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Die richtige Ernährung bei Fibromyalgie

Wie kann die richtige Ernährung das Wohlbefinden bei Fibromyalgie unterstützen? Erfahren Sie, welche Lebensmittel empfehlenswert sind, welche eher reduziert werden sollten und welche Rolle die Gewichtszunahme im Zusammenhang mit Fibromyalgie spielen kann.

Neurologie Fibromyalgie Fibromyalgie Ernaehrung

Die Schmerzerkrankung im Überblick

Unter Fibromyalgie versteht man eine komplexe, chronische Erkrankung, die anhaltende und weit­verbeitende Schmerzen sowie verschiedene Begleit­symptome verursacht. Die Schmerzen betreffen meist den gesamten Körper und zeigen sich vor allem in der Muskulatur. Darüber hinaus können sie auch im Bereich von Sehnen, Bändern und Gelenken auftreten.

Die genauen Ursachen der Erkrankung sind bislang nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammen­spiel genetischer, neuro­logischer und umwelt­bedingter Faktoren. Bei manchen Betroffenen entwickelt sich Fibromyalgie nach einem sogenannten Trigger-Ereignis, etwa einer Verletzung, Operation oder schweren Erkrankung. Auch virale Infektionen, beispielsweise Grippe oder Mononukleose, können in Einzelfällen als Auslöser infrage kommen.

Neben den Schmerzen treten oft weitere Begleit­symptome auf, darunter eine ausgeprägte Müdig­keit, Schlaf­störungen, Konzentrations- und Gedächtnis­probleme („Fibro-Fog“, eine Form des sogenannten „Brain Fog“) sowie eine erhöhte Empfindlich­keit gegenüber Reizen wie Kälte, Lärm oder Stress. Die Erkrankung kann dadurch den Alltag erheblich beein­trächtigen und sowohl körperlich als auch seelisch belastend sein.

Gewichtszunahme bei Fibromyalgie

Eine Gewichts­zunahme ist zwar kein typisches Leit­symptom der Fibromyalgie, kommt aber durchaus häufig vor. Viele Betroffene berichten im Verlauf der Erkrankung über eine Zunahme ihres Körper­gewichts. Diese ist meist nicht direkt auf die Erkrankung selbst zurück­zuführen, sondern auf begleitende Faktoren. Insbesondere die verminderte körperliche Aktivität aufgrund von Schmerzen und anhaltender Erschöpfung kann dazu beitragen, dass weniger Energie verbraucht wird. Auch bestimmte Medikamente können den Appetit steigern oder den Stoff­wechsel beeinflussen. Darüber hinaus kann die Erkrankung mit Stress und einer emotionalen Belastung einhergehen, was bei manchen Menschen zu verändertem Ess­verhalten, etwa emotionalem Essen, führen kann.

Tritt eine Gewichtszunahme bei Fibromyalgie auf oder besteht bereits Übergewicht, wird empfohlen, das Körpergewicht behutsam zu reduzieren, um Gelenke und Muskulatur zu entlasten, die Beweglichkeit zu verbessern und so die Lebensqualität zu steigern. Doch auch unabhängig vom Körpergewicht kann eine individuell angepasste Fibromyalgie Ernährung eine wichtige Rolle im Umgang mit den Symptomen spielen. Anders als bei entzündlichen Erkrankungen wie beispiels­weise Arthrose wirkt die Ernährung bei Fibromyalgie zwar nicht unmittel­bar auf krankhafte Veränderungen oder Entzündungs­prozesse, dennoch kann eine aus­gewogene, nährstoff­reiche Ernährung das allgemeine Wohl­befinden unterstützen. Viele Betroffene berichten, dass sich eine bewusste Ernährungs­weise positiv auf ihre Energie, ihr Körper­gefühl und teilweise auch auf die Schmerz­intensität auswirkt.

Ausgewogene Ernährung bei Fibromyalgie

Wissenschaftlich eindeutig gesicherte Empfehlungen zur Fibromyalgie-Ernährung gibt es derzeit nicht. Dennoch zeigen Erfahrungen aus der Praxis, dass bestimmte Ernährungsweisen das Wohlbefinden positiv beeinflussen können. Viele der empfohlenen Aspekte entsprechen den Grundsätzen einer allgemein gesunden und ausgewogenen Ernährung. Durch diese angepasste Ernährung sollen insbesondere der Körper bestmöglich unterstützt, Energie gefördert und Begleitbeschwerden reduziert werden. Wichtige Ziele der Fibromyalgie Ernährung sind somit:

Vitamin- und Nährstoffversorgung: Eine nährstoffreiche Ernährung unterstützt den Energiestoffwechsel und kann helfen, Erschöpfung und Kraftlosigkeit entgegenzuwirken.

Stabiler Blutzuckerspiegel: Regelmäßige, ausgewogene Mahlzeiten können Energietiefs reduzieren und die Leistungsfähigkeit im Alltag verbessern.

Darmgesundheit: Da Verdauungsbeschwerden bei Fibromyalgie häufiger auftreten, kann eine ballaststoffreiche und gut verträgliche Ernährung hilfreich sein.

Gewichtsentlastung: Ein normales Körpergewicht kann Gelenke und Muskulatur entlasten und die Beweglichkeit verbessern.

Individuelle Unverträglichkeiten: Das Erkennen und Reduzieren persönlicher Trigger-Lebensmittel kann dazu beitragen, Beschwerden zu lindern.

Buntes Obst und Gemüse
Buntes Obst und Gemüse

Ausgewogene Ernährung

Gut geeignete Lebens­mittel

Eine ausgewogene, frische und abwechslungsreiche Ernährung mit einem hohen Anteil an pflanzlichen Lebensmitteln kann den Körper bei Fibromyalgie optimal unterstützen.

  • Obst: Beeren, Kiwis, Äpfel oder Zitrusfrüchte liefern Vitamine und Mineralstoffe.
  • Gemüse: Brokkoli, Spinat und anderes buntes Gemüse versorgen den Körper mit wichtigen Mikronährstoffen.
  • Vollkornprodukte: Haferflocken, Vollkornbrot oder Naturreis liefern komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe.
  • Fisch: Lachs, Makrele oder Hering enthalten wertvolle Omega-3-Fettsäuren.
  • Nüsse und Samen: Walnüsse, Mandeln, Leinsamen oder Chiasamen liefern gesunde Fette, Magnesium und Eiweiß.
  • Eiweißreiche Lebensmittel: Geflügel, Hülsenfrüchte, Tofu, Naturjoghurt oder Skyr unterstützen Muskelerhalt und Sättigung.
Ungesunde Lebensmittel wie Burger und Süßigkeiten liegen nebeneinader auf einem Tisch
Ungesunde Lebensmittel wie Burger und Süßigkeiten liegen nebeneinader auf einem Tisch

Entzündungsfördernd

Verbotene Lebensmittel bei Fibromyalgie

Zwar gibt es bei Fibromyalgie keine strikt verbotenen Lebens­mittel. Dennoch zeigen Erfahrungen, dass bestimmte Produkte bei manchen Betroffenen Beschwerden verstärken oder das allgemeine Wohl­befinden beein­trächtigen können.

  • Stark zuckerhaltige Speisen: Süßigkeiten, Gebäck oder Schokolade können Blutzuckerschwankungen verstärken.
  • Weißmehlprodukte: Helles Toastbrot, Brötchen, Croissants oder herkömmliche Nudeln können den Blutzucker schnell ansteigen lassen.
  • Fertiggerichte: Oft stark verarbeitet und reich an Salz, Zucker und gesättigten Fetten, was sich ungünstig auf Energie und Gewicht auswirken kann.
  • Stark verarbeitete Fleischprodukte: Enthalten häufig viele Zusatzstoffe und ungünstige Fette.
  • Kaffee: Wird zwar häufig gegen erkrankungsbedingte Energietiefs getrunken, kann jedoch Unruhe, Nervosität und Schlafprobleme verstärken.
  • Alkohol: Kann die Schlafqualität beeinträchtigen und die Regeneration verschlechtern.

Grundsätzliche Tipps für die Fibromyalgie Ernährung

Bei der Fibromyalgie Ernährung steht grundsätzlich die individuelle Verträglichkeit im Vordergrund. Betroffene sollten beobachten, welche Lebensmittel ihnen guttun und welche Beschwerden möglicherweise verstärken. Ein bewusstes Ausprobieren und Anpassen der Ernährung kann dabei hilfreich sein. Bei einigen Menschen mit Fibromyalgie treten zudem Reizdarm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfungen auf. In solchen Fällen ist es besonders wichtig, auf eine darmfreundliche und gut verträgliche Ernährung zu achten. Unabhängig davon gibt es einige grundlegende Aspekte, die Betroffene im Blick behalten können. Denn nicht nur einzelne Lebensmittel sind entscheidend, sondern vor allem die Gesamtzusammensetzung der Ernährung.

Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren

Eine ausreichende Versorgung mit bestimmten Stoffen ist wichtig für den Energiestoffwechsel, die Muskel- und Nervenfunktion sowie das allgemeine Wohlbefinden. Auch bei Fibromyalgie kann eine ausgewogene Nährstoffzufuhr unterstützend wirken. Zu beachten sind unter anderem:

  • B-Vitamine: Spielen eine wichtige Rolle im Energiestoffwechsel und für die Funktion des Nervensystems.
  • Vitamin D: Spielt eine zentrale Rolle im Calciumstoffwechsel, für stabile Knochen und eine normale Muskel- und Immunfunktion.
  • Magnesium: Unterstützt die normale Muskel- und Nervenfunktion und wird häufig bei Muskelverspannungen thematisiert.
  • Eisen: Ein Eisenmangel kann Müdigkeit und Leistungsabfall verstärken, was bei bestehender Erschöpfung zusätzlich belastend sein kann.
  • Kalzium: Ist entscheidend für Knochenstabilität sowie für die Muskelkontraktion.
  • Zink: Ist an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt und unterstützt die normale Funktion des Immunsystems.
  • Tryptophan: Die Aminosäure ist an der Bildung von Serotonin und Melatonin beteiligt und wird daher im Zusammenhang mit Schlaf, Stimmung und Schmerzverarbeitung diskutiert.

Die medizinischen Leitlinien empfehlen jedoch keine pauschale Einnahme von Nahrungs­ergänzungs­mitteln bei Fibromyalgie. Die wissen­schaftliche Datenlage ist unzu­reichend, um einen Nutzen zu belegen. In der Regel ist es besser, alle benötigten Nährstoffe über die Nahrung aufzunehmen.

Medizinisch fundierte Ernährungsberatung

Änderungen der Ernährungsweise sollten idealerweise in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder einer qualifizierten Ernährungsberatung erfolgen. Gerade bei Fibromyalgie, die häufig mit Erschöpfung, Schlafstörungen oder Verdauungsbeschwerden einhergeht, ist eine individuell abgestimmte Beratung sinnvoll. Eine angepasste Ernährung kann dazu beitragen, die allgemeine Gesundheit zu fördern, Beschwerden besser zu berücksichtigen und die Lebensqualität langfristig zu verbessern. Ziel ist es, eine ausgewogene und alltagstaugliche Ernährungsweise zu entwickeln, die den Körper unterstützt und das persönliche Wohlbefinden stärkt.

Ganzheitliche Reha inklusive Ernährungsberatung

In den Wicker-Kliniken sind wir auf die Rehabilitation verschiedenster Erkrankungen spezialisiert, darunter auch Fibromyalgie. Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der unterschiedliche Therapiebausteine sinnvoll miteinander verbindet. Neben bewegungstherapeutischen Maßnahmen wie Physiotherapie und Ergotherapie berücksichtigen wir auch eine psychologische Unterstützung sowie eine individuell abgestimmte Ernährungsberatung. Dabei lernen Sie, wie eine auf Ihre Erkrankung und Bedürfnisse abgestimmte Ernährung im Alltag umgesetzt werden kann, welche Lebensmittel Ihnen guttun und wie Sie Ihre Energie gezielt unterstützen können. Ziel ist es, eine ausgewogene und alltagstaugliche Ernährungsweise zu entwickeln, die Ihr Wohlbefinden stärkt und Ihre Lebensqualität langfristig fördert.

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