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Diagnose Fibromyalgie – und jetzt? Die nächsten Schritte zur Behandlung

Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung, bei der Betroffene unter weitverbreiteten Muskel- und Gelenkschmerzen leiden. Durch eine Kombination verschiedener Therapieansätze können diese Symptome aber häufig gelindert werden.

Neurologie Fibromyalgie Diagnose Fibromyalgie Die Naechsten Schritte Zur Behandlung

Von chronischen Schmerzen zur Diagnose Fibromyalgie

Die Diagnose Fibromyalgie ist oft ein längerer Prozess. Da es sich um eine chronische Schmerz­erkrankung handelt, die sich durch weit­verbreitete Schmerzen, anhaltende Müdig­keit und weitere viel­fältige Symptome äußert, gibt es keinen einzelnen Test, der Fibro­myalgie eindeutig nachweist. Statt­dessen stützen sich Ärzte auf verschiedene Unter­suchungen, Gespräche und standardisierte Kriterien, um Schmerzen, Begleit­symptome und deren Dauer genau zu erfassen. Andere Erkrankungen werden im Rahmen der Diagnostik durch verschiedene Unter­suchungen aus­geschlossen und die individuellen Beschwerden systematisch bewertet. Ist die chronische Schmerz­erkrankung schließ­lich diagnostiziert, stellen sich für viele Betroffene neue Fragen: Welcher Arzt ist bei Fibromyalgie zuständig? Wie sieht die Behandlung aus? Und welche ist die beste Klinik für Fibromyalgie? Wir begleiten Sie dabei, die nächsten Schritte zu verstehen und passende Behandlungs­möglichkeiten zu finden.

Arzt mit Knochenmodell

Ansprechpartner

Welcher Arzt bei Fibroymalgie?

Da die Erkrankung mit unterschiedlichen Beschwerden einhergeht, gibt es bei Fibromyalgie keinen einzelnen zuständigen Arzt. Häufig ist der Hausarzt die erste Anlaufstelle. Er koordiniert die Diagnostik und überweist bei Bedarf an weitere Fachärzte. Je nach Symptomen und Krankheitsverlauf kommen unterschiedliche Fachbereiche infrage:

  • Rheumatologe: häufig zentral bei der Diagnosestellung
  • Schmerzmediziner: spezialisiert auf die Behandlung chronischer Schmerzen
  • Neurologe: bei ausgeprägten Schmerz-, Schlaf- oder Nervensymptomen
  • Orthopäde: zum Ausschluss anderer Ursachen für Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Psychotherapeut: zur Behandlung von Begleitfaktoren wie Stress, Erschöpfung oder Depressionen

Behandlung des Fibromyalgiesyndroms

Das Fibromyalgiesyndrom ist kein einheitliches Krankheitsbild. Entsprechend gibt es auch keine standardisierte Fibromyalgie Behandlung, die für alle Betroffenen gleicher­maßen wirksam ist. Die Ausprägung der Beschwerden und der individuelle Leidens­druck können jedoch erheblich sein, weshalb eine gezielte Behandlung wichtig ist. Meist reicht eine einzelne Behandlungs­maßnahme nicht aus, statt­dessen hat sich vielmehr die Kombination mehrerer Therapie­ansätze bewährt, die individuell auf die Symptome und Bedürf­nisse der Betroffenen abgestimmt werden.

Medikamentöse Therapien

In Deutschland ist derzeit kein Medikament speziell zur Behandlung von Fibromyalgie zugelassen. Dennoch können Medika­mente in bestimmten Fällen unter­stützend eingesetzt werden. Zum Einsatz kommen unter anderem Schmerzmittel oder Anti­rheumatika. Diese zeigen jedoch nicht bei allen Betroffenen eine ausreichende Wirkung und können mit Neben­wirkungen verbunden sein. In einigen Fällen werden auch Anti­depressiva verordnet, beispiels­weise zur Verbesserung des Schlafs oder zur Lösung von Anspannungen. Voraus­setzung hierfür ist meist das Vorliegen einer begleitenden Erkrankung wie einer Depression. Grundsätzlich gilt: Medikamente werden bei Fibromyalgie meist nur ergänzend und für einen begrenzten Zeitraum eingesetzt und sind Teil eines ganz­heitlichen Behandlungs­konzepts.

Bewegungstherapien

Ein zentrales Ziel der bewegungsorientierten Fibromyalgie Behandlung ist es, die Beschwerden im Rahmen der individuellen Möglichkeiten zu lindern. Dabei stehen sowohl die Dehnung und Kräftigung der Muskulatur als auch die Korrektur von Fehlhaltungen im Fokus. Gleichzeitig soll erlerntes Schon- und Vermeidungsverhalten schrittweise wieder abgebaut werden. Neben angeleiteten Bewegungstherapien spielen auch aktive Selbsthilfemaßnahmen eine wichtige Rolle. Geeignet sind unter anderem:

  • Ausdauersport wie Spazierengehen, Walking oder Fahrradfahren
  • Tanzen
  • Schwimmen oder Aquajogging
  • Krafttraining in Maßen
  • Gymnastische Übungen
  • Tai-Chi, Qigong oder Yoga
  • Entspannungsverfahren

Wichtig ist es, langsam zu beginnen, die eigenen Belastungsgrenzen zu erkennen und diese zu akzeptieren. Regelmäßige, angepasste Bewegung kann langfristig dazu beitragen, Schmerzen zu reduzieren und und die Funktionsfähigkeit im Alltag zu verbessern.

Kombination mit Psychotherapie

In vielen Fällen geht Fibromyalgie mit psychischen Belastungen einher oder es entwickeln sich Begleit­erkrankungen wie Angst­störungen oder Depressionen. In solchen Situationen kann im Rahmen der Fibromyalgie Behandlung ergänzend eine Psycho­therapie sinnvoll sein. Besonders bewährt hat sich die kognitive Verhaltens­therapie. Sie unterstützt Betroffene dabei, einen besseren Umgang mit den chronischen Schmerzen zu entwickeln, belastende Denk­muster zu erkennen und hilfreiche Bewältigungs­strategien zu erlernen. Ziel ist es nicht, die Schmerzen „wegzutherapieren“, sondern die Lebens­qualität trotz der Erkrankung zu verbessern und den Alltag wieder aktiver zu gestalten.

Fibromyalgie in einer Rehaklinik behandeln

Neben ambulanten Behandlungsmöglichkeiten gibt es auch die Option, Fibromyalgie im Rahmen einer stationären Reha­bilitation behandeln zu lassen. Eine Rehaklinik kann insbe­sondere dann sinnvoll sein, wenn die Beschwerden über einen längeren Zeit­raum bestehen, den Alltag deutlich beein­trächtigen oder bisherige Therapien nicht den gewünschten Erfolg gebracht haben. In den meisten Fibromyalgie Reha­kliniken – wie auch in den Wicker Kliniken – kommt ein multimodales Behandlungsk­onzept zum Einsatz. Dabei werden verschiedene Therapie­bausteine gezielt miteinander kombiniert, um die unter­schiedlichen körperlichen und psychischen Beschwerden der Fibromyalgie ganzheitlich zu behandeln.

Dazu zählen unter anderem die Bewegungs- und Physiotherapie zur Verbesserung von Kraft, Ausdauer und Beweglich­keit, schmerz­thera­peutische Maßnahmen zur Linderung chronischer Schmerzen sowie die Ergo­therapie, um alltägliche Aktivitäten trotz chronischer Schmerzen besser zu bewältigen. Im Fokus stehen das Einüben gelenk- und muskel­schonender Bewegungs­abläufe, der sinnvolle Umgang mit Kräften sowie das Erkennen und Vermeiden von Über­lastungen. Ergänzend kommen auch Entspannungs­verfahren zum Einsatz, die helfen, Körper­signale besser wahrzunehmen und eigene Bewältigungs­strategien zu entwickeln. Darüber hinaus gehören in vielen Reha­kliniken auch psycho­therapeutische Angebote zum Behandlungs­konzept, die Betroffene beim Umgang mit Stress, Erschöpfung und anhaltenden Beschwerden unterstützen. Grundlegend soll die Reha dabei unter­stützen, lang­fristige Strategien für den Alltag zu entwickeln und den Transfer der erlernten Maßnahmen in das häusliche Umfeld vorzubereiten.

Das Leben nach der Diagnose

Nach der Diagnose Fibromyalgie ist es wichtig, aktiv zu werden und die nächsten Schritte bewusst anzugehen. Ein erster sinnvoller Schritt ist das Gespräch mit dem behandelnden Arzt, um gemeinsam ein individuelles Vorgehen festzulegen. Dabei sollten sowohl körperliche als auch psychische Beschwerden berücksichtigt werden.

Im Alltag kann es helfen, die eigenen Symptome aufmerksam zu beobachten: Wann treten Schmerzen oder Erschöpfung verstärkt auf? Welche Aktivitäten tun gut und welche führen zu Überlastung? Ein einfaches Symptom- oder Aktivitätstagebuch kann dabei unterstützen, Zusammenhänge zu erkennen und den Alltag besser zu strukturieren. Hilfreich ist es außerdem, sich frühzeitig über geeignete Therapieangebote zu informieren und verschiedene Maßnahmen sinnvoll zu kombinieren. Sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder wenden Sie sich direkt an eine spezialisierte Klinik, um sich beraten zu lassen.

Wichtig ist zudem, Geduld mit sich selbst zu haben. Fibromyalgie verläuft individuell, und Verbesserungen zeigen sich häufig schrittweise. Ein aktiver und informierter Umgang mit der Erkrankung kann jedoch maßgeblich dazu beitragen, den Alltag trotz Krankheit langfristig besser zu bewältigen.

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