Ovarialkarzinom

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs, medizinisch als Ovarialkarzinom bezeichnet, beschreibt einen malignen Tumor am Eierstock und ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Frauen.

Onkologie und HämatologieEierstockkrebs

Was ist Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)?

Eierstockkrebs, bzw. das Ovarialkarzinom, ist die zweithäufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechts­organe. Es handelt sich dabei um einen bösartigen Tumor an den Eierstöcken. Kommt es in diesen Zellen zu genetischen Veränderungen, können die natürlichen Kontroll­mechanismen der Zell­teilung gestört werden und die betroffenen Zellen beginnen, sich ungebremst zu vermehren und gesundes Gewebe zu verdrängen. Der entstehende Tumor kann weiter wachsen, in umliegende Strukturen einwachsen und sich im Körper ausbreiten. Die meisten Frauen erhalten die Diagnose Eierstock­krebs erst in fort­geschrittenen Tumor­stadien, da zu Beginn meist keine oder nur unspezifische Beschwerden auftreten. Je früher das Ovarial­karzinom erkannt wird, desto günstiger sind jedoch die Behandlungs­möglichkeiten und damit die zu erwartende Prognose.

Ältere Frau steht mit einer Tasse in der Hand am Fenster und schaut heraus
Ältere Frau steht mit einer Tasse in der Hand am Fenster und schaut heraus

Ursachen

Risikofaktoren für Eierstockkrebs

Es wird vermutet, dass verschiedene Ursachen zusammenwirken müssen, damit Eierstockkrebs entsteht. Es sind jedoch einige Faktoren bekannt, die das Erkrankungsrisiko erhöhen könnten, darunter:

  • Höheres Alter (ab ca. 50 Jahren)
  • Kinderlosigkeit
  • Unfruchtbarkeit
  • Hormontherapie in der Menopause
  • Erbliche Veränderungen in bestimmten Genen
  • Übergewicht und damit einhergehende hormonelle Veränderungen
  • Kontakt mit Asbest

Arten von Eierstockkrebs

Eierstockkrebs kann aus unterschiedlichen Zellarten entstehen, die im Eierstock vorkommen. Je nachdem, welche Zellen betroffen sind, unterscheidet man verschiedene Formen des Ovarial­karzinoms. Die mit Abstand häufigste Gruppe sind epitheliale Tumore. Sie entwickeln sich aus der obersten Zellschicht, die die Ober­fläche der Eierstöcke überzieht. Diese Form tritt überwiegend bei Frauen nach dem 50. Lebensjahr auf. Keimzelltumore entstehen aus den ursprünglichen Keimzellen, aus denen später die Eizellen hervorgehen. Diese Tumorart ist insgesamt deutlich seltener und betrifft auch häufiger jüngere Frauen. Außerdem gibt es die deutlich selteneren Keimstrang-Stroma-Tumore. Sie entstehen aus dem Stütz- und Binde­gewebe der Eierstöcke, das auch an der Hormon­produktion beteiligt ist. Jede Form von Eierstock­krebs erhält sich etwas anders und kann auch unterschiedliche Behandlungs­­möglichkeiten erfordern. Daher ist eine genaue Diagnostik wichtig, um die passende Therapie zu planen.

Eierstockkrebs Symptome

Symptome bei Eierstockkrebs

Häufig verursacht der Tumor erst Beschwerden, wenn er bereits in das Becken oder die Bauchhöhle vorgedrungen ist. Viele der möglichen Symptome sind unspezifisch und können nicht nur bei Eierstockkrebs auftreten, sondern auch bei deutlich harmloseren Erkrankungen.

Icon Verdauungstrakt

Verdauungsprobleme

Unbestimmte Beschwerden wie Bauchschmerzen, Völlegefühl oder Blähungen, für die keine andere Erklärung gefunden wird. Auch Veränderungen des Stuhlgangs können auftreten.

Icon Harnblase

Miktionsbeschwerden

Auch unüblich häufiges Wasserlassen oder andere Beschwerden beim Wasserlassen, etwa Schmerzen, Brennen oder ein schwacher Harnstrahl, können Anzeichen für Eierstockkrebs sein.

Icon Eierstöcke

Zyklusstörungen

Zyklus­störungen wie etwa Blutungen außerhalb der Monats­regel oder nach den Wechsel­jahren können auf eine Veränderung im Bereich der Eierstöcke hinweisen.

Icon Becken

Schmerzen

Mögliche Anzeichen für Eierstock­­krebs können auch Schmerzen im Rücken oder Becken­bereich sein, insbesondere wenn diese neu auftreten und über längere Zeit bestehen bleiben.

Icon Körper

Gewichtsveränderungen

Eine unerklärliche Gewichts­abnahme, während der Bauch­umfang zunimmt, kann insbesondere in späteren Stadien darauf hinweisen, dass sich Flüssig­keit im Bauch­raum angesammelt hat.

Icon müdes Auge

Allgemeine Symptome

Anhaltende Müdigkeit, eine verminderte Leistungsfähigkeit, Appetitlosigkeit oder ein allgemeines Krankheitsgefühl können ebenfalls auftreten und gelten als eher unspezifische Symptome.

Krankheitsverlauf und Stadien

Eierstockkrebs verläuft häufig zu Beginn unauffällig. Viele Betroffene haben anfangs keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden, die leicht mit harmlosen Verdauungs- oder Unterleibsproblemen verwechselt werden können. Deshalb wird die Erkrankung oft erst entdeckt, wenn sich der Tumor bereits weiter ausgebreitet hat. Der Verlauf hängt stark davon ab, in welchem Stadium der Krebs zum Zeitpunkt der Diagnose vorliegt und wie schnell er wächst. Um den Krankheitsverlauf besser einordnen zu können, wird Eierstockkrebs in verschiedene Stadien eingeteilt. Diese sogenannte FIGO-Klassifikation beschreibt, wie weit sich der Tumor im Körper ausgebreitet hat und ist wichtig für die Wahl der geeigneten Therapie.

  • T1 (FIGO I): Der Tumor ist auf die Eierstöcke begrenzt.
  • T2 (FIGO II): Der Tumor hat sich im Becken ausgebreitet.
  • T3 (FIGO III): Der Tumor breitet sich über das Becken hinaus in den Bauchraum aus und/oder es liegen Metastasen in den Lymphknoten vor.
  • M1 (FIGO IV): Es bestehen Fernmetastasen, der Tumor hat also weiter entfernte Organe oder Gewebe erreicht.
Angehörige hält Hand einer Patientin nach Operation am Krankenhausbett

Eierstockkrebs Behandlungen

Behandlungsmöglichkeiten

Ob Eierstockkrebs heilbar ist, hängt vor allem davon ab, in welchem Stadium die Erkrankung entdeckt wird. Je nach Ausbreitung und allgemeinem Gesundheitszustand können unterschiedliche Behandlungsformen angewandt werden:

  • Operation: In den meisten Fällen der erste Schritt, um so viel Tumorgewebe wie möglich zu entfernen.
  • Chemotherapie: Wird häufig nach der Operation eingesetzt, um verbliebene Krebszellen zu zerstören.
  • Zielgerichtete Therapien: Medikamente, die gezielt in das Wachstum von Tumorzellen eingreifen
  • Antikörper- oder Immuntherapien: Kommen bei bestimmten Tumorformen ergänzend infrage.
  • Hormontherapie: Kann bei speziellen, hormonabhängigen Tumorarten sinnvoll sein.
Drei Patientinnen beim Yoga im Rahmen der onkologischen Reha

Reha Klinik

Reha nach Eierstockkrebs

In den Wicker-Kliniken unterstützen wir Sie nach einer Eierstockkrebs Behandlung dabei, den Weg zurück in den Alltag zu finden. Unser Ziel ist es, die körperlichen und seelischen Folgen der Erkrankung zu lindern und das Wohlbefinden zu verbessern.

Die Angebote unserer Abteilung für onkologische Rehabilitation basieren auf aktuellen medi­zinischen Leitlinien und berück­sichtigen die beson­deren Anfor­derungen einer Reha nach Eierstock­krebs. Ein inter­diszi­plinäres Team begleitet jede Patientin individuell – bewegungs­therapeutischen Angeboten über Ernährungs­beratung bis hin zu psycho­onkologischer Unter­stützung. Mit einem ganzheitlichen Ansatz und modernen Therapie­formen schaffen wir ein Umfeld, das die Rückkehr zu Lebens­qualität und Selbst­ständigkeit bestmöglich fördert.

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