Im Gegensatz zum primär bösartigen Kehlkopfkrebs oder den gutartigen Stimmlippenpolypen tritt eine Larynxpapillomatose primär multilokulär auf und kann oft im Anfangsstadium mit den harmlosen Schreiknötchen bei Kindern an den Stimmlippen verwechselt werden. 

Betroffen sind ganz überwiegend Kinder. Die Ursache der Larynxpapillomatose im Kindesalter ist offenbar ein Virusinfekt; das so genannte Papovavirus. Da sich diese Erkrankung in der Mehrzahl der Fälle im Bereich der Stimmlippen entwickelt, ist ein wesentliches Begleitsymptom die chronische Heiserkeit, in fortgeschrittenen Fällen auch eine zunehmende Atemnot.

Die Therapie einer Larynxpapillomatose besteht in der mikrochirurgischen Abtragung der Papillome durch einen erfahrenen HNO-Chirurgen, heute auch mit Hilfe des Lasers.

Die besondere Problematik der Larynxpapillomatose besteht in ihrer hohen Rezidivquote, das soll heißen, dass sich trotz exakter operativer Abtragung dieser eigentlich harmlosen Gebilde im Kindesalter nach wenigen Monaten wieder neue Papillome entwickeln können, die folgerichtig zu wiederholten operativen Eingriffen führen können.

Eigentümlicherweise verschwindet die Larynxpapillomatose mit Einsatz der Pubertät. 

Tritt sie jedoch im Erwachsenenalter auf – oder überschreitet sie – wie in seltenen Fällen den Kehlkopfbereich und entwickelt sich auch im Bereich der Schleimhaut der Luftröhre, muss immer an eine mögliche bösartige Umwandlung der primär gutartigen Larynxpapillomatose gedacht werden. In diesen Fällen sind umfangreiche chirurgische und/oder strahlentherapeutische Maßnahmen erforderlich. In seltenen Fällen kann es bis zu einer Entfernung des Kehlkopfes kommen.

Deshalb sollte folgende Forderung unverzichtbar sein, dass Patienten – ganz besonders Kinder – mit chronischer Heiserkeit und/oder zunehmender Atemnot unbedingt einem HNO-Arzt / Phoniater vorgestellt werden sollten, um frühzeitig die adäquaten diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen einleiten zu können.

Im Erwachsenenalter gilt es, so schonend als möglich mit dem Kehlkopf umzugehen. Dies umfasst vor allem den Verzicht auf Alkohol und sehr eingeschränkten Kaffeekonsum sowie Nikotinverzicht. Magenfreundliche Lebensweise über Reduktion von Stress, kleine, jedoch häufigere Mahlzeiten und Kopfhochlagerung während der nächtlichen Ruhephase sind angezeigt. Verzicht auf Süßigkeiten versteht sich aus dem Grund, die Säure im Magen nicht zu vermehren. Ziel der Vorgehensweise besteht darin, Rückfluss von Magensaft zu verhindern und damit das Milieu für Rezidivwachstum der Papillome nicht mehr zu bieten.

Selbstverständlich ist die Sprechtechnik zu optimieren, um mögliche zusätzliche Stressfaktoren auszuschalten.

Wir bieten Ihnen in dem Stimm- und Sprachheilzentrum der Klinik am Osterbach eine stationäre Stimmheilmaßnahme, die o. g. und weitere Faktoren mit einschließt und freuen uns auf Sie, sollten Sie ambulant mit logopädischer Therapie nicht den gewünschten Erfolg haben.

Ihr Team des Stimm- und Sprachheilzentrum in der Klinik Am Osterbach