Morbus Hodgkin

Hodgkin-Lymphom

Das Hodgkin Lymphom ist eine bösartige Erkrankung des lympha­tischen Systems. Diese Art von Lymphdrüsenkrebs zeichnet sich durch das Vorhandensein von sogenannten Reed-Sternberg-Zellen aus.

Onkologie und HämatologieHodgkin Lymphom

Was ist ein Hodgkin Lymphom?

Das Hodgkin Lymphom, auch als Morbus Hodgkin oder Hodgkin-Krankheit bekannt, ist eine Form von Lymph­drüsen­krebs. Typisch für diese Krebsform ist das Auftreten der sogenannten Reed-Sternberg-Zellen. Diese veränderten, sehr großen Lymphomzellen finden sich in betroffenen Lymphknoten oder anderen lymphatischen Geweben. Das Vorhanden­sein dieser charakter­istischen Zellen ist das zentrale Merkmal, das das Hodgkin-Lymphom von anderen Lymphomen wie dem Non-Hodgkin-Lymphom unter­scheidet. Das Hodgkin Lymphom kann sich im Verlauf auch auf andere Organe ausbreiten. In vielen Fällen spricht die Erkrankung gut auf die Behandlung an, doch die tatsächliche Prognose ist immer individuell. Besonders in frühen Stadien sind die Heilungschancen oft günstig, da das Hodgkin-Lymphom bei vielen Betroffenen gut auf moderne Therapien reagiert.

Junge Frau sitzt auf dem Bett und tastet ihren Lymphknoten am Hals ab
Junge Frau sitzt auf dem Bett und tastet ihren Lymphknoten am Hals ab

Risikofaktoren

Ursachen des Hodgkin-Lymphoms

Beim Hodgkin-Lymphom kommt es zu einer abnormen und un­kon­trollierten Ver­mehrung von bösartig veränderten Zellen im lymphatischen Gewebe, vor allem in den Lymph­knoten. Im Verlauf kann sich die Erkrankung auch auf andere Organe wie die Milz, die Leber oder das Knochen­mark ausbreiten. Die genauen Ursachen für die Ent­stehung des Hodgkin-Lymphoms sind bislang nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch Faktoren, die das Risiko möglicherweise erhöhen könnten:

  • Infektion mit dem Epstein-Bar-Virus
  • HIV-Infektion
  • Organtransplantationen
  • Genetische bzw. familiäre Veranlagung
  • Langjähriges Rauchen

Das Hodgkin Lymphom kann Menschen jeden Alters betreffen, tritt jedoch am häufigsten bei jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis 35 Jahren und bei Personen über 55 Jahren auf. Insgesamt erkranken Männer etwas häufiger am Hodgkin Lymphom als Frauen.

Subtypen des Hodgkin-Lymphoms

Gemäß der WHO-Klassifikation wird das Hodgkin Lymphom in verschiedene Subtypen eingeteilt, die sich vor allem durch das Erscheinungsbild der Tumorzellen und den Krankheitsverlauf unterscheiden.

Der häufigste Subtyp ist das klassische Hodgkin-Lymphom (cHL), das rund 95 Prozent aller Fälle ausmacht. Es ist gekennzeichnet durch typische einkernige Hodgkin-Zellen und die größeren, mehrkernigen Reed-Sternberg-Zellen. Das klassische Hodgkin-Lymphom lässt sich wiederum in mehrere Varianten unterteilen, darunter nodulär-sklerosierend, gemischtzellig, lymphozytenreich und lymphozytenarm.

Die übrigen Fälle entfallen auf das nodulär lymphozytenprädominante Hodgkin-Lymphom (NLPHL). Bei diesem Subtyp finden sich besondere Tumorzellen, die aufgrund ihrer knotenförmigen, gelappten Form auch „Popcorn-Zellen“ genannt werden. NLPHL verläuft häufig langsamer und wird therapeutisch teilweise ähnlich behandelt wie ­bestimmte indolente Non-Hodgkin-Lymphome.

Lymphknotenkrebs

Hodgkin Lymphom: Symptome

Die Symptome des Hodgkin-Lymphoms sind vielfältig und reichen von allgemeinen Beschwerden bis hin zu typischen Anzeichen für Lymph­drüsen­krebs. Eine Schwellung der Lymph­knoten ist jedoch kein eindeutiges Zeichen, da sie auch bei vielen anderen, oft harmloseren Erkrankungen auftreten kann.

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Icon Lymphknoten

Geschwollene Lymphknoten

Eins der häufigsten Hodgkin Lymphom Symptome ist die Schwellung einer oder mehrere Lymphknoten. Nicht immer verursacht die Lymphknotenschwellung auch Schmerzen. Meist treten zusätzlich weitere Beschwerden auf.

Icon Fieber Thermometer

Periodisches Fieber

Nicht anderweitig erklärbares, anhaltendes oder wiederkehrendes Fieber, das häufig in Schüben auftritt und seinen Höhepunkt meist am späten Nachmittag erreicht. Die Körpertemperatur liegt dabei oft über 38 Grad Celsius.

Icon müdes Auge

Weitere Symptome

Sogenannte B-Symptome des Hodgkin-Lymphoms sind starker Nachtschweiß, ausgeprägte Müdigkeit, Appetitverlust mit ungewolltem Gewichtsverlust, anhaltender Juckreiz sowie ein allgemeines Schwächegefühl.

Krankheitsverlauf und Stadien

Die Stadien des Hodgkin-Lymphoms werden, je nach Ausbreitung der Erkrankung im Körper, mit den Zahlen I bis IV beschrieben. Zusätzlich erhält jedes Stadium die Zusatzbezeichnung "A" für keine B-Symptome oder "B" für das Vorkommen von B-Symptomen. Grundsätzlich beeinflusst das Stadium die Prognose, wobei früh erkannte Erkrankungen häufig mit einer besseren Lebenserwartung verbunden sind.

  • Stadium I: Eine Lymphknotenregion oder ein einzelner lokalisierter Befall außerhalb des lymphatischen Systems.
  • Stadium II: Mindestens zwei Lymphknotenregionen auf derselben Seite des Zwerchfells
  • Stadium III: Befall beider Seiten des Zwerchfells, ggfls. mit Organ- oder Milzbefall
  • Stadium IV: Diffuser Befall eines oder mehrerer Organe, mit oder ohne Lymphknotenbefall
Mutter und Tochter sitzen nebeneinander im Bett während die Mutter mithilfe eines Glas Wassers Medikamente schluckt

Heilungschancen

Lebenserwartung bei Morbus Hodgkin

Beim Hodgkin Lymphon ist die Lebenserwartung ohne Therapie deutlich reduziert. Morbus Hodgkin ist eine bösartige Erkrankung, die sich unbe­handelt ausbreiten und das Immun­system zunehmend schwächen kann. Ohne angemessene medizinische Behandlung verschlechtert sich der Zustand in der Regel weiter und es können schwerwiegende, letztlich lebens­bedrohliche Komplikationen auftreten.

Grundsätzlich gilt die Erkrankung jedoch als gut behandelbar, wobei eine frühzeitige Diagnose eine wichtige Rolle spielt. Mit einer recht­zeitigen und passenden Therapie haben viele Betroffene sehr gute Aussichten. Eine frühe und konsequente Behandlung bietet die besten Chancen auf Heilung und eine langfristige Remission.

Zwei Mitarbeiterinnen der Sonnenberg-Klinik stehen nebeneinander und schauen eine Patientenakte an

Therapie

Behandlung und Rehabilitation

Die Behandlung des Hodgkin-Lymphoms richtet sich nach dem Erkrankungs­stadium, dem allgemeinen Gesundheits­zustand und weiteren individuellen Faktoren. In der Regel kommen Chemo­therapie, Strahlen­therapie, Immun­therapien oder Kombinations­behandlungen zum Einsatz. In bestimmten Situationen kann auch eine Stamm­zell­trans­plantation erforderlich sein.

Nach Abschluss der akuten Therapie kann eine onkologische Reha­bilitation wesentlich dazu beitragen, körperliche und seelische Belastungen zu bewältigen. In unseren Kliniken begleiten wir Patienten mit einem ganz­heitlichen Ansatz. Dazu gehören Physio­therapie, Ergo­therapie, Bewegungs­therapie, psycho­logische Einzel- und Gruppen­gespräche sowie weitere therapeutische Angebote.

Kontakt

Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf

Haben Sie Fragen zum Hodgkin Lymphom oder zu den rehabilitativen Behandlungs­möglich­keiten? Dann melden Sie sich jederzeit gerne bei uns. Wir helfen Ihnen mit Ihren Fragen und Anliegen weiter.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Das Hodgkin Lymphom ist ein komplexes medizinisches Thema, das häufig zu vielen Fragen bei den Betroffenen und Angehörigen führt. Haben Sie weitere Fragen, melden Sie sich gerne bei uns.

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