Der Mensch sitzt zuviel, am Arbeitsplatz aber auch in der Freizeit. Dieser Bewegungsmangel kann die Ursache für Beschwerden und sogar Erkrankungen im Bereich des Bewegungsapparates sein, die dann einer fachorthopädischen Behandlung bedürfen.

Folgen von Bewegungsmangel

Da der menschliche Körper für die Bewegung gebaut ist, stellt das Sitzen grundsätzlich eine prinzipiell ungünstige Haltung dar:

Die Bauchmuskulatur erschlafft und die natürlichen Schwingungen der Wirbelsäule werden zu einem Rundrücken verformt. Insbesondere die Lendenwirbelsäule nimmt hier eine Form an, die sie dauerhaft eigentlich gar nicht verträgt. Innere Organe in Brust- und Bauchraum werden unter Druck gesetzt. Die Muskulatur von Rücken, Schulter und Nacken wird einseitig beansprucht. Verspannungen und Schmerzen, auch Kopfschmerzen, können die Folge sein. Durch die Schmerzen kommt es zu einer Verstärkung von Fehlhaltung und zu einer Änderung im Bewegungsablauf - und zu weiterem Bewegungsmangel - weil man die schmerzenden Bereiche des Körpers schonen will. So kann es sogar zur Fehlbelastung von Muskeln und Gelenken, die weiter vom Ort der ursprünglichen Probleme entfernt sind, kommen - ein vom Schmerz geprägter „Teufelskreislauf“ beginnt. Außerdem behindert die Haltung der Beine die Blut- und Lymphzirkulation - die Beine können anschwellen und die Bildung von Krampfadern wird begünstigt.

Tipps gegen Bewegungsmangel im Alltag

Was kann man selbst konkret tun, um solchen Beschwerden bei Bewegungsmangel vorzubeugen, es also gar nicht erst dazu kommen zu lassen?

Es ist am günstigsten, sich während der Arbeitszeit so oft wie möglich zu bewegen. Eine Faustformel empfiehlt hier 50% Sitzen, 25% Stehen und 25% Bewegung. Für den Bereich der Freizeit soll der Anteil der Bewegungsaktivität deutlich größer sein.

Zum Beispiel kann man beim Telefonieren einfach aufstehen, selten gibt es hier einen Grund, sitzen zu bleiben - man läuft selbst zum Kopierer und schickt nicht den Kollegen – man benutzt statt des Fahrstuhles regelmäßig die Treppe.

Des weiteren sollte man sich „recken und strecken“, um die Muskeln zu dehnen und zu lockern. Die Sitzhaltung sollte so oft wie möglich geändert werden, um die Bandscheiben zu entlasten. Durch eine wechselnde Körperhaltung erreicht man, dass immer andere Bereiche der Wirbelsäule bzw. der Bandscheiben be- und entlastet werden. Außerdem wird die Rumpfmuskulatur unterschiedlich und nicht einseitig belastet.

Aufstehen und gegen den täglichen Bewegungsmangel einige Lockerungsübungen durchführen! – Ein Motto, das einem der „Bewegungsapparat“ danken wird, denn er ist kein „Liege- und kein Schonapparat“, sondern liebt Bewegung und den Wechsel zwischen Belastung und Entlastung.

Man sollte überlegen, wann es möglich ist, während der Arbeit aufzustehen. Das geht zum Beispiel, wenn man telefoniert oder wenn man sich etwas durchliest. Vielleicht kann man auch ein Stehpult in das Arbeitszimmer stellen. Für die Anschaffung eines rückengerechten Stuhles gilt: nicht jeder Stuhl ist für jeden Menschen geeignet. Hier muss man am besten individuell ausprobieren, mit welchem Stuhl man gut zurechtkommt. Die Funktion und die Einstellung des Stuhles sollte durch den Möbelfachmann erklärt werden. Auch ist hier nicht immer die teuerste hier die beste Lösung. Höhenverstellbare Schreibtische sind dann das „Tüpfelchen auf dem i.....“

Generell ist wichtig zu merken: Jeder ist in erster Linie selbst verantwortlich dafür, einem Schaden durch Bewegungsmangel entsprechend durch körperliche Aktivität vorzubeugen.