Sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund der aktuellen Corona-Lage (COVID-19) müssen wir zum Schutz der Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schweren Herzens ein Besuchsverbot aussprechen. Vereinzelt gelten in unseren Kliniken ein eingeschränktes Besuchsverbot. Genauere Informationen finden Sie auf der jeweiligen Klinik-Seite.

Bei den getroffenen Maßnahmen handelt es sich um eine reine Schutzmaßnahme im Zusammenhang mit dem Corona-Virus wie sie bereits in zahlreichen Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen derzeit umgesetzt werden.

Wir bitten um Verständnis und hoffen auf Ihre Unterstützung, um in dieser besonderen Situation die medizinische Versorgung von Ihnen und Ihren Angehörigen auch weiterhin optimal gewährleisten zu können.

Bleiben Sie gesund!

KLINIK AM OSTERBACH

Tinnitus

Informationen und Hilfe rund um die Themen Tinnitus, Schwerhörigkeit und Geräuschempfindlichkeit

"Nur meine Ohren, die sausen und brausen Tag und Nacht fort, ich kann sagen, ich bringe mein Leben elend zu, seit 2 Jahren fast meide ich Gesellschaften.“ (Beethoven an einen Jugendfreund, 1801)

Ludwig van Beethoven schildert hier typische Erfahrungen von Tinnitus-Betroffenen, die durch einen chronischen Tinnitus stark belastet sind (=dekompensierter Tinnitus). Weitere Beschwerden können neben den Ohrgeräuschen Schlaf- und Konzentrationsstörungen sowie ein sozialer Rückzug sein. 

Nicht selten entwickeln sich daraus Depressionen und Ängste. Nach wissenschaftlichen Untersuchungen weisen zudem über 80 % aller Tinnitus-Betroffenen eine Schwerhörigkeit unterschiedlicher Stärke auf. 

Wir möchten Ihnen helfen, mit Ihrem Tinnitus, den Hörbeeinträchtigungen und Ihrer veränderten Hörwahrnehmung besser umzugehen, so dass Sie wieder Lebensqualität entdecken. Und wir sind sicher: auch Beethoven hätte von unserem ganzheitlichen Therapieansatz profitiert!

Wie schwer belastet mich der Tinnitus?

Die Belastung durch Tinnitus ist individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen leiden unter einem eigentlich als leise empfundenen Pfeifen bereits sehr stark. Sie fühlen ihre Konzentration in leiser Umgebung gestört und können durch zusätzlichen Schlafmangel den Anforderungen des Alltags nicht mehr Stand halten.

Testen Sie online bei der Deutschen Tinnitusliga e.V., einer sehr engagierten Selbsthilfeorganisation für Tinnitus-Betroffene, wie schwer Sie tatsächlich durch Ihren Tinnitus belastet sind.

Ganzheitlicher Behandlungsansatz: Tinnitus-Bewältigungs-Therapie (TBT)

Unsere ganzheitliche Tinnitus-Bewältigungs-Therapie (früher als „Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT) nach ADANO-Richtlinien“ bezeichnet)  zielt darauf ab, dass

  • die Wahrnehmung des Tinnitus, aber auch einer evtl. begleitenden Geräuschüberempfindlichkeit (Hyperakusis) so umgelenkt wird, dass diese an Wichtigkeit und Belastung abnimmt,
  • Sie ausführliche Informationen zum Hörvorgang und Gleichgewichtssinn erhalten,
  • Sie mögliche Entstehungsursachen, aber insbesondere auch die Ursachen für eine Chronifizierung und die Belastung durch Tinnitus verstehen und Ihr Krankheitsbild besser einordnen können,
  • Sie eigene psychisch-emotionale Belastungen erkennen und im Kontakt mit anderen Betroffenen und unseren TherapeutInnen abbauen.

Nach ausführlicher hno-ärztlicher Untersuchung, Hördiagnostik und Tinnitusanalyse überlegen wir gemeinsam mit Ihnen, ob zusätzlich eine (kostenlose) Erprobung von Hörgeräten oder Rauschgeneratoren („Noisern“) im Rahmen des Reha- Aufenthalts sinnvoll sein könnte.

Ein zusätzliches Hörtraining findet sowohl in der der Gruppe (Hörwahrnehmungstraining) als auch im – computergestützten - Einzelsetting statt. Wir nutzen hierfür mit gutem Erfolg das internetbasierte Trainingsprogramm Hörobic®, bei dem auch die Hörunterscheidungsfähig-keit und Hörmerkfähigkeit trainiert wird. Ziel ist die Verbesserung der Hörverarbeitung sowie die akustische Umlenkung der Aufmerksam-keit und Desensibilisierung von als störend empfundenen akustischen Ereignissen.

Betroffene mit Schwindelsymptomen erhalten zusätzlich ein gezieltes Koordinationstraining und physiotherapeutisches Übungsprogramm bzw. krankengymnastische Einzeltherapie, um eine zentrale Kompensation der Gleichgewichtsstörung anzuregen.

Indikationen

In der Tinnitusfachabteilung behandeln wir folgende Störungen und ihre Auswirkungen auf den privaten und beruflichen Alltag:

  • Chronisch komplexer Tinnitus
  • Hyperakusis (Geräuschüberempfindlichkeit) / Misophonie
  • Schwerhörigkeit (bis mittleren Grades)
  • Schwindel im Zusammenhang mit Störungen des Gleichgewichtsorgans
  • Morbus Menière
  • Zustand nach einer Akustikusneurinomentfernung

Antrag auf eine stationäre Rehamaßnahme und Kostenübernahme

Sind Sie durch Tinnitus schwer oder sehr schwer belastet und leiden schon längere Zeit an Ihren Ohrgeräuschen, kann eine stationäre Rehabilitationsmaßnahme sinnvoll sein. Die Aufenthaltsdauer in der Tinnitusfachabteilung beträgt in der Regel 3 Wochen. Bei medizinischer Notwendigkeit ist eine einwöchige Verlängerung möglich.

Vor der stationären Aufnahme sollte die Kostenübernahme geklärt sein. Einen Antrag auf medizinische Rehabilitation unterstützt z. B. die Deutsche Rentenversicherung, wenn Sie durch Tinnitus und seine Folgen in Ihrer Erwerbsfähigkeit gefährdet sind. Aber auch Ihre Krankenkasse kann auf Antrag eine stationäre medizinische Rehabilitationsmaßnahme genehmigen.

Unsere Klinik ist eine nach §111 SGB V anerkannte Rehabilitationseinrichtung. Darüber hinaus besteht für Privatversicherte Beihilfefähigkeit und eine Anerkennung als Privatkrankenanstalt nach § 30 GewO (Sanatoriumsbehandlung).

Wertvolle Hinweise für die Antragstellung finden Sie auch im DTL-Klinik-Wegweiser, den Sie über die Deutsche Tinnitusliga e.V. beziehen können.

Und: Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder HNO-Arzt.

Ambulante Nachsorge

Nach Abschluss der Rehabilitation in der Tinnitusfachabteilung besteht für unsere PatientInnen die Möglichkeit, das Hörobic®-Trainingsprogramm noch für weitere 4 Wochen kostenlos auf dem heimischen PC zu nutzen.

Außerdem können unsere PatientInnen für ein halbes Jahr an den Nachsorgetreffen, die in ca. 6-wöchigen Abständen jeweils am Samstagvormittag stattfinden, teilnehmen.

Kontakt – Wir helfen Ihnen weiter!

Haben Sie Fragen oder benötigen Sie Hilfe bei den Formalitäten mit Ihrem Kostenträger oder bei der Einweisung? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Aufnahmesekretariat
Manuela Dahlmeier

Telefon 0 57 31.159-706
Fax 0 57 31.159-704

Sekretariat der Chefärztin
Sylvia Graf-Wittmann / Sandra Hartmann

Telefon 0 57 31.159-603
Fax 0 57 31.159-607

E-Mail  sekretariat-SSHZ@klinik-am-osterbach.de

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