Welches sind die Ursachen für eine proximale Humerusfraktur?

Die proximale Humerusfraktur („Oberarm kopfbruch“) ist eine typische Verletzung des älteren Menschen, vor allem wenn - wie so häufig - eine Osteoporose (Knochendichteminderung) besteht. Ursache ist entweder ein indirektes Trauma mit Sturz auf die ausgestreckte Hand oder den Ellenbogen, oder auch ein direktes Trauma mit Sturz auf das Schultergelenk.

Proximale Humerusfraktur: Welches sind die Symptome?

Es bestehen Schmerzen im Schultergelenksbereich sowie eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung. Es kann außerdem einige Tage nach dem Unfallereignis zu einem bis zum Ellenbogen hinreichenden bzw. auf die Brustwand ausgedehnten Bluterguss kommen. Zur klinischen Untersuchung sollte auch eine Überprüfung der Durchblutungssituation des Armes sowie eine neurologische Kontrolle zum Ausschluß z.B. einer Schädigung des Plexus brachialis (Nervengeflecht) erfolgen.

Proximale Humerusfraktur: Welche apparativ-diagnostischen Verfahren kommen zum Einsatz?

Es werden Röntgenaufnahmen der Schulter durchgeführt, ggf. in Spezialprojektion.

Proximale Humerusfraktur: Welches sind die Therapieprinzipien?

Stabile und durch Reposition, d.h. Wiedereinrichten, stabilisierte, eingestauchte Oberarmkopfbrüche erlauben eine konservative, frühfunktionelle Behandlung. Dabei erfolgt zunächst für einige Tage eine Ruhigstellung der Schulter durch Spezialverband- bzw. Weste (Gilchrist- oder Desault-Verband, „Trauma-Weste“) bis zum Rückgang der akuten Schmerzsituation.

Es wird dann mit Pendelübungen des Oberarmes begonnen, über zunächst geführte Bewegungen schließlich zu aktiven Schulterbewegungen übergegangen mit Krankengymnastik bis hin zum Erreichen der vollen Schulterfunktion.

Die operative Versorgung von verschobenen, anders nicht wieder einzurichtenden bzw. von instabilen Frakturen erfolgt mit dem Einbringen von Schrauben und Spezialplatten. Für die Nachbehandlung gelten die auch für das konservative Verfahren angeführten Prinzipien.

Proximale Humerusfraktur: Komplikationen und Prognose

Das Schultergelenk ist über eine so genannte (Gelenk-)Kapselschrumpfung grundsätzlich überaus empfindlich gegenüber einer Ruhigstellung, d.h. es kommt rasch zu einer Bewegungseinschränkung. Gerade nach einem Unfall mit Verletzung des Schultergelenkes bzw. auch des schultergelenksnahen Oberarmknochens (Humeruskopf) kann es durch das Trauma bzw. eine im Rahmen der Behandlung dann u.a. notwendige Ruhigstellung des Schultergelenkes über Verklebungen bzw. auch Zerstörung der Gleitstrukturen zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung bis hin zur „eingefrorenen Schulter“ („frozen shoulder“) kommen. Bis zu einer möglichst vollständigen Wiederherstellung des Bewegungsumfanges ist eine oft mehrwöchige krankengymnastische Übungsbehandlung erforderlich.

Im Falle einer Schädigung der Blutgefäße, welche den Oberarmkopf versorgen, durch das Unfallereignis selbst, kann es zu einem „Absterben“ des Oberarmkopfes, einer Humeruskopfnekrose kommen. Die Implantation eines künstlichen Schultergelenkes bzw. einer Humeruskopfprothese kann schließlich notwendig werden.

Grundsätzlich besteht für unverschobene (nicht-dislozierte) Brüche in 90% der Fälle die Aussicht auf ein befriedigendes Ausheilungsergebnis, die Behandlungsresultate werden insgesamt doch ungünstiger sein z.B. bei Mehrfragmentbrüchen.