Harnblasenkarzinom

Blasenkrebs

Blasenkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Harnblase, die sich vor allem durch typische Symptome wie Veränderungen des Urins und Beschwerden beim Wasserlassen äußert.

Was ist Blasenkrebs?

Blasenkrebs (medizinisch als Harn­blasen­karzinom bezeichnet) ist ein bösartiger Tumor der Harn­blase, bei der sich Zellen der Blasen­wand unkontrolliert vermehren. Der Tumor entsteht, wenn sich Zellen genetisch verändern und ihre normale Wachstums­regulation verlieren. In den meisten Fällen entwickelt sich Blasen­krebs aus der Schleim­haut der Harn­blase, die das Organ von innen auskleidet. Je nach Aus­breitung kann der Tumor auf die ober­flächlichen Schichten der Blasen­wand begrenzt bleiben oder in tiefere Gewebe­schichten, insbesondere die Muskel­schicht, hinein­wachsen. Ober­flächliche Blasentumore weisen in der Regel eine günstigere Prognose auf. Mit zunehmender Eindringtiefe, stärkerer Zell­veränderung und weiterem Fort­schreiten der Erkrankung verschlechtert sich die Prognose.

Männlicher Patient mit Blasenkrebs wird von Arzt beraten
Männlicher Patient mit Blasenkrebs wird von Arzt beraten

Ursachen

Risikofaktoren für Blasenkrebs

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Blasen­krebs sind bislang nicht vollständig geklärt. Es wird davon ausge­gangen, dass die Erkrankung durch ein Zusammen­spiel verschiedener innerer und äußerer Einflüsse begünstigt wird. Nicht jeder Mensch mit ent­sprechenden Belastungen erkrankt zwangs­läufig an Blasen­krebs, jedoch können bestimmte Einflüsse das Risiko für die Entwicklung der Erkrankung erhöhen:

  • Rauchen und Nikotinkonsum
  • Bestimmte Medikamente
  • Kontakt mit bestimmten chemischen Substanzen
  • Chronische Entzündungen der Harnblase
  • Vorangegangene Strahlentherapien
  • Familiäre Veranlagung
  • Ungesunde Ernährungsweisen

Blasenkrebs bei Männern und Frauen

Blasenkrebs kann unabhängig vom Geschlecht auftreten, wobei in Deutsch­land Männer deutlich häufiger erkranken als Fruaen. Bei Männern zählt Blasen­krebs zu den vier häufigsten Krebs­erkrankungen, während er bei Frauen auf Position 13 liegt (Stand 2023). Allerdings wird die Erkrankung bei Frauen häufig erst in einem späteren Stadium erkannt, da frühe Symptome teil­weise anderen Erkrankungen zuge­schrieben werden. Zudem wird Blasen­krebs bei Frauen häufiger in einer aggressiveren Form diagnostiziert. Beides kann dazu führen, dass der Krankheits­verlauf bei Frauen insgesamt ungünstiger ist als bei Männern. Die Behandlung von Blasen­krebs unter­scheidet sich grundsätzlich nicht zwischen Männern und Frauen. Sie richtet sich vielmehr nach dem Stadium der Erkrankung, der Tumorart sowie der individuellen Situation der Betroffenen.

Blasenkrebs Symptome

Mögliche Symptome bei Blasenkrebs

Nicht selten treten in frühen Stadien keine oder nur un­spe­zifische Symptome auf. Unab­hängig vom Geschlecht gilt jedoch: Anhaltende oder wieder­kehrende Veränderungen beim Wasser­lassen zählen zu möglichen Blasen­krebs-Symptomen und sollten früh­zeitig ärztlich abgeklärt werden.

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Veränderung des Urins

Eine braune oder rötliche Verfärbung des Urins bis hin zu sicht­barem Blut im Urin zählt zu den häufigsten Blasen­krebs Symptomen. Die Verfärbung kann dauer­haft oder nur zeit­weise auftreten.

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Veränderter Harndrang

Es kann zu einem häufigen Harndrang kommen, obwohl nur kleine Mengen Urin entleert werden. Der Drang zum Wasser­lassen besteht dabei oft auch kurz nach dem Toiletten­gang weiterhin.

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Schmerzen

Gerade zu Beginn kann Blasen­krebs schmerz­frei verlaufen. Erst in fort­geschritteneren Stadien treten bei vielen Betroffenen Schmerzen im Unter­leib oder in der Nieren­gegend auftreten.

Blasenkrebs Diagnose: Untersuchungen zur sicheren Abklärung

Einigen Symptomen, die auf Blasen­krebs hinweisen können, können auch andere und teilweise deutlich harmlosere Erkrankungen zugrunde­liegen, beispiels­weise Blasen­entzündungen oder Erkrankungen der Prostata. Da sich die Symptome über­schneiden, lässt sich anhand der Beschwerden allein keine eindeutige Diagnose stellen. Umso wichtiger ist es, anhaltende oder wieder­kehrende Veränderungen frühzeitig medizinisch abklären zu lassen. Besteht ein ent­sprechender Verdacht, stehen verschiedene Unter­suchungen zur Verfügung, mit denen Blasen­krebs zuverlässig diagnostiziert oder ausge­schlossen werden kann.

Körperliche Untersuchung: Abtasten der Nierengegend, des Unterbauchs sowie ggfls. der inneren Geschlechtsorgane.

Ultraschalluntersuchung: Ultraschall der Harnblase und der Nieren zur Beurteilung von Veränderungen oder Auffälligkeiten.

Blasenspiegelung: Untersuchung der Harnblase mit einem speziellen Endoskop, um die Schleimhaut direkt zu beurteilen und gegebenenfalls Gewebeproben zu entnehmen.

Bildgebende Verfahren: Untersuchung mittels Verfahren wie Computertomografie (CT), Magnetresonanztomografie (MRT) oder Röntgen.

Person bindet medizinischen Einweg-Kittel

Blasenkrebs Behandlung

Behandlungsmöglichkeiten

Die Lebenserwartung bei Blasenkrebs ist ohne Behandlung deutlich eingeschränkt. Je nach Art, Größe und Stadium des Harnblasenkarzinoms kommen verschiedene Behandlungsformen zum Einsatz, um den Blasenkrebs möglichst gezielt zu bekämpfen:

  • Entfernung des Tumors: Entfernung kleinerer, oberflächlicher Tumore über die Harnröhre.
  • Operative Entfernung der Harnblase: Notwendig bei fortgeschrittenem Blasenkrebs, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
  • Chemotherapie: Medikamentöse Behandlung zur Zerstörung oder Eindämmung von Krebszellen.
  • Immuntherapie: Aktivierung des körpereigenen Immunsystems zur Bekämpfung der krankhaften Zellen.
Patientin und Therapeutin bei der Physiotherapie

Onkologische Rehabilitation

Reha nach Blasenkrebs

Ein besonderer Schwerpunkt unserer Reha-Kliniken liegt in der onko­logischen Reha­bilitation. Mit einem ganz­heitlichen Therapie­konzept unter­stützen wir Sie schritt­weise bei der Rück­kehr in den Alltag. Ziel der Reha ist es, typische Folgen der Krebs­erkankung und der Behandlung zu lindern. Dazu zählen unter anderem Ein­schränkungen der körperlichen Leistung­sfähigkeit, Veränderungen beim Wasser­lassen, der Umgang mit einem Harn­ableitungs­system, Fatigue, Schmerzen sowie psychische Belastungen wie Ängste oder Unsicher­heit im Alltag.

Unser inter­disziplinäres Behandlungs­team begleitet Sie dabei individuell und ganz­heitlich – von bewegungs­therapeutischen Maß­nahmen zum Wieder­aufbau von Kraft und Ausdauer über eine gezielte Ernährungs­beratung bis hin zur psycho­onkologischen Begleitung zur Stabilisierung der seelischen Gesundheit.

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