Die Panikstörungen gehören zu den Angststörungen. Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung. Unter Panikstörungen bzw. plötzlich einsetzenden Panikattacken leiden ca. 2,5 % der Bevölkerung.

Im Zentrum der Panikstörungen stehen Phasen intensiver, akuter Angst, die auch als Panikattacken, Panikanfälle oder Angstanfälle bezeichnet werden. Die Panikanfälle treten plötzlich und unerwartet „wie aus heiterem Himmel“ ohne eindeutige Auslöser auf. Die Angstattacken sind meist von vielfältigen körperlichen Symptomen begleitet, die sich innerhalb weniger Sekunden oder Minuten zu einem Höhepunkt steigern.

Die häufigsten körperlichen Symptome der Panikstörungen sind:

  • Herzklopfen, Herzrasen
  • Atemnot oder Luftnot
  • Schwindel, Benommenheit
  • Schwitzen, Schweißausbrüche
  • Brustschmerzen sowie Druck- oder Engegefühl in der Brust.

Diese körperlichen Symptome sind in der Regel verbunden mit Befürchtungen wie der „Angst zu sterben“, Angst, einen Herzanfall oder Herzinfarkt zu erleiden“, „Angst, ohnmächtig zu werden“, „Angst, verrückt zu werden“ oder „Angst, die Kontrolle zu verlieren“.

Während eines Panikanfalls zeigen die Betroffenen oft ausgeprägtes hilfesuchendes Verhalten: Sie rufen den Notarzt, bitten Angehörige um Hilfe oder nehmen Beruhigungsmittel ein. In der Regel werden auch bei sorgfältigster Diagnostik durch Ärzte keinerlei körperliche Erkrankungen festgestellt, die diese Panikattacken erklären.

Aus Angst, weitere, nicht kontrollierbar erscheinende Panikattacken zu erleiden, entwickeln Betroffene oft sehr schnell eine Erwartungsangst (Angst vor der Angst), sie beobachten ängstlich ihre Körperreaktionen und bewerten körperliche Missempfindungen als bedrohlich und als Anzeichen einer erneuten Panikattacke. Durch die ängstliche Beobachtung und katastrophisierende Bewertung der vegetativen Symptome intensivieren sich die körperlichen Symptome, es kommt zu einer Eskalation und zu einer erneuten Panikattacke. Diese Eskalation nennt man auch den „Teufelskreis der Angst“.

In der Folge kann es zu Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit kommen, das Familien- und Berufsleben ist in der Regel stark belastet, viele Betroffene werden aufgrund der Beeinträchtigungen durch die Angst depressiv.

Viele Patienten mit Panikanfällen entwickeln im Laufe der Zeit Vermeidungsverhalten, sie vermeiden Orte, an denen Angstanfälle aufgetreten sind oder in denen im Falle eines Angstanfalls eine Flucht schwierig oder peinlich wäre, z.B. Menschenansammlungen, Kaufhäuser, Supermärkte, öffentliche Verkehrsmittel, Veranstaltungen, Kino, Theater, Autofahren. Das Vermeidungsverhalten kann dazu führen, dass die Betroffenen das Haus nicht mehr alleine, sondern nur noch in Begleitung verlassen können.

Behandlung der Panikstörungen:

Die Verhaltenstherapie kann aufgrund ihrer wissenschaftlich nachgewiesenen Effekte als die erfolgversprechendste psychotherapeutische Methode bei der Behandlung von Angst- und Panikstörungen angesehen werden. Erfolgreiche kognitiv-verhaltenstheapeutische Therapieprogramme zur gezielten Behandlung von Panikanfällen enthalten folgende Bestandteile: Informationsvermittlung zu psycho-physiologischen Zusammenhängen der Angstreaktion, Erarbeitung von möglichen Zusammenhängen zwischen der Angstsymptomatik und Belastungen oder Stress in der Lebensführung, Erarbeitung eines Erklärungsmodells der Panikattacken (Teufelskreis der Angst), Identifikation und Veränderung dysfunktionaler, angstauslösender Gedanken (Fehlinterpretationen körperlicher Symptome), Konfrontation mit Angstsymptomen und angstauslösenden Gedanken (Verhaltensexperimente). Ziel der Therapie ist die Reduktion bzw. der Abbau der Angstanfälle sowie die Vermittlung von Fertigkeiten und Strategien im Umgang mit diesen Angstattacken. Die verhaltenstherapeutische Behandlung kann ambulant oder stationär erfolgen.

 

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