Was ist eine Bursitis?

Eine Bursitis ist eine akute oder chronische Entzündung eines Schleimbeutels (Bursa). Bursa heißt übersetzt „Beutel“ oder „Tasche“ und die Endung „-itis“ weist auf die Entzündung hin. Schleimbeutel sind geschlossene Hohlräume, die mit einer Gelenkschleimhaut ausgekleidet sind. Sie liegen überall dort, wo eine dünne Weichteilschicht über oberflächlich liegenden Knochenvorsprüngen oder große Schleimhautschichten gegeneinander oder den darunterliegenden Knochen verschoben werden. Oft liegen sie in der Umgebung von Gelenken und stellen eine Art Druckpolster dar, dass die Weichteile vor Überlastung und Überreizung in dem betroffenen Bereich schützen sollen. Manchmal werden sie sogar völlig neu vom Körper gebildet (im Sinne einer „Überlastungsreaktion“).

Beispiele für Bursitis

Typische (anatomische) Lokalisationen für entzündlich veränderte Schleimbeutel und mögliche Ursachen sind:

Bursitis praepatellaris (vor der Kniescheibe) bei Fliesenlegern, die häufig in knieender Position arbeiten

Bursitis am Knochenvorsprung über dem Köpfchen des ersten Mittelfußknochens (sog. Pseudoexostose) bei Hallux valgus

am Ellenhaken (Knochenvorsprung am Ellenbogen) als Bursitis olecrani wenn zum Beispiel mit aufgestütztem Arm gearbeitet wird

unter der Achillessehne bei Langstreckenläufern.

Eine Bursitis kann auch dann auftreten, wenn die auslösende Tätigkeit unter Umständen schon über Jahre ohne Probleme durchgeführt wird. Auch aufgrund eines Unfalls, zum Beispiel einer Prellung, kann unter Umständen eine Bursitis im Verletzungsbereich entstehen.

Bei einer entzündlich rheumatischen Erkrankung kann es ohne äußere Ursache zu einer Bursitis kommen. Außerdem gibt es auch Schleimbeutelentzündungen, die aufgrund einer Infektion entstehen; oft ist hier eine lokale Verletzung des Bereiches vorangegangen.

Die Bezeichnung der Schleimbeutelentzündung besteht aus einem „Familiennamen“ und einem „Vornamen“, der den Ort der Erkrankung beschreibt. Der Familienname lautet „Bursitis“ und stellt den ersten Teil der Bezeichnung dar. Einige Beispiele sind:

Bursitis präpatellaris – Schleimbeutelentzündung vor der Kniescheibe

Bursitis olecrani – Schleimbeutelentzündung am Ellenhaken des Ellenbogens

Bursitis infrapatellaris – Schleimbeutelentzündung unterhalb der Kniescheibe

Bursitis trochanterica – Schleimbeutelentzündung am großen Rollhügel (Trochanter major) des

Oberschenkelknochens (hüftnah)

Bursitis subdeltoidea – Schleimbeutelentzündung unterhalb des Deltamuskels am Schultergelenk

Welches sind die Symptome einer Bursitis?

Am Anfang handelt es sich oft um eine weiche, in der Regel pralle, durchaus noch schmerzlose Schwellung im betroffenen Bereich. Im weiteren Verlauf kann es dann zu einer Rötung der Haut und zu einer vermehrten Schmerzhaftigkeit insbesondere unter Druck kommen. Die Gelenkfunktion selbst ist nicht eingeschränkt, durch die Schwellung und den Schmerz kann aber trotzdem eine Behinderung eintreten.

Im Falle einer eitrigen Bursitis tritt recht schnell eine Rötung, Überwärmung und deutliche Schmerzhaftigkeit auf. Oft findet man Verletzungszeichen der Haut im Bereich der Schwellung.

Wie wird eine Bursitis behandelt?

Die auslösende Tätigkeit (zum Beispiel Aufstützen des Armes, Arbeit in knieender Haltung, Langstreckenlauf) sollte unterbrochen werden. Bei Wiederaufnahme ist es wichtig, den ehemals gereizten Bereich zu entlasten (Polsterung vor den Knien, im Laufschuh). Eine Änderung der Sitzposition hilft, bei einer Schreibtischtätigkeit die Ellenbogen so zu entlasten, dass sie nicht mehr aufgestützt werden müssen. In der Regel hilft Schonung und Kühlung. Manchmal ist die Einnahme eines Medikamentes gegen die Schmerzen und die Schwellung erforderlich. Unterstützend bei der Schwellungsreduktion können Salbenverbände wirken.

Bei Therapieresistenz kann man auch den betroffenen Bereich ruhigstellen, das sollte aber nur so kurz als möglich erfolgen. Entlastend kann auch eine Punktion wirken. Hilft alles nichts, dann kann man den Schleimbeutel operativ entfernen.

Bei der infektiösen Bursitis ist in der Regel die operative Entfernung des Schleimbeutels und die Gabe von Antibiotika sowie auch eine Ruhigstellung des Gelenkes erforderlich.