Prostatakarzinom

Prostatakrebs

Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Das Prostatakarzinom ist ein bösartiger Tumor an der Prostata, einer männlichen Drüse unterhalb der Harnblase.

Onkologie und HämatologieProstatakrebs

Was ist Prostatakrebs?

Prostatakrebs (medizinisch als Prostatakarzinom bezeichnet) ist eine bösartige Tumor­erkrankung, die in der Prostata entsteht. Die Prostata ist eine etwa walnussgrioße, männliche Drüse unterhalb der Harnblase, die wichtige Aufgaben im männlichen Körper übernimmt, unter anderem im Zusammen­spiel von Harn­wegen, Fort­pflanzungs­organen und Hormon­stoffwechsel. Wenn sich Zellen des Prostata­gewebes krankhaft verändern und unkontrolliert vermehren, kann sich ein Prostata­karzinom entwickeln. Zunächst bleibt der Tumor meist auf die Prostata begrenzt, kann sich im weiteren Verlauf jedoch auf umliegendes Gewebe oder andere Körper­regionen ausbreiten. Der Krankheits­verlauf ist individuell sehr unter­schiedlich und verläuft insbesondere in frühen Stadien häufig ohne eindeutige Symptome. Umso wichtiger ist die frühzeitige Erkennung, etwa durch Vorsorge­unter­suchungen und die Beachtung möglicher Warnzeichen.

Arzt sitzt hinter anatomischem Modell des männlichen Beckens
Arzt sitzt hinter anatomischem Modell des männlichen Beckens

Ursachen

Risikofaktoren für Prostatakrebs

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Prostatakarzinoms sind bislang nicht eindeutig geklärt. Es sind jedoch mehrere Faktoren bekannt, die das Risiko für die Erkrankung erhöhen können:

  • Alter: Das Risiko für Prostatakrebs steigt deutlich mit zunehmendem Lebensalter. Die meisten Erkrankungen treten bei Männern über 60 Jahren auf.
  • Familiäre Veranlagung: Männer, bei denen nahe Verwandte wie Vater oder Bruder an Prostatakrebs erkrankt sind oder waren, haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko.
  • Mutationen: Bestimmte genetische Veränderungen, insbesondere Keimbahnmutationen, können das Risiko für Prostatakrebs erhöhen.
  • Rauchen: Wird mit aggressiveren Krankheitsverläufen und einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert.
  • Alkoholkonsum: Der Einfluss von Alkohol auf das Prostatakrebsrisiko wird vermutet, ist aber bisher nicht abschließend geklärt.

Früherkennung und Diagnose

Auch eine gesunde Lebensweise kann nicht immer vor einer Krebs­erkrankung schützen. Umso wichtiger sind regelmäßige Vorsorge­untersuchungen. Wie bei den meisten anderen Krebs­erkrankungen ist auch bei Prostata­krebs entscheidend, wie früh der Krebs erkannt wird. Wird Prostata­krebs frühzeitig diagnostiziert, sind die Behandlungs- und Heilungs­chancen in vielen Fällen besser. Um die Diagnose Prostata­krebs zu stellen, werden in der Regel mehrere Unter­suchungen und Verfahren eingesetzt:

  • Tastuntersuchung: Ertasten möglicher Veränderungen oder Verhärtungen der Prostata
  • Blutuntersuchung: Messung des PSA-Werts als Hinweis auf Prostataveränderungen
  • Ultraschall (Sonographie): Beurteilung von Größe und Struktur der Prostata
  • MRT: Detaillierte Darstellung auffälliger Bereiche in der Prostata
  • Biopsie: Entnahme kleiner Gewebeproben zur sicheren Diagnose

Da Prostata­krebs in frühen Stadien aber häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden verursacht, kommt der Vorsorge eine besondere Bedeutung zu. Mit fortschreitender Erkrankung können jedoch verschiedene Symptome auftreten, die auf Prostatakrebs hindeuten können und ärztlich abgeklärt werden sollten.

Prostatakrebs Symptome

Mögliche Anzeichen eines Prostatakarzinoms

Häufig verursacht der Tumor erst Beschwerden, wenn er eine bestimme Größe erreicht hat. Deswegen ist es wichtig, bereits erste mögliche Symptome ärztlich abklären zu lassen.

Icon Harnblase

Miktionsbeschwerden

Deutlich häufiger Harndrang mit meist kleinen Harn­mengen, Beschwerden beim Wasser­lassen, ein schwacher oder unter­brochener Harn­strahl sowie Nach­tropfen oder das Gefühl einer unvoll­ständigen Blasen­entleerung.

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Blutungen

Mögliche Warnzeichen eines Prostata­karzinoms sind Blut­bei­mengungen im Urin oder in seltenen Fällen auch im Eja­kulat. Diese können auftreten, wenn sich der Tumor auf an­grenzende Strukturen wie die Samen­blasen ausgedehnt hat.

Icon Verdauungstrakt

Darmprobleme

Auch Unregel­mäßigkeiten und Beschwerden beim Stuhl­gang können mögliche Prostata­krebs Symptome sein. Verstopfung kann durch eine Darm­einengung entstehen, Blut im Stuhl bei einem Ein­wachsen des Karzinoms in den Darm.

Icon Becken

Schmerzen

Schmerzen in der Prostata, im Bereich des Schambeins oder des Damms sowie auch Ischias-ähnliche Schmerzen, die durch Knochen­metastasen verursacht werden können, zählen ebenfalls zu möglichen, meist späteren, Symptomen.

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Erektionsstörungen

Insbesondere, wenn die Prostata­krebs­erkrankung bereits weiter fort­geschritten ist oder sich der Tumor über die Prostata hinaus ausgebreitet hat, kann es auch zu Erektions­störungen kommen.

Icon müdes Auge

Allgemeine Symptome

Bei fortgeschrittenen Prostatatumoren können zudem unspezifische Symptome auftreten, wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Leistungsabfall, allgemeine Schwäche, Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme sowie eine Blutarmut.

Krankheitsverlauf und Stadien von Prostatakrebs

Prostatakrebs entwickelt sich in vielen Fällen langsam und bleibt insbesondere in frühen Stadien häufig ohne spürbare Symptome. Deshalb wird die Erkrankung nicht selten zufällig im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Mit zunehmendem Fortschreiten der Erkrankung kann der Tumor jedoch an Größe gewinnen, in umliegendes Gewebe einwachsen oder sich im Körper ausbreiten. In diesen späteren Stadien treten häufiger deutlichere und zum Teil belastende Beschwerden auf. Der Krankheitsverlauf und die Symptome hängen dabei maßgeblich vom jeweiligen Stadium des Prostatakrebses ab.

Lokal begrenztes Prostatakarzinom: Der Tumor ist ausschließlich auf die Prostata beschränkt. In diesem Stadium verursacht die Erkrankung meist keine oder nur geringe Beschwerden.

Lokal fortgeschrittenes Prostatakarzinom: Der Tumor hat sich über die Prostata hinaus ausgebreitet und kann angrenzende Strukturen wie die Samenblasen oder umliegendes Gewebe betreffen. Dadurch können unter anderem Probleme beim Wasserlassen oder Schmerzen auftreten.

Metastasiertes Prostatakarzinom: Der Krebs hat Metastasen gebildet, häufig in Lymphknoten oder Knochen. Neben lokalen Beschwerden können dann auch starke Schmerzen sowie weitere Symptome auftreten.

Arzt erklärt männlichem Patienten etwas und hält dabei ein Klemmbrett in der Hand

Prostatakrebs Therapie

Behandlungsmöglichkeiten

Wird Prostatakrebs nicht behandelt, kann sich die Erkrankung im Körper ausbreiten und im weiteren Verlauf bis zum Tod führen. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt davon ab, wie weit der Tumor fort­geschritten ist, wie aggressiv er wächst, vom allge­meinen Gesundheits­zustand und vom Lebens­alter des Patienten. Grund­sätzlich gibt es verschiedene Behandlungs­ansätze:

  • Aktive Überwachung
  • Operative Entfernung des Tumors bzw. der Prostata
  • Strahlentherapie
  • Medikamentöse Therapie
Physiotherpeutin der Reha Klinik macht Übung auf einem Gymnastikball vor

Reha nach Prostatakrebs

Onkologische Rehabilitation

In unseren Reha-Kliniken sind wir auf die onko­logische Rehabilitation, unter anderem nach Prostata­krebs, spezialisiert. Während der Reha unterstützen wir Sie dabei, schritt­weise in den Alltag zurück­zufinden. Ziel ist es, körperliche und seelische Folgen der Krebs­erkrankung oder Behandlung zu lindern und das allgemeine Wohl­befinden zu stärken.

Unsere Angebote orientieren sich an aktuellen medi­zinischen Leitlinien und sind auf die besonderen Anforderungen nach einer Prostata­krebs­erkrankung abgestimmt. Ein inter­disziplinäres Team begleitet jeden Patienten individuell – von bewegungs­therapeutischen Maß­nahmen über Ernährungs­beratung bis hin zur psycho­onkologischen Unter­stützung. Durch einen ganz­heitlichen Ansatz und moderne Therapie­angebote fördern wir die Rückkehr zu Lebens­qualität, Selbst­ständigkeit und Belastbarkeit.

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Bei Fragen oder für weitere Informationen zur onkologischen Rehabilitation stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf.

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