Schilddrüsenkarzinom
Schilddrüsenkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Schilddrüse, die entsteht, wenn sich in diesem zentralen Organ des Hormonsystems bösartige Zellen entwickeln und unkontrolliert vermehren.
Schilddrüsenkrebs, medizinisch als Schilddrüsenkarzinom bezeichnet, ist eine bösartige Erkrankung der Schilddrüse. In Deutschland erkranken jährlich rund 4.200 Frauen und 1.800 Männer neu an Schilddrüsenkrebs (Quelle: Zentrum für Krebsregisterdaten, Robert Koch-Institut). Das Schilddrüsenkarzinom gilt zwar als seltene Krebserkrankung, ist jedoch die häufigste bösartige Erkrankung des hormonproduzierenden Systems (endokrines System).
Die Schilddrüse ist eine schmetterlingsförmige Drüse im vorderen Halsbereich, direkt unterhalb des Kehlkopfes. Sie produziert lebenswichtige Hormone, die Herzfrequenz, Stoffwechsel, Körpertemperatur und Entwicklung regulieren, und nimmt damit eine zentrale Rolle im Körper ein. Entartet Gewebe in der Schilddrüse und beginnen Zellen, sich unkontrolliert zu vermehren, spricht man von einem Schilddrüsenkarzinom. Je nachdem, aus welchem Zelltyp der Tumor hervorgeht, unterscheidet man verschiedene Formen der Erkrankung, die sich in ihrem Verlauf und ihrer Behandlung unterscheiden.
Grundsätzlich gehört Schilddrüsenkrebs zu den Krebserkrankungen mit vergleichsweise guten Heilungschancen. Besonders die häufigeren Formen sprechen gut auf moderne Therapien an, und viele Betroffene führen nach erfolgreicher Behandlung ein beschwerdefreies Leben.

Einteilung
Nicht jeder Schilddrüsenkrebs ist gleich. Die Erkrankung wird danach eingeteilt, aus welchem Zelltyp des Schilddrüsengewebes der Tumor entstanden ist.
Darüber hinaus gibt es vereinzelt weitere Unterformen sowie Fälle, bei denen Tochtergeschwülste anderer Krebserkrankungen in der Schilddrüse auftreten.
Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Schilddrüsenkarzinoms sind nicht in allen Fällen vollständig geklärt. Es gibt jedoch sowohl gesicherte als auch klinisch relevante Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung erhöhen könnten. Als gesicherter Risikofaktor für Schilddrüsenkrebs gelten Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich, besonders wenn diese im Kindesalter stattgefunden haben. Darüber hinaus gelten ein anhaltender Jodmangel sowie gutartige Schilddrüsenerkrankungen wie eine vergrößerte Schilddrüse (Struma) oder gutartige Knoten als klinisch relevante Risikofaktoren. Bei etwa einem Fünftel der medullären Schilddrüsenkarzinome spielt eine erbliche Veranlagung eine Rolle. Warum Frauen insgesamt deutlich häufiger erkranken als Männer, ist bislang wissenschaftlich nicht abschließend erklärt.
Diagnose
Schilddrüsenkrebs verursacht in frühen Stadien häufig keine oder nur unspezifische Beschwerden. Häufig werdenn erst wenn der Tumor wächst und umliegendes Gewebe verdrängt, Symptome bemerkbar.
Das Schilddrüsenkarzinom kann auf benachbarte Strukturen im Hals drücken und dabei ein Engegefühl, Schluckbeschwerden oder Luftnot verursachen.
Drückt das Schilddrüsenkarzinom auf benachbarte Nerven, können Symptome wie anhaltender Hustenreiz oder dauerhafte Heiserkeit auftreten.
Sichtbar oder tastbar vergrößerte Lymphknoten im Halsbereich sowie neu auftretende Schwellungen können Schilddrüsenkrebs Symptome sein.
Wenn Sie diese möglichen Symptome von Schilddrüsenkrebs an sich bemerken, insbesondere wenn sie über Wochen anhalten oder sich in kurzer Zeit deutlich verschlechtern, sollten Sie ärztlichen Rat suchen. Viele Knoten oder Schwellungen an der Schilddrüse erweisen sich bei näherer Untersuchung als gutartig. Um dies festzustellen, sind in der Regel mehrere Untersuchungsschritte notwendig, darunter meist eine Ultraschalluntersuchung sowie eine Blutuntersuchung. Bei auffälligen Knoten ab einem Zentimeter Durchmesser kann zusätzlich eine Schilddrüsenszintigraphie eingesetzt werden, die zeigt, ob ein Knoten stoffwechselaktiv ist und damit weitere Hinweise auf seine Art liefert. Um eine Krebsdiagnose letztlich zu sichern oder auszuschließen, wird meist eine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich entnommen und mikroskopisch untersucht. Dabei ist der Zeitpunkt der Diagnose entscheidend. Je früher Schilddrüsenkrebs erkannt wird, desto besser sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung.
Therapien
Die Schilddrüsenkrebs Behandlung richtet sich nach der Art und dem Stadium der Erkrankung. In den meisten Fällen ist eine Operation der erste und wichtigste Schritt, bei der die Schilddrüse vollständig oder teilweise entfernt wird.
Nach der Operation wird häufig eine Radioiodtherapie eingesetzt, um verbliebenes Schilddrüsengewebe oder mögliche Tochtergeschwülste zu beseitigen. Dabei wird radioaktives Jod verabreicht, das sich gezielt in Schilddrüsenzellen anreichert und diese zerstört. Diese Therapieform ist jedoch nicht bei allen Formen geeignet.
Lassen sich Tumorreste weder operativ noch durch die Radioiodtherapie vollständig beseitigen, kann in bestimmten Fällen eine äußere Bestrahlung eingesetzt werden. Eine klassische Chemotherapie spielt bei Schilddrüsenkrebs eine untergeordnete Rolle, da sie im Vergleich zu den anderen Therapieformen deutlich weniger wirksam ist.
Onkologische Rehabilitation
Schilddrüsenkrebs hat in vielen Fällen eine gute Prognose. Besonders die häufigeren Formen sprechen gut auf die Behandlung an, und viele Betroffene können nach erfolgreicher Therapie ein beschwerdefreies Leben führen.
Nach der Akuttherapie oder Operation empfiehlt sich eine onkologische Rehabilitation, um den Körper zu stärken und typische Folgen der Krebserkrankung und ihrer Behandlung zu lindern. In den Wicker Kliniken sind wir auf die onkologische Rehabilitation spezialisiert. Unser interdisziplinäres Behandlungsteam begleitet Sie individuell und ganzheitlich mit einem breiten Spektrum an Therapieangeboten, damit Sie nach dem Schilddrüsenkrebs wieder zu mehr Stabilität, Belastbarkeit und Lebensqualität zurückfinden.
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