Endometriumkarzinom

Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs bezeichnet eine bösartige Erkrankung des Uterus, die in unter­schiedlichen Bereichen entstehen kann. In den meisten Fällen entsteht der Krebs in der Gebär­mutter­schleimhaut.

Onkologie und HämatologieGebaermutterkrebs

Was ist Gebärmutterkrebs?

Gebärmutterkrebs ist eine bösartige, onkologische Erkrankung der Gebärmutter. Am häufigsten tritt der sogenannte Gebärmutter­körperkrebs (Endometrium­karzinom) auf, seltener der Gebärmutter­hals­krebs (Zervixkarzinom). Der Unterschied zwischen beiden Formen liegt darin, in welchem Bereich der Gebär­mutter der Tumor entsteht.

Beim Endometrium­karzinom ist die Gebärmutter­schleim­haut betroffen. Diese Form von Gebärmutter­krebs tritt überwiegend bei älteren Frauen auf, kann jedoch auch jüngere Frauen betreffen. Der Krebs entsteht, wenn sich Zellen der Gebärmutter­schleim­haut unkontrolliert vermehren. Meist entwickelt sich der Tumor im oberen Bereich der Gebärmutter. Je nach Verlauf kann er entweder in Richtung des Gebärmutter­inneren wachsen oder sich zunehmend in die Muskel­wand der Gebär­mutter ausbreiten. Diese unter­schiedlichen Wachstums­weisen sind vor allem für die weitere Diagnostik und die Wahl der geeigneten Behandlung des Gebärmutter­krebses von Bedeutung.

Ärztin erklärt einer Patientin die Gebärmutter anhand eines anatomischen Modells
Ärztin erklärt einer Patientin die Gebärmutter anhand eines anatomischen Modells

Erkrankungsrisiko

Risikofaktoren für Gebärmutterkrebs

Nicht immer ist die direkte Ursache für den Gebärmutterkrebs klar, es sind jedoch einige Risikofaktoren bekannt, die das Erkrankungsrisiko erhöhen können:

  • Adipositas bzw. starkes Übergewicht
  • Erkrankung an Diabetes mellitus
  • Sehr früher Beginn der ersten Regelblutung
  • Später Eintritt der Wechseljahre
  • Keine oder wenige, voll ausgetragene Schwangerschaften
  • Hormonstörungen bzw. längere Hormonbehandlungen
  • Frühere Bestrahlungen im Beckenbereich

Tumortypen des Endometriumkarzinoms

Je nach Entstehung und Verlauf werden beim Gebärmutterkörperkrebs zwei unterschiedliche Tumortypen unterschieden. Das Typ-I-Karzinom ist die häufigere Form und macht etwa 80 Prozent aller Erkrankungen aus. Es steht in Zusammen­hang mit dem weiblichen Hormon Östrogen und tritt vor allem bei Frauen kurz nach den Wechsel­jahren im Alter von etwa 55 bis 65 Jahren auf. Dieser Tumor wächst meist langsamer, gilt als weniger aggressiv und kann in vielen Fällen gut behandelt werden, da er häufig bereits in einem frühen Stadium oder sogar in einer Vorstufe erkannt wird. Das Typ-II-Karzinom ist hingegen deutlich seltener und östrogen­unabhängig. Es betrifft über­wiegend Frauen im Alter von 65 bis 75 Jahren. Dieses Endometrium­karzinom wächst meist schneller, verhält sich aggressiver und ist daher schwieriger zu behandeln als die hormon­abhängige Form.

Gebärmutterkrebs Symptome

Anzeichen für Gebärmutterkrebs

Die Symptome von Gebärmutterkrebs hängen von der Größe und der Lage des Tumors ab. In einigen Fällen verursacht die Erkrankung zunächst keine Beschwerden und wird zufällig entdeckt. Bei vielen Frauen treten jedoch ungewöhnliche Blutungen auf, die immer ärztlich abgeklärt werden sollten.

Icon Bluttropfen

Ungewöhnliche Blutungen

Dazu zählen sehr starke oder lang anhaltende Regelblutungen, unregel­mäßige Blutungen zwischen den Monats­blutungen sowie Blutungen nach den Wechsel­jahren. Auch ein eitriger oder unangenehm riechender Ausfluss kann ein Symptom sein.

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Unterleibsschmerzen

Anhaltende oder zunehmend stärker werdende Schmerzen im Unterbauch oder im Bereich des kleinen Beckens können auf Veränderungen in der Gebär­mutter hinweisen. Die Beschwerden treten häufig unabhängig vom Menstruations­zyklus auf.

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Weitere Beschwerden

Wenn der Tumor auf benachbarte Organe drückt, kann es zu Beschwerden beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang kommen. Dazu zählen Schmerzen, ein vermehrter Harndrang oder Schwierigkeiten beim Entleeren der Blase oder des Darms.

Krankheitsverlauf und Stadien von Gebärmutterkrebs

Gebärmutterkrebs verursacht nicht immer sofort Beschwerden. In einigen Fällen bleibt die Erkrankung zunächst unbemerkt und wird zufällig entdeckt. Häufig machen jedoch unge­wöhnliche Blutungen frühzeitig auf die Erkrankung aufmerksam. Wie gut die Heilungs­chancen sind, hängt vor allem davon ab, wie weit sich der Krebs bereits aus­gebreitet hat und wie aggressiv der Tumor ist. Um den Krankheits­verlauf besser einschätzen und die passende Behandlung planen zu können, wird Gebärmutter­krebs in verschiedene Stadien eingeteilt. Diese Einteilung zeigt, ob der Krebs auf die Gebärmutter begrenzt ist oder sich bereits weiter im Körper ausgebreitet hat.

  • Stadium 1: Nur der Gebärmutterkörper ist vom Krebs befallen.
  • Stadium 2: Der Tumor hat sich zusätzlich auf den Gebärmutterhals ausgebreitet.
  • Stadium 3: Die Erkrankung betrifft auch umliegendes Gewebe, die Scheide oder nahegelegene Lymphknoten.
  • Stadium 4: Der Gebärmutterkrebs hat andere Organe wie Blase oder Darm erreicht oder es haben sich Tochtergeschwülste in weiter entfernten Körperregionen gebildet.
Zwei Frauen stehen sich gegenüber und halten unterstützend ihre Hände

Gebärmutterkrebs Behandlung

Behandlung und Therapie

Wie das Endometrium­karzinom behandelt wird, richtet sich nach der Art des Tumors und dem Stadium. Bei Gebärmutterkrebs kann sich die Lebenserwartung ohne Behandlung deutlich verkürzen, da sich die Erkrankung weiter ausbreiten und lebenswichtige Organe beeinträchtigen kann. Eine frühzeitige und individuell angepasste Therapie verbessert die Heilungschancen jedoch erheblich. Dabei stehen in der Regel zwei Therapieansätze zur Verfügung:

  • Operative Entfernung der Gebärmutter: Sie ist der Standard und wird in den meisten Fällen angewendet.
  • Strahlentherapie: Wenn eine Operation aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, kann eine Strahlentherapie als primäre Behandlungsform eingesetzt werden.
Physiotherapeutin zeigt eine Übung auf einem Gymnastikball

Reha Klinik

Reha nach Gebärmutterkrebs

In den Wicker-Kliniken begleiten wir Patientinnen nach der Behandlung von Gebärmutterkrebs auf ihrem Weg zurück in ein möglichst selbst­bestimmtes Leben. Ziel dieser onko­logischen Reha­bilitation ist es, körperliche Beschwerden zu reduzieren, seelische Belastungen zu verarbeiten und die allgemeine Leistungs­fähigkeit schrittweise wieder aufzubauen.

Die Therapien werden dabei speziell auf die Bedürfnisse von Frauen nach einer Gebär­mutter­krebs­erkrankung abgestimmt. Ein erfahrenes, inter­disziplinäres Team erstellt individuelle Therapie­pläne, die einen ganz­heit­lichen Ansatz und moderne Reha­bilitations­konzepte berück­sichtigen – für eine bestmögliche Unter­stützung auf dem Weg in ein Leben nach dem Krebs.

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