Im Stimm- und Sprachheilzentrum der Klinik am Osterbach, Bad Oeynhausen, sind Kehlkopfentzündung en und ihre Folgezustände Gegenstand umfassender ganzheitlicher Therapie im Rahmen einer meist 3-4wöchigen Rehabilitationsmaßnahme.

Wir unterscheiden die sehr häufige chronische Kehlkopfentzündung (Laryngitiden), die Folgezustände einer ausgeheilten Kehlkopfentzündung sowie die während der Reha interkurrent, aber selten auftretenden akuten Laryngitiden.

Aufgrund der unterschiedlichen Entstehungsweise der Krankheitsbilder ist die Therapie jeweils individuell anzupassen. Das Leitsymptom ist die Heiserkeit.

Bei fast 80 % aller zu uns überwiesenen heiseren Patienten beobachten wir eine mehr oder weniger stark ausgeprägte chronische Entzündung im Bereich des Übergangs von Rachen zu Kehlkopf, welche am ehesten auf Kontakt mit Magensaft, der über die Speiseröhre in den Kehlkopf gelangt (Reflux) zurückzuführen ist. Die typischen Entzündungszeichen, u.a. Rötung, Schwellung, ab und zu Schmerz bzw. Störung der Empfindsamkeit (Sensibilität) durch Schwellung in dem genannten Bereich führen zu der Diagnose und unsererseits zu einer erweiterten Diagnostik des Magens und der Speiseröhre.

Entsprechend dem statistischen Vorkommen von schlafbezogenen Atemstörungen in Deutschland muss auch bei unseren Patienten in mindestens 5-10 % der Fälle mit einer Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) gerechnet werden. Durch Druckschwankungen bei der Atmung entsteht ein Sog auf die Kehlkopfschleimhaut, der sich verschlimmernd auf Kehlkopfentzündung en auswirkt. Ein Zusammenhang dieser Risikofaktoren mit Kehlkopfkrebs ist bekannt. Daher sehen wir unseren Auftrag u.a. darin, die Schlafapnoe rechtzeitig zu erkennen. Bei Hinweisen auf ein Schlafapnoesyndrom durch ein Schlafscreening bei uns erfolgt die Überweisung zum Lungenfacharzt nach oder ggf. noch während der Reha.

Eine ärztliche Beratung über mögliche Veränderungen der Lebens-, insbesondere Ernährungs- und Schlafgewohnheiten erfolgt, wobei die Gewichtsreduktion einen hohen Stellenwert einnimmt. Die reichliche Aufnahme von Flüssigkeit (mindestens 2,5-3 l am Tag unter Ausschluss von Kaffee, Alkohol und sauren Säften) ist zur Kehlkopfpflege zu beachten.

Der Folgezustand einer chronischen Kehlkopfentzündung, ausgelöst durch langjährige Inhalation von Nikotin, Allergenen, bestimmten Medikamenten oder Abgasen kann eine mehr oder weniger starke Veränderung der Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen und damit chronischer Heiserkeit zur Folge haben. Die Verschieblichkeit der Schleimhautschichten und somit die Schwingungsfähigkeit der Stimmlippen geht unwiederbringlich verloren.

Das Therapieziel in der Reha bei einer Kehlkopfentzündung besteht darin, den aktuellen Zustand zu stabilisieren oder soweit wie noch möglich zu bessern und einer weiteren Schädigung vorzubeugen. Neben einer Raucherentwöhnungsbehandlung finden ärztliche und logopädische Gespräche mit dem Betroffenen bezüglich eines schonenden Umgangs mit der vorgeschädigten Stimme statt. Die Patienten werden über die Funktionsweise der Stimmgebung informiert ebenso wie über Zusammenhänge, die zu Sprechanstrengung und Heiserkeit führen. Wege der Kehlkopfschonung bzw. –pflege werden aufgezeigt und durch tägliche praktische Übungen zur Gewohnheit angebahnt.

Die akute Kehlkopfentzündung als klassische Indikation einer ambulanten HNO-ärztlichen Behandlung wird in einer Rehabilitationseinrichtung sehr selten sein und allenfalls als Begleiterscheinung eines Infektes der oberen Luftwege beobachtet, den sich Patienten in jeder Lebenslage zuziehen können. Hier ist die antibiotische Behandlung nicht anders als im ambulanten Bereich unter Zuhilfenahme moderner wirksamer Medikamente indiziert, ergänzt durch entsprechende schonende Übungsbehandlung der Atmung, wiederum Verordnung von viel Flüssigkeit, Inhalationen, ggf. mit Medikamentenzusatz.

Sollten Sie sich angesprochen fühlen, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung, um weitere offene Fragen zu klären.

Wir freuen uns auf Sie.

Ihr Team des Stimm- und Sprachheilzentrum in der Klinik Am Osterbach