Malignes Lymphom

Non-Hodgkin-Lymphom

Das Non-Hodgkin-Lymphom zählt zu den bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems. Es betrifft das Lymphgewebe und kann vielfältige Symptome und Verläufe aufweisen.

Onkologie und HämatologieNon Hodgkin Lymphom

Was ist ein Non-Hodgkin-Lymphom?

Das Non-Hodgkin-Lymphom (kurz NHL) ist eine Gruppe bösartiger Erkrankungen des Lymph­systems. Dieses lymphatische System ist Teil unseres Immun­systems und umfasst Lymph­knoten, lymphatische Gefäße, die Milz, Mandeln sowie das Knochen­mark. Entarten Zellen innerhalb dieses Netzwerks und vermehren sich unkontrolliert, spricht man von Lymphomen. Diese Lymphome werden abgegrenzt zwischen Non-Hodgkin-Lymphomen und Hodgkin-Lymphomen. Beim Non-Hodgkin-Lymphom fehlen die sogenannten Reed-Sternberg-Zellen, die für das Hodgkin-Lymphom typisch sind. Zudem unterscheiden sich beide Erkrankungen im Verlauf, in der Behandlung und in der Prognose.

Älterer Mann steht in der Küche mit einem Glas Wasser in der Hand und schaut traurig nach unten
Älterer Mann steht in der Küche mit einem Glas Wasser in der Hand und schaut traurig nach unten

Risikofaktoren

Ursachen des Non-Hodgkin-Lymphoms

Die genauen Ursachen des Non-Hodgkin-Lymphoms sind noch nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammen­spiel aus genetischen Einflüssen, Umwelt­faktoren und individuellen Voraus­setzungen. Es gibt jedoch bestimmte Risiko­faktoren, die die Wahrschein­lich­keit einer Erkrankung erhöhen können. Dazu gehören:

  • ein geschwächtes Immun­system (z. B. bei Menschen mit HIV/AIDS oder nach Organ­transplantation)
  • genetische Veranlagung
  • bestimmte Infektionen (z. B. Epstein-Barr-Virus oder Hepatitis C)
  • Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien oder Bestrahlung
  • Alter (die meisten Fällte treten bei Personen über 60 Jahren auf)

Nicht alle Risikofaktoren gelten für alle Subtypen des Non Hodgkin Lymphoms gleichermaßen. Einige Faktoren sind nur mit bestimmten Lymphom-Formen assoziiert. Außerdem entwickeln auch viele Betroffene ein NHL ohne erkennbare Risikofaktoren.

Subtypen des Non-Hodgkin-Lymphoms

Beim Non-Hodgkin-Lymphom (NHL) gibt es viele Subtypen. Sie unterscheiden sich darin, aus welchem Zelltyp sie entstehen, also ob sie von B-Lympho­zyten, T-Lymphozyten oder den selteneren NK-Zellen ausgehen. B-Zell-Lymphome machen mit etwa 85 bis 90 % den größten Anteil aller Non-Hodgkin-Lymphome aus. T-Zell-Lymphome und NK-Zell-Lymphome treten deutlich seltener auf. Außerdem werden sie nach ihrer Wachstums­geschwindigkeit eingeteilt. Einige Formen wachsen eher langsam (indolent) und verlaufen über längere Zeit stabil, während andere aggressiver sind und sich schneller ausbreiten können. Hier eine Auswahl der bekanntesten Subtypen:

  • Indolente B-Zell-Lymphome: u. a. Follikuläres Lymphom, Marginalzonenlymphom
  • Aggressive B-Zell-Lymphome: u. a. Diffuse großzellige B-Zell-Lymphome, Mantelzelllymphom, Burkitt-Lymphom
  • Indolente T-Zell-Lymphome: u.a. Mycosis fungoides, Sézary-Syndrom
  • Aggressive T-/NK-Zell-Lymphome: u. a. Periphere T-Zell-Lymphom, Anaplastisches großzelliges T-Zell-Lymphom

Anzeichen

Non Hodgkin Lymphom: Symptome

Die Symptome des Non-Hodgkin-Lymphoms können je nach Subtyp und Stadium stark variieren. Bei einigen Formen treten neben den typischen Krankheits­anzeichen auch vermehrt Symptome der Haut auf.

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Icon Lymphknoten

Vergrößerte Lymphknoten

Das häufigste Anzeichen für ein Non Hodgkin Lymphom sind vergrößerte, meist schmerzlose Lymph­knoten. Die Schwellungen treten meist im Hals-, Achsel- oder Leisten­bereich auf, aber auch Schwellungen von Organen wie der Milz sind möglich.

Icon müdes Auge

Allgemeine Symptome

B-Symptome und andere unspezifische Beschwerden des Non Hodgkin Lymphoms umfassen allgemeine Müdig­keit bis hin zu starker Erschöpfung, Fieber, Nacht­schweiß, Appetit­verlust und damit einher­gehendem ungewollten Gewichtsverlust.

Icon Arm

Symptome der Haut

Einige Subtypen des Non Hodgkin Lymphoms können Symptome der Haut verursachen. Dazu zählen Haut­aus­schläge, Haut­ver­färbungen, Juckreiz, Haut­ver­dickungen oder auch ungewöhnliche Blut­ergüsse ohne offen­sichtliche Verletzungen.

Mögliche Spätfolgen des Non Hodgkin Lymphoms

Ein Non-Hodgkin-Lymphom kann zu verschiedenen Spätfolgen führen, die sowohl durch die Erkrankung selbst als auch durch die ein­gesetzte Behandlung entstehen können. Welche Spät­folgen auftreten und wie ausgeprägt sie sind, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Es ist wichtig, dass Patienten regelmäßige Nachsorge­unter­suchungen durchführen lassen, um mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Zu den Spätfolgen des Non-Hodgkin-Lymphoms gehören Lang­zeit­wirkungen der Therapie. Chemo­therapie, Strahlen­therapie und andere Behandlungen können langfristige Neben­wirkungen auf den Körper haben, wie beispiels­weise ein erhöhtes Risiko für Sekundär­krebsarten oder Probleme mit Organ­funktionen. Die Behandlung kann außerdem das Immun­system beeinträchtigen und das Risiko für Infektionen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Chemo­therapie und Strahlen­therapie können außerdem die Frucht­barkeit beeinträchtigen. Einige Patienten können zudem neuro­logische Symptome wie Neuro­pathie oder kognitive Beein­trächtigungen als Spätfolgen des Non-Hodgkin-Lymphoms erfahren. Nicht zuletzt kann das Erleben einer Krebs­erkrankung zu emotionalen und psychologischen Heraus­forderungen führen, die auch nach der Behandlung anhalten können.

Detailaufnahme eines Arms mit gelegtem Zugang

Behandlung

Ist das Non-Hodgkin-Lymphom heilbar?

Die Heilungschancen beim Non-Hodgkin-Lymphom hängen von ver­schiedenen Faktoren ab: unter anderem vom Subtypen, dem Stadium bei der Diagnose, der gewählten Behandlung sowie davon, wie gut der Tumor auf die Therapie anspricht.

Für viele Patienten lässt sich durch die Behandlung eine Remission erreichen, in der keine Lymphom­zellen mehr nachweisbar sind und die Symptome abklingen. In einigen Fällen kann das Lymphom jedoch zurückkehren, was eine erneute Behandlung erforderlich macht.

Die Prognose ist daher sehr individuell. Dank medizinischer Fort­schritte in der Krebs­forschung und modernen Therapie­verfahren haben sich die Überlebens­raten in den vergangenen Jahren jedoch verbessert.

Ergotherapeutin prüft die Funktionen der Hand eines Patienten

Reha Klinik Lymphom

Therapie und Rehabilitation

Die Therapie des Non-Hodgkin-Lymphoms richtet sich nach den individuellen Voraus­setzungen. Es gibt verschiedene Behandlungs­möglichkeiten, darunter Chemo­therapie, Immun- und Anti­körper­therapien, Strahlen­therapie, zielgerichtete Therapien, Stamm­zell­transplantationen, Kombinations­therapien oder Targeted Therapies.

Nach der akuten Behandlung kann eine onko­logische Reha­bilitation helfen, körperliche und seelische Belastungen zu bewältigen. In unseren Kliniken unterstützen wir Non-Hodgkin-Patienten mit einem ganz­heitlichen Ansatz, unter anderem durch Physio­therapie, Ergo­therapie, Bewegungs­therapie, psycho­logische Einzel- und Gruppen­gespräche sowie kreative Angebote zur Krankheits­verarbeitung.

Kontakt

Wie können wir Ihnen weiterhelfen?

Leiden Sie oder ein Angehöriger an dem Non-Hodgkin-Lymphom und möchten Sie mehr über unsere Klinik erfahren? Melden Sie sich gerne bei uns. Wir helfen Ihnen jederzeit gerne weiter.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Eine Diagnose wie das Non Hodgkin Lymphom kann sowohl bei Betroffenen als auch Angehörigen viele Fragen aufwerfen. Sollte Ihre Frage hier unbeantwortet bleiben, melden Sie sich jederzeit gerne bei uns.

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