Covid-19
Wenn Beschwerden nach einer Covid-19-Infektion nicht abklingen oder sich sogar verstärken, kann sich ein Post-Covid-Syndrom entwickeln, das eine Vielzahl unterschiedlicher Symptome umfassen kann.
Kliniken
Das Post-Covid-Syndrom (kurz: PCS) beschreibt anhaltende oder neu auftretende Beschwerden nach einer überstandenen Covid-19-Infektion. Die Infektionskrankheit, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöst wird hat seit der Pandemie weltweit Millionen Menschen betroffen. Während viele Betroffene die akute Infektion innerhalb weniger Wochen vollständig überstehen, entwickelt ein Teil von ihnen im Anschluss ein Beschwerdebild, das deutlich über die eigentliche Erkrankung hinausreicht.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Post-Covid-Syndrom im Oktober 2021 offiziell definiert. Post Covid liegt vor, wenn Symptome innerhalb von drei Monaten nach einer SARS-CoV-2-Infektion auftreten, mindestens zwei Monate andauern und sich auf den Alltag auswirken, ohne dass eine andere Erkrankung als Ursache infrage kommt. Oft wird Post Covid auch synonym mit Long Covid verwendet, die Begriffe bezeichnen aber streng genommen unterschiedliche Zeiträume. Als Long Covid gelten alle Symptome, die vier Wochen nach Erkrankungsbeginn noch bestehen oder neu auftreten. Post Covid beginnt im engeren Sinne erst ab der zwölften Woche nach Erkrankungsbeginn. Die Übergänge sind jedoch fließend, und eine einheitliche Verwendung der Begriffe hat sich bisher weder im klinischen Alltag noch in der öffentlichen Kommunikation vollständig durchgesetzt.

Entstehung
Trotz zahlreicher Studien sind die genauen Ursachen für das Post-Covid-Syndrom nicht abschließend geklärt. Es werden verschiedene Mechanismen diskutiert, die einzeln oder in Kombination eine Rolle spielen können:
Grundsätzlich kann Post Covid jeden treffen, unabhängig davon, wie schwer die akute Covid-19-Erkrankung verlaufen ist. Auch Menschen mit einem milden oder nahezu symptomlosen Verlauf können im Anschluss anhaltende Beschwerden entwickeln. Das Vorliegen bestimmter Faktoren kann das Risiko jedoch erhöhen. Dazu zählen unter anderem:
Diese Faktoren sind keine Garantie. Es gibt Betroffene ohne einen einzigen dieser Risikofaktoren, die dennoch ein Post-Covid-Syndrom entwickeln, und umgekehrt Menschen mit mehreren Risikofaktoren, die nach der Infektion vollständig genesen. In Deutschland sind nach aktuellen Schätzungen mehrere Hunderttausend bis über eine Million Menschen betroffen, ein erheblicher Anteil davon seit mehr als drei Jahren. Die genaue Zahl ist jedoch schwer zu erfassen, da das Krankheitsbild sehr vielfältig ist, nicht immer eindeutig diagnostiziert wird und nicht alle Betroffenen medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.
Symptomatik
Post Covid Symptome können nach einer scheinbaren Erholung erneut auftreten, über die akute Erkrankung hinaus anhalten oder mit der Zeit wiederkehren. Zudem können Art, Kombination und Intensität variieren.
Anhaltende oder wiederkehrende Kopfschmerzen, die in Intensität und Charakter variieren können, gehören zu den häufig berichteten Beschwerden bei Post-Covid.
Manche Betroffene verlieren bereits während der Infektion oder aber nach der akuten Krankheitsphase ihren Geruchs- oder Geschmackssinn teilweise oder vollständig.
Viele Post-Covid-Betroffene leiden unter diffusen Schmerzen in verschiedenen Muskelgruppen, die ohne erkennbare körperliche Ursache auftreten und den Alltag erheblich einschränken können.
Ein anhaltendes Gefühl der Unsicherheit oder Benommenheit sind Post Covid Symptome, die die Alltagsbewältigung und körperliche Belastbarkeit spürbar beeinträchtigen können.
Neben den häufigen neurologischen und psychiatrischen Symptomen können weitere Beschwerden auftreten, die das Krankheitsbild prägen. Dazu gehören unter anderem körperliche Symptome wie Kurzatmigkeit, Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Hautveränderungen. Darüber hinaus berichten viele Betroffene von Schlafstörungen, Ängsten oder depressiven Verstimmungen. Diese können sowohl als direktes Symptom des Post-Covid-Syndroms auftreten als auch als psychische Folgereaktion auf die anhaltende Erkrankung und die damit verbundenen Einschränkungen im Alltag und Berufsleben.
Behandlungsmöglichkeiten
Da medikamentöse Behandlungsansätze bei Long Covid bzw. Post Covid bislang kaum wirksam sind, stehen insbesondere rehabilitative Verfahren im Mittelpunkt der Therapie.
Die Erwartungshaltung der Betroffenen spielt dabei eine wichtige Rolle. Studien zeigen, dass eine positive und realistische Einstellung zur Therapie den Genesungsprozess messbar beeinflussen kann.
Rehabilitation
Eine gezielte Rehabilitation ist für viele Betroffene der entscheidende Schritt auf dem Weg zurück in den Alltag. Bei Wicker sind wir auf die Post-Covid-Reha spezialisiert. In der Hardtwaldklinik I in Bad Zwesten behandeln wir im Bereich der Neurorehabilitation Betroffene mit einem ganzheitlichen, interdisziplinären Ansatz, der körperliche, psychische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.
Auf Basis einer individuellen Diagnostik entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen einen persönlichen Behandlungsplan. Der Fokus liegt dabei auf der Wiedererlangung Ihres körperlichen und geistigen Gesundheitszustandes vor der COVID-19-Infektion.
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