Pankreaskarzinom

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Das Pankreas­karzinom ist eine meist aggressiv verlaufende Krebs­erkrankung der Bauch­speichel­drüse. Häufig wird die Erkrankung erst spät erkannt, da die Symptome zu Beginn oft unspezifisch sind und nicht eindeutig zugeordnet werden.

Onkologie und HämatologieBauchspeicheldruesenkrebs

Was ist Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Bauchspeicheldrüsenkrebs (medizinisch als Pankreaskarzinom bezeichnet) ist eine bösartige Tumor­erkrankung, die sich in der Bauch­speichel­drüse entwickelt. Diese liegt im Ober­bauch hinter dem Magen und spielt eine wichtige Rolle bei der Verdauung sowie bei der Regulation des Blut­zucker­spiegels. Verändern sich Zellen der Bauch­speichel­drüse und beginnen sich ungebremst zu vermehren, kann sich ein Tumor bilden, der gesundes Gewebe verdrängt. Das Pankreas­karzinom tritt zwar eher selten auf (etwa 20.000 Neuer­krankungen in Deutschland pro Jahr), gilt aber als besonders aggressiv, da es häufig schnell wächst und früh Metastasen bilden kann. Zudemm wird Bauch­speichel­drüsen­krebs häufig erst in einem späten Stadium erkannt, da anfangs oft nur unspezifische Symptome auftreten.

Krebspatientin im Gespräch mit einer Ärztin
Krebspatientin im Gespräch mit einer Ärztin

Stadien

Krankheitsverlauf

Nur ein kleinerer Teil der Pankreaskarzinome wird in einem frühen, noch gut operablen Stadium diagnos­tiziert. Häufig wird der Krebs aufgrund der nicht eindeutigen Symptome erst in einem fort­geschrittenen Stadium erkannt. Zudem liegt die Bauch­speichel­drüse tief im Bauchraum, sodass ein Tumor lange unbemerkt wachsen kann. Je nachdem wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat, wird der Bauch­speichel­drüsen­krebs in verschiedene Stadien eingeteilt eingeteilt (gemäß TNM-System):

  • Stadium I: Der Tumor ist auf die Bauch­speichel­drüse begrenzt.
  • Stadium II: Der Tumor ist bereits größer oder hat nahegelegene Lymph­knoten befallen, aber noch keine Fernmetastasen gebildet.
  • Stadium III: Der Tumor ist lokal fort­geschritten und wächst in wichtige Blutgefäße oder umliegende Strukturen ein.
  • Stadium IV: Es haben sich Fern­metastasen gebildet, meist in Leber, Lunge oder Bauchfell.

Risikofaktoren für Bauchspeicheldrüsenkrebs

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Bauch­speichel­drüsen­krebs sind bislang nicht eindeutig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die das Risiko erhöhen können, an einem Pankreas­karzinom zu erkranken. Dazu gehören sowohl nicht beeinflussbare als auch beein­fluss­bare Faktoren, insbesondere der individuelle Lebensstil.

Demographische Faktoren

Ein wesentlicher Risikofaktor ist das Alter. Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko, an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle, Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen.

Genetische Faktoren

Ebenfalls spielt die genetische Veranlagung eine Rolle. Wenn Verwandte ersten Grades, also Eltern, Geschwister oder Kinder, bereits erkrankt sind, besteht ein erhöhtes Risiko, ebenfalls an Bauchspeicheldrüsenkrebs zu erkranken.

Grunderkrankungen

Bestimmte Vorerkrankungen gelten ebenfalls als Risikofaktor für Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dazu gehört vor allem Diabetes mellitus, insbesondere wenn die Zuckerkrankheit erstmals im höheren Lebensalter auftritt. Auch eine chronische Entzündung der Bauchspeicheldrüse kann das Risiko erhöhen, da es über Jahre hinweg zu anhaltenden Gewebeschäden kommt und so die Entstehung von Krebs begünstigt werden kann.

Lebensstil

Darüber hinaus können beeinflussbare Faktoren eine Rolle spielen. Vor allem Tabakkonsum gilt als bedeutender Risikofaktor. Auch ein übermäßiger Alkoholkonsum kann das Risiko steigern. Ein bewusster Lebensstil mit dem Verzicht auf Tabak und einem maßvollen Umgang mit Alkohol kann daher zur Risikoreduktion beitragen. Zudem wird eine regelmäßige körperliche Aktivität empfohlen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs Symptome

Mögliche Anzeichen von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Im frühen Erkrankungsstadium verursacht Bauch­speichel­drüsen­krebs häufig keine Beschwerden oder zeigt sich lediglich durch allgemeine, unspezifische Symptome. Dennoch gibt es bestimmte Anzeichen, die auf Bauch­speichel­drüsen­krebs hindeuten können und ärztlich abgeklärt werden sollten.

Icon Oberkörper

Schmerzen

Bauch­speichel­drüsen­krebs kann Schmerzen im Ober­bauch oder Rücken verusachen. Insbesondere in späteren Stadien, wenn der Tumor benach­barte Organe verdrängt oder in sie hinein­wächst. Zudem können Wasser­ansammlungen im Bauch­raum entstehen.

Icon Darm

Verdauungsbeschwerden

Auch Übelkeit, Appetit­mangel und ein damit einher­gehender unbeab­sichtigter Gewichts­verlust zählen zu den möglichen Symptomen von Bauch­speichel­drüsen­krebs. Zudem können Fett­stühle auftreten, die meist heller als gewohnt sind und schmierig oder glänzend wirken.

Icon Blitz

Störungen

Auch Störungen der Insulinproduktion können auftreten und zur Entwicklung von Diabetes mellitus führen. Darüber hinaus sind Veränderungen der Blut­gerinnung möglich, wodurch sich Blut­gerinnsel in den Gefäßen bilden können.

null

Gelbsucht

Eine Gelbsucht kann insbesondere bei Tumoren im Pankreas­kopf auftreten. Durch die Einengung des Gallen­gangs kann es zu einer Gelb­färbung von Haut und Augen kommen, oft begleitet von dunklem Urin und hellem Stuhl.

Von den Anzeichen zur Diagnose

Wenn einzelne oder mehrere der genannten Symptome ohne erkennbare Ursache auftreten oder über einen längeren Zeit­raum, etwa zwei bis vier Wochen, anhalten, sollten sie ärztlich abgeklärt werden. Zunächst erfolgt in der Regel ein ausführliches Gespräch zur Kranken­geschichte sowie eine körperliche Unter­suchung mit Abtasten des Bauch­raums. Besteht ein Verdacht auf eine Erkrankung der Bauch­speichel­drüse, kommen bild­gebende Verfahren sowie ergänzende Unter­suchungen zum Einsatz, um die Diagnose zu sichern und das Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen. Der Zeitpunkt der Diagnose ist ent­scheidend für die Therapie­planung und die Prognose. Grund­sätzlich gilt, je früher Bauch­speichel­drüsen­krebs erkannt wird, desto besser sind die Behandlungs­möglich­keiten.

Angehörige hält die Hände einer an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankten Person

Therapien

Behandlungsmöglichkeiten

Die Möglichkeiten der Bauchspeicheldrüsenkrebs-Behandlung richten sich nach dem Fortschreiten der Erkrankung sowie nach der individuellen Situation des Patienten.

  • Operation: In frühen Stadien kann der Tumor manchmal operativ entfernt werden.
  • Chemo- und Strahlenterapie: Meist in Kombination, entweder ergänzend zur Operation oder wenn eine Operation nicht möglich ist.
  • Palliative behandlung: Bei fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs.
  • Rehabiliation: Unterstützende Maßnahmen nach Abschluss der Akuttherapie.
Patientin und Therapeutin bei der Physiotherapie

Reha Klinik

Onkologische Rehabilitation

In unseren Reha Kliniken für Bauch­speichel­drüsen­krebs unterstützen wir Sie nach der OP, der Erkrankung oder der Akut­therapie bei der schritt­weisen Rück­kehr in den Alltag. Ziel der onko­logischen Reha ist es, typische Folgen der Krebs­­erkankung und der Behandlung zu lindern.

Unser inter­­disziplinäres Behandlungs­­team begleitet Sie dabei individuell und ganz­heitlich. Dazu gehören verschiedene Therapie­angebote von bewegungs­­therapeutischen Maß­­nahmen über kreative Verfahren bis hin zu einer psycho­­onkologischen Begleitung. Damit Sie nach der Erkrankung Schritt für Schritt zu mehr Stabilität, Belastbarkeit und Lebens­qualität zurück­finden können.

Kontakt

Kontaktieren Sie uns gerne

Benötigen Sie weitere Informationen zu unserer onko­logischen Reha­bilitation bei Bauch­speichel­drüsen­krebs? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung, um Ihre Fragen zu beantworten.

FAQ

Unsere Antworten
auf Ihre Fragen

Die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. Sollten Sie weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Kontakt