KLINIK AM OSTERBACH

Tinnitus

Informationen und Hilfe rund um das Thema Tinnitus

"Nur meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort, ich kann sagen, ich bringe mein Leben elend zu, seit 2 Jahren fast meide ich Gesellschaften.“ (Beethoven an einen Jugendfreund, 1801)

Ludwig van Beethoven schildert hier typische Erfahrungen von Tinnitusbetroffenen, die unter einer starken Belastung durch Tinnitus leiden (=chronisch dekompensierter Tinnitus). Hauptbeschwerden können neben den Ohrgeräuschen Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Zukunftsangst und sozialer Rückzug sein. Nicht selten entwickeln sich daraus Depressionen.

Nach wissenschaftlichen Untersuchungen weisen bis zu 90 % aller Tinnitusbetroffenen eine Schwerhörigkeit unterschiedlicher Stärke auf. Diese muss den Betroffenen nicht immer bekannt und im Alltag noch gar nicht aufgefallen sein.

Wir möchten Ihnen helfen, mit Tinnitus, Schwindel und Hörbeeinträchtigungen besser umzugehen, so dass Sie wieder Lebensqualität entdecken. Und wir sind sicher: Auch Beethoven hätte von unserem ganzheitlichen Therapieansatz profitiert!

Wie schwer belastet mich der Tinnitus?

Die Belastung durch Tinnitus ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen leiden unter einem eigentlich als leise empfundenen Pfeifen bereits sehr stark. Sie fühlen ihre Konzentration in leiser Umgebung gestört und können durch zusätzlichen Schlafmangel den Anforderungen des Alltags nicht mehr Stand halten.

Testen Sie online, wie schwer Sie tatsächlich belastet sind, bei der Deutschen Tinnitusliga e.V., einer sehr engagierten Selbsthilfegruppe für Tinnitusbetroffene.

Antrag auf stationäre Rehamaßnahme

Sind Sie durch Tinnitus schwer oder sehr schwer belastet und leiden schon längere Zeit an Ohrgeräuschen, kann eine stationäre Rehamaßnahme sinnvoll sein. Diese Maßnahme übernehmen die Kostenträger, wenn z.B. durch das Symptom Tinnitus und seine Folgen Ihre Erwerbsfähigkeit gefährdet ist.

Wertvolle Hinweise für die Antragstellung finden Sie auch im DTL-Klinik-Wegweiser, den Sie über die Deutsche Tinnitusliga e.V. beziehen können.

Und: Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder HNO-Arzt.

Ganzheitlicher Behandlungsansatz

Unser ganzheitlicher Behandlungsansatz (angelehnt an die Tinnitus-Retraining-Therapie) zielt darauf ab, dass Sie durch den stationären oder teilstationären Aufenthalt in unserer Abteilung

  • ausführliche Informationen zum Hörvorgang und Gleichgewichtsorgan erhalten,
  • mögliche Entstehungsursachen von Tinnitus verstehen und für sich einordnen können,
  • eigene psychisch-emotionale Belastungen erkennen und im Kontakt mit anderen Betroffenen und unseren Therapeuten bearbeiten können,
  • die Wahrnehmung des Tinnitus, aber auch einer evtl. begleitenden Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) durch gezieltes Hörtraining so umgelenkt wird, dass diese an Wichtigkeit und Belastung abnimmt.

Nach ausführlicher hno-ärztlicher Untersuchung, Hördiagnostik und Tinnitusanalyse überlegen wir gemeinsam mit Ihnen, ob zusätzlich eine Versorgung mit Tinnitusnoisern oder Hörgeräten im Rahmen des Aufenthalts sinnvoll sein könnte. Wichtig ist uns in diesem Zusammenhang die unvoreingenommene Beratung und Erprobung der Hilfsmittel. Eine endgültige Verordnung stellt Ihnen Ihr HNO-Arzt erst nach Abschluss der stationären Heilmaßnahme und weiterer Erprobung am Wohnort aus. Ein wirtschaftliches Interesse unsererseits besteht also nicht.

Das Hörtraining findet sowohl in der der Gruppe (Hörwahrnehmungstraining) als auch im – computergestützten - Einzelsetting statt. Wir nutzen hierfür mit gutem Erfolg das internetbasierte Trainingsprogramm Hörobic®, bei dem auch die Hörunterscheidungsfähigkeit und Hörmerkfähigkeit trainiert wird. Ziel ist die Verbesserung der Hörverarbeitung sowie die akustische Umlenkung der Aufmerksamkeit und Desensibilisierung von als störend empfundenen akustischen Ereignissen.

Betroffene mit Schwindelsymptomen erhalten zusätzlich ein gezieltes Koordinationstraining und physiotherapeutisches Übungsprogramm, bzw. krankengymnastische Einzeltherapie, um eine zentrale Kompensation der Gleichgewichtsstörung anzuregen.

Indikationen

In der Tinnitusfachabteilung behandeln wir folgende Störungen und ihre Auswirkungen auf den privaten und beruflichen Alltag:

  • Chronisch komplexer Tinnitus
  • Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit)
  • Schwerhörigkeit (bis mittleren Grades)
  • Schwindel im Zusammenhang mit Störungen des Gleichgewichtsorgans
  • Morbus Menière
  • Zustand nach einer Akustikusneurinomentfernung

Kostenübernahme

Vor der stationären Aufnahme sollte die Kostenübernahme geklärt sein. Unsere Klinik ist eine nach §111 SGB V anerkannte Rehabilitationseinrichtung. Die Kostenübernahme ist sowohl durch die Rentenversicherung als auch die gesetzliche Krankenkasse möglich. Darüber hinaus besteht für Privatversicherte Beihilfefähigkeit und eine Anerkennung als Privatkrankenanstalt nach § 30 GewO.

Ambulante Nachsorge

Nach Abschluss der Heilmaßnahme besteht für unsere Patienten und Patientinnen die Möglichkeit, das Hörobic®-Trainingsprogramm noch für weitere 4 Wochen kostenlos auf dem heimischen PC zu nutzen.

Außerdem können unsere Patienten für ein halbes Jahr an den Nachsorgetreffen, die in ca. 6-wöchigen Abständen jeweils am Samstag Vormittag stattfinden, teilnehmen.

Kontakt – Wir helfen Ihnen weiter!

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe bei den Formalitäten mit Ihrem Kostenträger oder bei der Einweisung? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Aufnahmesekretariat
Manuela Dahlmeier

Telefon 0 57 31.159-706
Fax 0 57 31.159-704

Sekretariat der Chefärztin
Birgit Alvermann

Telefon 0 57 31.159-603
Fax 0 57 31.159-607

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