Das konventionelle Röntgenbild ist zur Frühdiagnostik der Osteoporose nicht geeignet.

Röntgenaufnahmen des Skeletts lassen eine Osteoporose erst erkennen, wenn ein Substanzverlust von 30-40 % aufgetreten ist.

Die auf dem Röntgenbild wie mit einem Bleistift nachgezeichnete Wirbelkörperkontur ist Ausdruck des trabekulären Knochenschwundes.

Es zeigt sich röntgenologisch eine zusätzliche vertikale, also in Längsrichtung betonte Akzentuierung der Knochenstruktur.

Beim Voranschreiten der Osteoporose entwickeln sich typische Wirbelkörperdestruktionen in Form von Keilwirbeln und Fischwirbeln. Beim massiven Höhenverlust des gesamten Wirbelkörpers spricht man vom Plattwirbel.

Aus dem Höhenverlust einzelner Wirbelkörper und der zunehmenden Rundrückenbildung resultiert der Körperlängenverlust des Osteoporosekranken.

Die Osteoporose kann durch eine Knochendichtemessung objektiviert werden.

Als in den Leitlinien empfohlenes Verfahren zur Knochendichtemessung existiert die DXA (Dual Photonen X-ray absorptiometry). Die Messorte sind im allgemeinen Oberschenkel und Lendenwirbelsäule. Das Ergebnis wird als Gewichtswert pro Flächeneinheit angegeben. Eine Software errechnet die Standardabweichung.

Eine Osteoporose liegt dann vor, wenn die Knochenmasse mehr als die 2,5fache Standardabweichung unter dem Vergleichswert einer gesunden prämenopausalen erwachsenen Frau liegt (T-Score).

Als Osteopenie wird die Knochenmasse bezeichnet, die einen T-Score von -1,0 bis -2,5 Standardabweichung zeigt.

Die Osteopenie als messtechnischer Begriff stellt eine Grauzone zwischen normaler und osteoporotischer Knochendichte dar.

Sie ist ein Warnsignal zu höherem Knochenbewusstsein und zur Einleitung konsequenter Präventivmaßnahmen.

Ist der T-Wert größer als -1,0, ist die Knochendichte normal.

Ein anderes Verfahren zur Ermittlung der Knochendichte sind die quantitative Computertomographie und quantitative Ultraschallmessung.

Bei der quantitativen Ultraschallmessung werden Schallgeschwindigkeit und Schallabschwächung bei der Knochenleitung durch den Knochen ermittelt. So lässt sich ein Wert für die Knochenmasse indirekt abschätzen. Das Verfahren der quantitativen Ultrasonometrie ist recht ungenau und nicht exakt reproduzierbar. Aus diesem Grund gilt die Methode heute allgemein als überholt.

Bei der quantitativen Computertomographie (QCT) werden Knochenmark und Knochenrinde an der Wirbelsäule und/oder Hüfte, Unterarm und Schienbein gemessen.

Unterhalb eines Wertes von 100 mg/cm³ steigt das Frakturrisiko stark an.

Die Messung am Unterarm ist stark umstritten, da exakte Rückschlüsse auf die Situation an der Wirbelsäule oder am Schenkelhals nicht eindeutig möglich sind.

Von großem Nachteil ist die hohe Strahlenbelastung und auch die geringe Verfügbarkeit von Geräten.

Der "Goldenstandard" zur Ermittlung der Knochendichte stellt derzeit weltweit die DXA dar.

Die Knochendichtemessung ist ein entscheidender Parameter zur frühen Diagnosestellung der Osteoporose und kann so über rechtzeitige Therapie das Auftreten von Frakturen vermeiden helfen.

Studien haben gezeigt, dass eine Verminderung der Knochendichte um 10 % mit einer Verdoppelung der Frakturgefahr im Wirbelsäulenbereich und der Verdreifachung im Bereich des Oberschenkelhalses einhergeht.

Insofern dürfte die Notwendigkeit der Knochendichtemessung unstrittig sein, sie wird aber kontrovers diskutiert.

Neben der Früherkennung dient sie als Maß zur Wirksamkeit einer Behandlung, indem Vergleichswerte erhoben werden können.

Die Knochendichtemessung wird von der Krankenkasse nur dann gezahlt, wenn bereits ein Knochenbruch vorliegt und somit der Verdacht auf eine Osteoporose sehr nahe liegt.

Wer im Sinne einer effektiven Früherkennung seine Knochendichte messen lassen möchte, muss für die Kosten selber aufkommen.

Laborwerte können eine Osteoporose nicht sichern. Sie sind vor allem geeignet, andere Grunderkrankungen als Ursache der Osteoporose aufzudecken.

Die klinischen Leitsymptome der Osteoporose bestehen

  • im Rundrücken,
  • dem Körperlängenverlust,
  • der Annäherung des Brustkorbes an den Beckengürtel, dadurch Vorwölbung des Leibes und Kompression der Eingeweide,
  • Tannenbaumphänomen des Rückens.

Der chronische Schmerz wird zum Begleiter des Osteoporosekranken.

Mit dem Rundrücken und der Skelettdeformierung gehen Muskelverhärtungen und Fehlbelastung der kleinen Wirbelgelenke einher, die den chronischen Rückenschmerz des Osteoporosekranken verstärken.

Es besteht die Gefahr, dass der schmerzgeplagte Osteoporosepatient in folgenden Teufelskreis gerät:

Trotz dieses dramatischen Verlaufes ist Osteoporose immer noch eine unterschätzte, unterdiagnostizierte und untertherapierte Krankheit.

Es ist nach wie vor eine traurige Tatsache, dass

  • viele der Frauen das wachsende Risiko nicht kennen.
  • das Risiko oft erst erkannt wird, wenn es gekracht hat.
  • nur bei einem Viertel der Frauen die Knochendichte gemessen wird.

Die Behandlung und stationäre Rehabilitation einer Osteoporose ist immer individuell, in enger Absprache zwischen Patient / Arzt und Therapeut zu gestalten.

Verfasser: Dr. P. Brückner

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