Nach einer Magenteilentfernung bleibt häufig nur noch ein kleiner Restmagen bestehen, bei vollständiger Magenresektion muss der sich anschließende Dünndarm die Verdauungsaufgaben des Magens übernehmen, was nur allmählich und nur teilweise geschieht. Das durch die Salzsäure bedingte saure Milieu im Magen fehlt. Der kleine Restmagen ist schnell überfüllt, der obere Dünndarm hat nicht die Speicherkapazität, die der Magen gehabt hat.

Druck- und Völlegefühl, Aufstoßen, Übelkeit und Erbrechen sind häufig die Folge. Der schnelle Übertritt des Speisebreis in den Dünndarm kann einen als „ Dumpingsyndrom“ bekannten Beschwerdekomplex auslösen. Kurze Zeit nach der Nahrungsaufnahme, längstens jedoch nach 1-2 Stunden äußern sich diese Beschwerden in Form von Schwäche- oder Schwindelgefühl, Schweißausbruch, Druckgefühl im Oberbauch, manchmal auch Übelkeit und Erbrechen.

Patienten mit Magenkrebs, die sich nach Magenentfernung zu einer stationären Rehabilitation in der Sonnenberg-Klinik befinden, werden durch individuelle Ernährungsberatung intensiv betreut.

Nach der operativen Entfernung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren ist eine Leichte Vollkost zu empfehlen. Viele kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt sind verträglicher als drei große Mahlzeiten. Wichtig ist, dass Sie langsam essen und Ihre Speisen gut kauen.

Falls Sie einen ungewollten Gewichtsverlust erlitten haben, kann neben der Anreicherung des Essens auch die Einnahme von Trinknahrung hilfreich sein.

Therapeutische Maßnahmen:

  • Viele kleine Mahlzeiten
  • Langsam essen und gut kauen
  • Flüssigkeitsaufnahme nur zwischen, nie zu den Mahlzeiten
  • Gezuckerte Speisen meiden
  • Bei individueller Unverträglichkeit Milch ausschalten
  • Nach Bedarf zusätzlich Trinknahrung

Literaturempfehlung:
Herman Mestrom
Essen und Trinken nach Magenentfernung
Eine Anleitung zur Selbsthilfe
Ars bonae curae Verlag
4. Auflage Nachdruck 2010 (2003)
ISBN 10-3930896044

Verfasser: Chefarzt PD Dr. med. Johannes Zahner