Die Osteoporose ist eine Erkrankung der Knochen, die derzeit in allen industrialisierten Ländern zunimmt. Diese Zunahme ist v.a. begründet in den Ernährungsgewohnheiten und der heute geringeren körperlichen Aktivität.

Bei der Osteoporose kommt es zu einem überdurchschnittlichen Abbau an Knochenmasse, der zu einem Brüchigwerden der Knochen führt. Die Folge ist eine erhöhte Knochenbruchgefahr (v.a. Oberschenkelhalsknochen und Unterarm). Zudem kann sich die Wirbelsäule verformen und der sogenannte Witwenbuckel entstehen.

Betroffen sind besonders Frauen mit Beginn der Wechseljahre und generell alte Menschen. Die Ursache für das gehäufte Auftreten der Osteoporose in/nach den Wechseljahren hängt mit der veränderten Hormonsituation der Frauen zusammen. Der natürliche Schutz, den die Östrogene (weibliche Geschlechtshormone) auf die Knochen ausüben, fällt infolge der geringeren Östrogenbildung nach der Menopause fort.

Wichtigste ernährungstherapeutische Maßnahmen

Die Kalziumzufuhr in den ersten drei Lebensjahrzehnten hat eine entscheidende Bedeutung für den maximalen Mineralstoffgehalt der Knochen. Aber auch im höheren Alter kann der natürliche Abbau von Knochenmasse durch ausreichende Kalziumzufuhr verzögert werden:

Knochenaufbau mit Kalzium

Die empfohlene tägliche Kalziumaufnahme liegt für Osteoporosepatienten bei rund 1200-1500 mg. Kalziumreich sind besonders Milch und Milchprodukte. Aber auch verschiedene Gemüse, Nüsse, Samen, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte enthalten einiges an Kalzium.

Vitamin D

Ohne Vitamin D kann Kalzium nicht in den Körper aufgenommen und in die Knochen eingebaut werden. Vitamin D wird über das Sonnenlicht in der Haut gebildet. Nehmen Sie aus diesem Grund möglichst oft Lichtbäder. Schon die Bestrahlung einer kleinen Hautfläche reicht aus, um genügend Vitamin D zu bilden. Über Lebensmittel decken wir nur einen kleinen Anteil. Vitamin D ist z.B. enthalten in Milchprodukten, Butter, Eiern und Fisch.

Magnesium 

Die Knochenmineralisierung wird durch Magnesium verstärkt. Magnesiumreiche Lebensmittel sind Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Trockenfrüchte, Nüsse und Samen.

Phosphor - ein Kalziumräuber

Im Überschuss aufgenommener Phosphor mobilisiert Kalzium aus dem Skelett, das dann über die Nieren ausgeschieden wird. Phosphate werden in der Lebensmittelindustrie als Zusatzstoffe in größerem Umfang verwendet. Hier sind Fleisch- und Wurstwaren, Schmelzkäse, Schokolade, Speiseeis, Cola-Getränke und Limonaden in erster Linie zu nennen.

Oxalsäure - bindet Kalzium im Darm

Oxalsäurereiche Lebensmittel sind Spinat, Mangold, Rhabarber und rote Bete. Sie sollten nicht in größeren Mengen gegessen werden.

Proteine

Eine hohe, über dem Bedarf liegende Proteinzufuhr (Eiweiß) steigert die Kalzium-ausscheidung mit dem Harn. Die Eiweißaufnahme können Sie durch einen geringen Fleischverzehr einschränken. Eine ausreichende Eiweißversorgung (und Kalzium) gewährleisten Milch und Milchprodukte, Kartoffeln, Vollkornprodukte, Gemüse und Obst.

Vitamin K

Die ausreichende Versorgung mit diesem Vitamin ist Voraussetzung dafür, dass in unserem Körper ein bestimmtes Protein, das Osteocalcin, gebildet werden kann. Hierdurch kommt es zu einer gesteigerten Einlagerung von Kalzium in die Knochen. Vitamin K-reiche Lebensmittel sind besonders grüne Blattsalate, frische grüne Küchenkräuter, alle Kohlarten, Sauerkraut, Milch, Eier und Fleisch.

Bewegung

Bewegung hat einen direkten Einfluss auf den Knochenstoffwechsel. Sie fördert den Aufbau von Knochensubstanz, bremst den Knochenabbau und verzögert folglich die altersbedingte Abnahme der Knochendichte.

Verfasser: Chefarzt PD Dr. med. Johannes Zahner