Zusammensein mit anderen Menschen seines sozialen Umfeldes erschwert.

Therapie in der Hardtwaldklinik II:

Die Hardtwaldklinik II bietet unterschiedliche psychotherapeutische Vorgehensweisen bei Herpes an, wobei in der Regel Gruppenpsychotherapie und Einzelpsychotherapie kombiniert sind. Dabei sind sowohl verhaltenstherapeutische oder auch tiefenpsychologische, psychodramatische oder analytische Vorgehensweisen möglich.

Besonders zur Behandlung von Depressionen, die ja mit auslösend für eine Herpes - Infektion sein können, sowie dem oben beschriebenen Gefühl, ausgestoßen oder unerwünscht zu sein, hat sich das Konzept der Gruppentherapie bewährt. Zusätzlich helfen entspannende Verfahren oder konfliktorientierte Vorgehensweisen zur Verbesserung der Selbstwahrnehmung. Individuell ist es möglich, außerdem Strategien zur Konfliktbewältigung oder zum Selbstschutz zu erlernen. Durch das Erkennen der zugrunde liegenden eigenen Persönlichkeitsstruktur, z. B. durch tiefenpsychologische Verfahren, wird es möglich, einen besseren Zugang zur eigenen Gefühlswelt zu schaffen, die Gefühle klarer wahrzunehmen und adäquater auszudrücken. Zusätzlich stützend wirken dabei Verfahren wie Gestaltungs- oder Musiktherapie, Bewegungstherapie, Förderung der körperlichen Fitness, Entspannungsmethoden, Gesprächskreise und, je nach Indikation, physiotherapeutische oder balneologische Maßnahmen.

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