Was ist eine pertrochantäre Fraktur?

Von einer pertrochantäre n Fraktur spricht man bei einem Bruch des hüftgelenksnahen Oberschenkelknochens (Femur) mit einer Bruchzone durch den sog. Trochanter-Bereich.

Pertrochantäre Fraktur: Wie kann es zu dieser Fraktur kommen?

Es ist die Einwirkung erheblicher Kräfte notwendig, z.B. im Rahmen eines Verkehrsunfalles oder auch bei einem Sturz aus großer Höhe. Sehr häufig handelt es sich allerdings auch um einen Knochenbruch des älteren Menschen (Osteoporose !), der direkt auf die Hüfte gestürzt ist. Als sog. pathologische Fraktur kann eine pertrochantäre Fraktur auch bei Tumorpatienten auftreten, wo entweder der Tumor selbst oder eine Metastasierung, d.h. eine Absiedelung von Tumorzellen, zu einer Schwächung der Knochenstabilität geführt haben, sodass auch eine nur relativ geringe Krafteinwirkung („Bagatelltrauma“) zu einem Bruch führt bzw. es sogar zu einer „Spontanfraktur“ kommen kann.

Pertrochantäre Fraktur: Welches sind die Symptome?

Starke Schmerzen mit der Unfähigkeit, stehen oder gehen zu können sowie eine Verkürzung des Beines mit (Außen-)Drehfehlstellung des Beines sind die typischen Zeichen einer pertrochantäre n Oberschenkelfraktur. Zu beachten sind aber auch mögliche Sensibilitätsstörungen (Nervenverletzung), Blutergussbildung (Hämatom) sowie „Prellmarken.“ Zur klinischen Untersuchung ist darüber hinaus grundsätzlich besonders zu achten auch auf eine mögliche Beeinträchtigung der Durchblutung des Oberschenkels.

Pertrochantäre Fraktur: Welche apparativ-diagnostischen Verfahren kommen zum Einsatz?

Es werden Röntgenaufnahmen des Beckens („Beckenübersicht“) sowie des Oberschenkelknochens (wenn möglich) in zwei Ebenen mit Hüftgelenk durchgeführt. Bei Verdacht auf eine Gefäßverletzung muss außerdem eine Kontrastmitteluntersuchung der Gefäße (Angiographie) erfolgen, ggf. ergibt sich die Indikation für einen notfallmäßigen gefäßchirurgischen Eingriff.

Wie wird eine pertrochantäre Fraktur behandelt?

Eine konservative, d.h. nicht-operative Behandlung wird lediglich bei nicht verschobener (undislozierter) Fraktur und bei eher jüngeren Patienten durchgeführt. Es wird dabei der Patient an Unterarmgehstützen mit Teilbelastung für 4-6 Wochen mobilisiert. Röntgenkontrollen sind notwendig, um einen ungestörten knöchernen Heilungsprozess verfolgen und dokumentieren zu können. Eine Notwendigkeit zur operativen Versorgung der Fraktur (Operationsindikation) ergibt sich hingegen für alle verschobenen (dislozierten) bzw. auch für pathologische pertrochantäre Frakturen. Das Operationsverfahren der Wahl richtet sich nach dem Typ der Fraktur. Es stehen vor allem die folgenden Verfahren zur Verfügung: Dynamische Hüftschraube (DHS), intramedulläre Hüftschraube („Gamma-Nagel“), Winkelplatten-Osteosynthese (als 130°-Winkelplatte oder sog. Kondylenplatte). Schließlich besteht – bei vorbestehendem ausgeprägtem Verschleiß des Hüftgelenkes bzw. auch bei einer Hüftgelenkskopfnekrose – auch die Möglichkeit des Einbringens einer Hüftegelenkstotalendoprothese (Hüft-TEP).

Pertrochantäre Fraktur: Rehabilitative Nachbehandlung

Es wird eine Frühmobilisation des Patienten mit aktiver und passiver Krankengymnastik angestrebt - der Patient wird dazu mit einer Gehhilfe (idealerweise Unterarmgehstützen) mobilisiert. In Abhängigkeit von der Fraktur bzw. auch dem zur Anwendung gekommenen Osteosyntheseverfahren ist entweder eine rasche Vollbelastung des Beines oder zunächst auch nur eine Teilbelastung erlaubt.

Eine Metallentfernung erfolgt bei jüngeren Patienten (unter dem 60.Lebensjahr) etwa nach einem Jahr, wenn röntgenologisch der Abschluss der Knochenbruchheilung sicher erkennbar ist.