KLINIK AM HOMBERG

Das Esstagebuch

Protokoll der Nahrungsaufnahme

Voraussetzung für eine tragfähige Beziehung zwischen Patient und Therapeut ist, dass der Therapeut möglichst genau über das Essverhalten des Patienten informiert ist. Die Nahrungsaufnahme zu protokollieren ist deshalb wichtiger Bestandteil der Therapie von Essstörungen.

Der Einsatz des Esstagebuchs ist aber nur dann sinnvoll, wenn der Patient sich nicht in seiner Autonomie beschränkt sieht. Vielmehr soll er zu Therapiebeginn dazu gewonnen werden, aktiv an der Information des Therapeuten interessiert zu sein.

Mit den Patienten vereinbaren wir verbindlich das Führen des Tagebuchs. Es sollte unmittelbar nach dem Essen verwendet und immer mitgeführt werden. Auf die Aufzeichnungen gehen wir in den Therapiestunden und der Ernährungsberatung regelmäßig ein.

Ziel der Therapie

Ziel der Therapie ist, dass bei verändertem Essverhalten andere Lebensinhalte den Lebensmittelpunkt einnehmen. Um dies zu ermöglichen, bedarf es jedoch zunächst einer Würdigung dessen, was der Patient zu Beginn der Therapie noch als seinen zentralen Lebensinhalt wahrnimmt.

Schließlich handelt es sich doch um einen, wenn auch vergeblichen, Lösungsversuch der Patienten für ihre Probleme. Die Methoden hierfür sind Tagebuchtechniken, die der genauen Selbstbeobachtung, der Unterbrechung von Automatismen, der Selbstwirksamkeitsstärkung und der Bildung von Hypothesen dienen.

Inhalt des Esstagebuchs

  • Zeit
  • Ort
  • welche Nahrungsmittel und wie viel
  • vorausgehende Gedanken, Gefühle und Ereignisse
  • nachfolgende Gedanken und Gefühle
  • Gewichtsregulierende Maßnahmen
  • Essanfall oder kontrollierte Nahrungsaufnahme

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