Bei der traumatischen Dysphonie handelt es sich um eine Stimmstörung nach äußerer bzw. innerer Gewalteinwirkung auf den Kehlkopf.

Bei der Traumatische n Dysphonie durch äußere Gewalteinwirkung können verschiedene Verletzungsformen in Betracht kommen:

Eine sog. stumpfe Gewalteinwirkung liegt vor bei Verkehrsunfällen mit Aufprall auf das Lenkrad, durch Schlägereien, Strangulationen oder Schleudertraumen der Halswirbelsäule. Hierbei kommt es zu Kehlkopferschütterungen bzw. Kehlkopfquetschungen, Blutungen, Ödemen in den Kehlkopfweichteilen, Schleimhautzerreißungen und Atemnot.

Weitere Gewalteinwirkungen können Stich- und Schnittwunden sein, teilweise auch Schussverletzungen. Es besteht die Gefahr einer Blutung in die eröffneten Atemwege.

Die Therapie der Traumatische n Dysphonie nach äußerer Gewalteinwirkung umfasst zunächst die Notfallversorgung, die Schockbekämpfung sowie die operative Versorgung. Erst im weiteren Heilungsverlauf sind je nach Ausmaß der Schädigung stimmtherapeutische Maßnahmen in Form von logopädischer Therapie einzuleiten.

Bei der Traumatische n Dysphonie durch innere Gewalteinwirkung auf den Kehlkopf handelt es sich um Intubationsschäden. Unter Intubation versteht man die künstliche Beatmung mittels eines Tubus, die bei plötzlich auftretender Atemnot und durch operative Eingriffe erforderlich wird.

Mögliche Intubationsschäden können sein:

  • Reizung der Stimmlippenschleimhaut durch den Tubus
  • Verwendung eines zu großen Tubus
  • Überdehnung oder Abschürfung der Stimmlippen bei Einführung des Tubus
  • Druck mit der Tubusspitze auf die Kehlkopfgelenke (sog. Aryknorpel)
  • Lange Liegezeit des Tubus (Langzeitintubation)

Die Symptome einer Traumatische n Dysphonie durch Intubation können sich zeigen z.B. in entzündlichen Stimmlippenrötungen, Stimmlippenödemen, Stimmlippenabriss, Schleimhauteinrissen und Stimmlippenhämatomen.

Je nach Art der Schädigung klingt die Stimme heiser, aphon und stark verhaucht. Bei oberflächlichen Verletzungen bildet sich die Heiserkeit durch gegebenenfalls notwendige antientzündliche Behandlungen, Inhalationen und Stimmruhe innerhalb von 8 – 14 Tagen in der Regel zurück. Bei tieferliegenden Hämatomen und Schädigungen kann es zu länger anhaltenden oder bleibenden Stimmstörungen kommen. Hier sind dann stimmtherapeutische Maßnahmen einzuleiten.

Die von einem Phoniater oder HNO-Arzt eingeleitete Stimmtherapie erfolgt durch Stimmtherapeuten wie Logopäden und Atem-, Sprech-, und Stimmlehrer. Die Stimmtherapie kann ambulant in einer Logopädischen Praxis und/oder stationär in einem Stimm- und Sprachheilzentrum als Stimmrehabilitationsmaßnahme durchgeführt werden.

Gewöhnlich wird mit ambulanter Stimmtherapie begonnen. Sollte sich nach maximal 20 ambulanten logopädischen Therapieeinheiten keine wesentliche Besserung eingestellt haben, ist eine stationäre Stimmheilmaßnahme der Traumatische n Dysphonie notwendig. Hierbei ist der Abstand von der Alltagssituation therapeutisch bedeutsam neben den zusätzlichen Möglichkeiten allgemeiner Tonusregulierung, dem wichtigen Austausch mit Mitbetroffenen und der psychologischen Therapie, um ggf. das zugrunde liegende traumatische Ereignis zu verarbeiten.

Die speziellen Inhalte einer Stimmtherapie umfassen Aufklärung über stimmhygienische Maßnahmen, die Schulung und Wahrnehmung der Atmung und des Körpers, Entspannungsübungen, Hörtraining sowie Artikulations- und Stimmübungen. Die oben erwähnte allgemeinkörperliche Tonusregulierung ebenso wie die psychologische Bearbeitung von möglichen belastungsverstärkenden Haltungen und dem Erwerb von Entspannungstechniken sind therapeutisch ebenfalls zu beachten.

Verfasser: Team des Stimm- und Sprachheilzentrums der Klinik am Osterbach