Meniskusschaden: Was sind die Kniegelenksmenisken und welche Aufgaben haben sie?

Die (Kniegelenks-) Menisken sind halbmondförmige, faserknorpelige Strukturen im inneren bzw. äußeren Anteil des Kniegelenkes (Innen- bzw. Außenmeniskus), welche die Gelenkkongruenz verbessern sowie eine gleichmäßige Übertragung der im Kniegelenk entstehenden Kräfte auf die Gelenkflächen gewährleisten. Die Menisken sind also gewissermaßen die Stoßdämpfer im Kniegelenk.

Wie kann es zu einem Meniskusschaden kommen?

Von einem Meniskusschaden spricht man, wenn es zu einem Riss im Meniskus gekommen ist. Es sind verschiedene Ursachen für einen solchen Meniskusschaden bekannt. In etwa der Hälfte der Fälle (50%) handelt es sich um eine Rissentstehung aufgrund von Verschleißveränderungen (primär degenerativ).

In etwas weniger als der Hälfte der Fälle (40%) sind es sogenannte sekundär traumatische Ursachen, d.h. Folgen einer primär andere Anteile des Kniegelenkes betreffende Verletzungen, so z.B. infolge eines Schienenbeinkopfbruches bzw. insbesondere einer vorderen Instabilität des Kniegelenkes nach einem Riss (Ruptur) des vorderen Kreuzbandes. Nur in weniger als etwa 10 % der Fälle kommt es zu einem Meniskusschaden im Sinne einer primär traumatischen Läsion infolge eines erheblichen, passiven Verdrehtraumas des Kniegelenkes mit oder ohne Bandverletzung. Grundsätzlich können verschiedene Rissformen unterschieden werden, so ein Vertikal-, Horizontal- und Lappenriss sowie komplexe Rissformen.

Aufgrund anatomischer Besonderheiten ist vor allem der Innenmeniskus von einer Verletzung betroffen, in etwa der Hälfte dieser Fälle dann im sogenannten Hinterhornbereich.

Was sind die Symptome beim Meniskusschaden?

Ein (akuter) Meniskusschaden führt typischerweise zu den folgenden Symptomen: Schmerz im Kniegelenk sowie Schwellung bzw. Ergussbildung des Gelenkes, Blockierung (d.h. akute Einschränkung bzw. sogar Aufhebung der Beweglichkeit des Gelenkes) und Gefühl der Instabilität des Gelenkes. In Fällen eines älteren Meniskusschaden s lässt sich oft eine kniegelenksnahe Rückbildung (Atrophie) einer bestimmten Muskelgruppe (Musculus vastus medialis) beschreiben.

Wie wird ein Meniskusschaden diagnostiziert?

Zur klinischen Untersuchung des Kniegelenkes sind eine Vielzahl verschiedener Testungen (Meniskusteste) bekannt, die unter dem Nahmen des jeweiligen Autors in der einschlägigen Fachliteratur zu finden sind. Ein deutlicher Gelenkerguss sollte abpunktiert werden, ein blutiger Erguss könnte dabei ein Hinweis auf einen Riss an der gut durchbluteten Meniskusbasis oder aber auf weitere Begleitverletzungen sein (z.B. Ruptur des vorderen Kreuzbandes). Zur Standarddiagnostik gehört außerdem die Durchführung von Röntgenaufnahmen des Kniegelenkes in zwei Ebenen, insbesondere um andere in Frage kommende Gelenkerkrankungen ausschließen zu können (z.B. Meniskusverkalkung, Gelenkverschleiß, freier Gelenkkörper u.a.m.).

Die früher bei Meniskusschaden oft durchgeführte, invasive Diagnostik des Kniegelenkes mit Kontrastmittel (Arthrographie) hat insbesondere durch die moderne Kernspintomografie an Bedeutung deutlich verloren. Die Aussagekraft der Kernspintomografie (MRT = Magnetresonanztomografie) bei einem Meniskusschaden ist als sehr hoch einzuschätzen. Die Bedeutung der Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) hat sich aufgrund der angesprochenen verbesserten (nicht invasiven) Untersuchungs-methoden in den letzten Jahren gewandelt, von einer diagnostischen hin zu einer therapeutischen Indikation.

Wie wird ein Meniskusschaden (Einriss oder Abriss) behandelt?

Es gilt der Grundsatz, wenn möglich den Meniskus zu erhalten, d.h. eine Meniskusrefixation geht vor eine Meniskusresektion. Im Falle einer Meniskusresektion sollte so wenig Meniskusmaterial wie möglich entfernt werden. Aufgrund der zuvor angesprochenen, großen Bedeutung der Menisken für die Biomechanik der Kniegelenke hat eine Entfernung von Teilen bzw. eines kompletten Meniskus langfristig gesehen letztlich Folgen für das Kniegelenk. Im Vergleich zu einem Kniegelenk mit intakten Menisken besteht für ein Knie mit Meniskusschaden prinzipiell ein deutlich erhöhtes Risiko für das Auftreten einer Arthrose (Gelenkverschleiß).

Die ärztliche Behandlung kann entweder konservativ oder operativ erfolgen.

Nicht behandlungsbedürftig ist allerdings ein Meniskusschaden, der keine Beschwerden macht, d.h. asymptomatisch ist und möglicherweise als sog. „Zufallsbefund“ anlässlich einer aus anderen Gründen durchgeführten bildgebenden Diagnostik entdeckt wurde. Am Anfang einer Behandlung steht zunächst die konservative Behandlung mit Kühlung und Schonung bzw. Entlastung des Kniegelenkes, ggf. zusätzlich eine medikamentöse Behandlung mit nichtsteroidalen Antiphlogistika. Bei einer bestehenden Blockade des Kniegelenkes (s.o.) sollte ein Repositionsmanöver durchgeführt werden, eine Einklemmung des Meniskus lässt sich damit oft erst einmal lösen. Ein Meniskusschaden mit einer wiederkehrenden Symptomatik (Gelenkblockaden, Ergussbildung) sollte operativ angegangen werden.

Dazu ist eine Öffnung des Kniegelenkes (Arthrotomie) heutzutage in der Regel nicht mehr notwendig, eine Meniskus(teil)-Entfernung bzw. selbst komplizierte Meniskusnahttechniken werden transarthroskopisch, d.h. im Rahmen einer Gelenkspiegelung durchgeführt. Ein Wiederanheften bzw. eine Naht des Meniskus wird möglich sein bei Einrissen, die an der sog. Meniskusbasis, also im gut durchbluteten Anteil des Meniskus liegen. Verfahren zur Transplantation bzw. zum Ersatz eines Meniskus befinden sich derzeit noch eher im experimentellen Stadium, ihre Einführung in den klinischen Alltag wird die Aussichten eines dauerhaften Behandlungserfolges möglicherweise noch deutlich verbessern können.

Rehabilitative Nachbehandlung bei Meniskusschaden

Nach Meniskus(teil)entfernung wird das Kniegelenk für einige Tage entlastet werden, dazu wird der Patient an Unterarmgehstützen mit entsprechender Einweisung mobilisiert. Kühlung und die Gabe von nichtsteroidalen Antiphlogistika sowie vor allem die Durchführung von Krankengymnastik sind weitere Maßnahmen. Sportliche Aktivitäten werden erst nach Wochen wieder aufgenommen werden können.

Nach Meniskusrefixation wird eine längere Zeit der Schonung und Entlastung notwendig sein, ggf. mit temporärer Stabilisation des Kniegelenkes durch eine Orthese. Auch hier kommt allerdings in der Nachbehandlung der Durchführung von Krankengymnastik eine grundsätzlich große Bedeutung für das rehabilitative Behandlungsergebnis zu.

Komplikationen und Prognose bei Meniskusschaden

Das Risiko der Entstehung einer Arthrose (Gelenkverschleiß) nach (komplettem) Verlust eines Meniskus wurde zuvor schon angesprochen. Die Prognose ist deutlich günstiger, wenn es gelingt, den Meniskus wenigstens teilweise zu erhalten.