Redefluss-Störungen sind eine zeitweise auftretende, willensunabhängige, situationsgebundene Kommunikationsbehinderung. Diese umfassenden Redeflussstörungen bestehen aus Wiederholungen von Wörtern, Silben und Lauten (klonisches Stottern), Dehnungen (tonisches Stottern) sowie Wortaustauschungen und Satzumstellungen (Vermeidungsreaktionen). Dies äußert sich symptomatisch in den Bereichen Respiration, Phonation, Artikulation, Mimik, Gestik, Sprechablauf und Motorik.

Klonische Redefluss-Störungen bestehen aus Wiederholungen von Lauten, Silben oder Wörtern, die kurz und schnell aufeinanderfolgen z.B. „A-A-Abend“.

Tonische Redefluss-Störungen sind charakterisiert durch Dehnungen bzw. Langziehen von Wörtern oder Lauten, z.B. „A....bend“.

Die beiden Formen der Redefluss-Störungen treten meist nicht unabhängig voneinander auf. Die Verbindung der beiden Formen bezeichnet man, je nach Gewichtung der Merkmale, als klonisch-tonische oder tonisch-klonische Redefluss-Störungen.

Die Redefluss-Störungen sind häufig mit Gefühlen wie z.B. Scham verbunden. Insbesondere die Angst vor den Redefluss-Störungen sowie die Angst der Reaktion der Mitmenschen ist für stotternde Personen eine starke Belastung. Häufig entstehen daher eine Reihe an Begleitsymptomen, um die Grundproblematik zu überwinden. Diese Begleitsymptome zeigen sich z.B. in Wortaustauschungen und Satzumstellungen (Vermeidungsreaktionen), in Mitbewegung der Arme oder bestimmter anderer Körperteile sowie in vegetativen Reaktionen (Erröten, schwitzige Hände etc.).

Die Ursachen der Redefluss-Störungen sind sehr unterschiedlich. An der Entstehung sind wahrscheinlich mehrere Faktoren beteiligt. Daher sind Redefluss-Störungen individuelle Störungen, die bei jedem anders ausgeprägt sind.

Es gibt eine Vielzahl von Therapieansätzen, die dem stotternden Menschen Möglichkeiten bieten, einen besseren Umgang mit diesen Störungen, mit sich selbst und ihrer Umwelt zu finden.

Eine Therapiemethode stellt u.a. die Arbeitsweise nach Schlaffhorst und Andersen dar:

Dieser Therapie bei Redefluss-Störungen liegt ein ganzheitlicher Ansatz zugrunde, bei dem die stotternde Person im Mittelpunkt steht und nicht das Symptom.

Das Konzept Schlaffhorst-Andersen geht grundsätzlich davon aus, dass der Umgang mit Atmung, Stimme, Bewegung und das Ausnutzen der Wechselwirkungen untereinander Auswirkungen auf die Psyche des Menschen und seine Persönlichkeit hat. Eine Stärkung der Persönlichkeit steht somit im Vordergrund des therapeutischen Ansatzes.

In der Therapie nach Schlaffhorst-Andersen hat die Schulung des Körperbewusstseins, die Sensibilisierung für Bewegungsabläufe, insbesondere für Stimm- und Sprechfunktionen, d. h. eine grundsätzliche Wahrnehmungsschulung (Schulung der Sensomotorik), einen wesentlichen Stellenwert. Hinführen zum Spannungsausgleich, zur Eutonisierung der Gesamtmuskulatur, insbesondere auch der Atem-, Stimm- und Sprechmuskulatur sind oberstes Ziel. Das rhythmische Prinzip der Atmung wird nicht nur zur Verbesserung der Atemfunktion genutzt, sondern ist Grundlage jeglicher Bewegung, auch der Sprechbewegung.

Die Auswirkungen der Sprachlaute auf den Organismus, insbesondere auf den Stimm-, Sprech- und Atemfunktionskreis werden gezielt genutzt, um Resonanzräume für die Stimme zu erschließen und Spannungen im Ansatzrohr auszugleichen.

Psycho-physische Stabilisierung führt letztendlich zu Persönlichkeitsstärkung und damit zur besseren Bewältigung der Stotterproblematik und gewöhnlich zur Symptomreduzierung der Redefluss-Störungen.

Therapieangebot der Klinik am Osterbach im Stimm- und Sprachheilzentrum:

Der stationäre Aufenthalt dauert ca. 3-5 Wochen in 2 bis 3 Intervallen mit 6-12-monatigem Abstand. Die Inhalte der Therapie werden in täglichen Einzel- und 14-tägigen Gruppentherapien vermittelt. Hierbei verstehen wir das Therapieangebot als interdisziplinäre Zusammenarbeit mit ÄrztInnen, Physio- und SporttherapeutInnen, PsychologInnen, der physikalischen Therapie, LogopädInnen und Atem,- Sprech- und StimmlehrerInnen.

Die PatientInnen werden dabei angeleitet, eigenverantwortlich zu arbeiten. Dabei ist ein wichtiger Aspekt, gemeinsam mit Ihnen Möglichkeiten für ein selbstständiges Üben sowie eine Hilfe zur Selbsthilfe zu entwickeln bzw. neu erlernte Verhaltensweisen in den Alltag umzusetzen.

Die PatientInnen ( - ab 18 jedes Alter möglich - ) sollen durch einen ganzheitlichen Therapieansatz einen anstrengungsfreien Umgang mit den Redefluss-Störungen erlernen und durch eine umfassende Rehabilitation der körperlichen und seelischen Gegebenheiten das Vermeidungsverhalten abbauen, um im Berufs- und Lebensalltag den Anforderungen nachgehen zu können.

In der Klinik am Osterbach, im Stimm- und Sprachheilzentrum bieten wir Ihnen die ganzheitliche Behandlung von Redefluss-Störungen. Ein interdisziplinäres Team, HNO-Ärzte, die Chefärztin auch ausgewiesen im Fach der Phoniatrie und Pädaudiologie, Psychologen, ein Psychosomatiker bei Notwendigkeit, Logopäden, Atem-, Stimm- und Sprechlehrer, Psychologen, eine Familientherapeutin sowie Balneologen und Masseure, bei Bedarf Krankengymnasten, weiterhin Sporttherapeuten, u.a. ausgewiesen in der Weitergabe von Qi Gong werden als Therapeuten Ihre Behandlung übernehmen. Ein freundliches Pflegeteam weist sie in den klinischen Alltag ein. Unser Kompetenzteam an der Klinik am Osterbach bietet die außergewöhnliche Möglichkeit der interdisziplinären Mitbehandlung von Fachärzten für innere Medizin, Neurologie und Psychiatrie sowie psychotherapeutische Medizin bei Bedarf.

Unser Team blickt auf eine weitreichende Erfahrung in den Redeflussstörungen zurück.

Investieren Sie in sich selbst, es ist nie zu spät. Wir behandeln Betroffene im jugendlichen Erwachsenenalter bis ins hohe Alter.

Verfasser: Team des Stimm- und Sprachheilzentrum in der Klinik Am Osterbach