Wie kann es zu einem Achillessehnenriss (= Ruptur der Achillessehne kommen)?

Die Achillessehne ist die kräftigste Sehne des menschlichen Körpers, sie überträgt die Kraft der Wadenmuskulatur auf den Fuß und wirkt wesentlich bei der für die Schrittabwicklung wichtigen Abrollung des Fußes mit.

Die weitaus häufigste Ursache für einen Achillessehnenriss ist ein indirektes Trauma, typischerweise als Sportverletzung im 30.-40. Lebensjahr auftretend. Es kommt dabei z.B. bei einem schnellen Antritt bzw. einem Auf- oder Absprung zu einer Ruptur der Achillessehne. Aber auch direkte Traumen mit einem Schlag, Stoß oder Tritt gegen die gespannte Sehne können zu einem Achillessehnenriss führen. Dagegen sind offene Verletzungen (Durchtrennung) selten. Die Bedeutung einer verschleißbedingten (degenerativen) Vorschädigung der Sehne für das Auftreten einer Ruptur wird oft überschätzt.

Welches sind die Symptome eines Achillessehnenriss?

Im allgemeinen ist ein Achillessehnenriss ein akutes Ereignis. Der Patient verspürt einen „Knall“ oder „Schlag“ mit Kraftverlust bzw. einem Ausfall der aktiven Fußsenkung, der Zehenstand ist nicht mehr möglich, wesentliche Schmerzen treten nicht auf. Typischerweise ist im Verlauf der Sehne eine Delle zu tasten, der Achillessehnenreflex ist nicht mehr auslösbar.

Achillessehnenriss: Welche apparativ-diagnostischen Verfahren kommen zum Einsatz?

Die Ultraschalluntersuchung (= Sonografie) der Sehne ist die ideale Methode, einen vollständigen oder teilweisen Achillessehnenriss (Ruptur- bzw. Teilruptur) darzustellen. Eine Röntgenaufnahme des Fersenbeines wird durchgeführt zum Ausschluss einer knöchernen Ausrissverletzung. Eine Kernspintomografie zur Erstdiagnostik bzw. auch zur Verlaufskontrolle ist hingegen nicht notwendig.

Achillessehnenriss: Welche Behandlungsprinzipien gibt es?

Ein Achillessehnenriss heilt zwar, aber er heilt immer mit einer Verlängerung und wird somit insuffizient, d.h. es wird eine Funktionsdefizit verbleiben. Therapie der Wahl ist daher die baldmöglichste operative Versorgung der Verletzung mit Naht der Sehne, bei ausgedehnter verschleißbedingter Vorschädigung wird auch eine so genannte Sehnenplastik durchgeführt. Es schließt sich eine mehrwöchige Ruhigstellung zunächst im Oberschenkel- dann im Unterschenkelgipsverband in Spitzfußstellung an. Nach etwa 4 bis 6 Wochen Ruhigstellung wird nach dann Krankengymnastik mit zunehmender Rücknahme der Spitzfußstellung durchgeführt. Zur vorübergehenden Entlastung der Achillessehne sollte eine leichte Schuhabsatzerhöhung vorgenommen werden. Alternatives Verfahren zu diesem Vorgehen ist die postoperative funktionelle Nachbehandlung im Spezialschuh.

In Ausnahmefällen, z.B. bei erhöhtem Operationsrisiko, kommt unter bestimmten Vorraussetzungen auch eine konservative, d.h. nicht-operative Behandlung in Frage.

Es wird dabei eine mehrwöchige Ruhigstellung im Spezialschuh (in Spitzfußstellung) mit einer stufenweise herausnehmbaren Absatzerhöhung durchgeführt.

Achillessehnenriss: Prognose und Komplikationen

Wundheilungsstörungen sind nicht selten, das Auftreten eines erneuten Achillessehnenriss (Reruptur) ist bis 12 Wochen nach der Operation möglich. In der Regel wird allerdings eine völlige Wiederherstellung möglich sein, sodass spätestens 12 Monate nach der Ruptur ein beschwerdefreies regelrechtes Gangbild sowie die volle Sportfähigkeit gegeben sein werden.