Bei einem Reinke-Ödem handelt es sich um eine Wassereinlagerung zwischen Schleimhaut und Bindegewebe der Stimmlippen, wodurch sich die Deckschicht des Gewebes nach oben wölbt. Das Reinke-Ödem stellt eine Sonderform der chronischen Kehlkopfentzündung dar und geht immer einher mit einer Stimmstörung.

Wie entwickelt sich ein Reinke-Ödem?

Ursächlich kommt es bei Überlastung und nicht geschultem Gebrauch der Stimme durch mechanische Irritation zu einer Flüssigkeitsansammlung von Zwischenzellflüssigkeit im sog. Reinkeraum (unter der Stimmlippenoberfläche). Nikotinkonsum oder –exposition liegt in den meisten Fällen zugrunde, wobei auch ein gastroösophagealer Reflux nicht auszuschließen ist.

Ein besonderes Risiko, ein Reinke-Ödem zu entwickeln, besteht für Raucher mit Stimmbelastungen.

Die stimmlichen Symptome bei einem Reinke-Ödem zeigen sich in Form von Heiserkeit, einem dunklen und rauem Stimmklang, Sprechanstrengung sowie Missempfindungen (Räuspern, Verschleimung, Druck- und Kloßgefühl im Hals).

Das Vorliegen eines Reinke-Ödem s kann durch eine ärztliche Untersuchung bei einem Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder Phoniater (Facharzt für Stimmerkrankungen) festgestellt werden. Durch eine sog. Kehlkopfspiegelung kann der Arzt den Kehlkopf des Patienten einsehen und feststellen, ob eine Schleimhautschwellung im Sinne eines Reinke-Ödem s vorliegt.

Zu den therapeutischen Maßnahmen zählen das ärztlich verordnete Rauchverbot und die Einleitung einer logopädischen Therapie zum Erwerb von Stimmhygiene. Sollte sich durch die Maßnahmen das Ödem nicht zurückbilden, ist eine Operation (sog. Stimmlippenstripping) erforderlich.

Die Inhalte der logopädischen Therapie umfassen den Abbau stimmschädigender Verhaltensweisen (Nikotin, Alkohol, zu hoher Kaffeekonsum), die Aufklärung über stimmhygienische Maßnahmen sowie das Anbahnen einer druckfreien und ökonomischen Atem- und Stimmtechnik.

Die Therapie eines Reinke-Ödems en erfolgt je nach Ausprägung durch Stimmtherapeuten wie Logopäden und Atem-, Sprech- und Stimmlehrer und wird zunächst ambulant in einer Logopädischen Praxis durchgeführt. Sollte sich nach maximal 20 ambulanten logopädischen Therapieeinheiten keine wesentliche Besserung eingestellt haben, ist eine stationäre Stimmheilmaßnahme in einem Stimm- und Sprachheilzentrum ggf. sinnvoll. Hierbei ist der Abstand von der Alltagssituation therapeutisch bedeutsam neben den zusätzlichen Möglichkeiten psychologischer Therapie, Sport- und Physiotherapie sowie dem wichtigen Austausch mit Mitbetroffenen.

Sollten Sie betroffen sein, helfen wir Ihnen gern.

Verfasser: Team des Stimm- und Sprachheilzentrums an der Klinik am Osterbach