ADHS

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung

ADHS (Aufmerksamkeits­defizit-Hyper­aktivitäts­störung) ist eine angeborene neuro­biologische Entwicklungs­störung, die sich in Unaufmerksam­keit, Hyper­aktivität und Impulsivität äußert.

Was ist ADHS?

ADHS ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung. Dabei handelt es sich um eine neurobiologische Entwicklungsstörung, also eine Störung, die auf einer veränderten Entwicklung und Funktionsweise des Gehirns beruht. In den meisten Fällen ist ADHS angeboren und genetisch bedingt. Meist wird ADHS bereits im Kindesalter diagnostiziert, manche Menschen erhalten ihre Diagnose aber auch erst im Erwachsenenalter. Heilen lässt sich ADHS nicht, gut behandeln aber schon. Mit der passenden Unterstützung, etwa durch Psychotherapie, gezielte Beratung oder Medikamente, lassen sich die Symptome oft deutlich lindern und der Alltag besser bewältigen.

Kleiner Junge singt beim Malen
Kleiner Junge singt beim Malen

Erscheinungsbilder

Der Unterschied zwischen ADHS und ADS

ADS steht für Aufmerk­sam­keits­defizit­syndrom bzw. Aufmerk­sam­keits­defizit­störung und wird oft fälschlicher­weise als eigen­ständiges Krankheits­bild neben ADHS wahrgenommen. Tatsächlich ist ADS keine eigene Diagnose mehr, sondern eine umgangs­sprachliche Bezeichnung für eine bestimmte Ausprägung von ADHS. Stattdessen wird nach DSM-5 zwischen drei Erscheinungs­formen von ADHS unterschieden:

  • dem gemischten Typ, bei dem sowohl Unaufmerksamkeit als auch Hyperaktivität und Impulsivität auftreten
  • dem vorwiegend unaufmerksamen Typ bei dem Konzentrationsschwierigkeiten im Vordergrund stehen und äußerlich sichtbare Hyperaktivität fehlt oder kaum auffällt (häufig als ADS bezeichnet)
  • dem vorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typ, bei dem Bewegungsdrang und Impulsivität im Vordergrund stehen, die Aufmerksamkeit aber weniger beeinträchtigt ist

ADHS bei Kindern und Erwachsenen

ADHS beginnt immer in der Kindheit und ist die häufigste psychiatrische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Aktuellen Prävalenzschätzungen zufolge sind in Deutschland etwa 5 Prozent der Kinder und Jugendlichen zwischen 3 und 17 Jahren betroffen. Dabei zeigen sich auch Unterschiede bei den Geschlechtern: Jungen erhalten die Diagnose ADHS etwa viermal so oft als Mädchen.

Es kann jedoch sein, dass die Diagnose ADHS erst Jahre später im Erwachsenen­alter gestellt wird. Entweder waren die Symptome schon vorher da, wurden aber über­sehen oder durch gute Strategien, ein stabiles Umfeld oder einen bislang wenig fordernden Alltag lange kompensiert, bis sie zum Beispiel durch Studium, einen neuen Job oder Eltern­schaft sichtbar wurden. Oder es steckt eine andere Erkrankung dahinter, die ADHS-ähnliche Symptome verursacht. Genau deshalb ist bei einer erstmaligen Symptomatik im höheren Alter eine besonders sorgfältige Abklärung sowie Differenzial­diagnostik wichtig.

Unabhängig vom Alter sind für die ADHS-Diagnose mehrere Schritte notwendig. Der Symptombeginn muss vor dem 12. Lebensjahr liegen, auch wenn die Diagnose selbst erst später gestellt wird. Dafür werden sowohl die eigenen Angaben der Betroffenen als auch Berichte von Vertrauenspersonen wie Eltern, Erziehern oder Lehrkräften herangezogen, ergänzt durch Interviews sowie klinische, psychiatrische und psychologische Untersuchungen. Zudem müssen die Symptome über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten bestehen, sich in mehreren Lebensbereichen zeigen, etwa zu Hause, im Kindergarten oder in der Schule, und zu einer deutlichen Beeinträchtigung führen.

ADHS Symptome

Die Hauptsymptome von ADHS

ADHS zeigt sich vor allem durch drei Kernsymptome, die bei jedem Betroffenen unterschiedlich stark ausgeprägt sein können. Bei Erwachsenen treten diese Symptome oft anders in Erscheinung als bei Kindern.

Unterstützung finden
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Unaufmerksamkeit

Zeigt sich zum Beispiel durch Probleme, die Aufmerk­samkeit aufrecht­zuerhalten, häufige Sorgfalts­fehler, Schwierig­keiten beim Folgen von Erklärungen und bei der Organisation von Aufgaben, das Verlieren von Gegen­ständen, Ablenkung durch äußere Reize sowie Vergesslich­keit im Alltag.

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Überaktivität

Äußert sich beispielsweise durch übermäßige motorische Aktivitä wie häufiges Fuchteln mit Händen und Füßen, Herumrutschen auf dem Stuhl, Herumlaufen oder Klettern, ein starkes Unruhegefühl sowie Lautstärke bei eigentlich ruhigen Aktivitäten.

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Impulsivität

Impulsives Verhalten kann sich zum Beispiel durch Herausplatzen mit der Antwort, bevor die Frage beendet ist, Schwierigkeiten beim Abwarten, bis sie an der Reihe sind, häufiges Unterbrechen oder Stören anderer sowie exzessives Reden zeigen.

Mögliche Begleiterscheinungen

Neben den drei Hauptsymptomen können bei ADHS weitere Begleiterscheinungen auftreten. Bei Kindern zeigen sich manchmal zusätzliche Auffälligkeiten wie eine erhöhte Aggressivität, Tic-Störungen, Sprach- und Sprechstörungen, Lernstörungen wie eine Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Einnässen und Einkoten. Mit zunehmendem Alter steigt zudem das Risiko für weitere psychische Erkrankungen, viele Betroffene entwickeln im Laufe des Erwachsenwerdens zusätzlich eine Depression, Ängste oder ein Suchtverhalten.

All das kann die Behandlung beeinflussen, insbesondere wenn mehrere Krankheitsbilder gleichzeitig vorliegen. Liegt neben der ADHS zum Beispiel eine ausgeprägte Depression vor, muss der Behandlungsplan beide Erkrankungen berücksichtigen und aufeinander abstimmen.

ADHS Patientin im Gespräch mit einer Psychologin

ADHS Behandlung

Behandlungsmöglichkeiten

Ob und wie ADHS behandelt werden sollte, hängt davon ab, wie stark die Symptome ausgeprägt sind, wie sehr sie den Alltag beein­trächtigen und ob eine weitere Erkrankung vorliegt. Bewährt hat sich ein multi­modales Therapie­konzept, bei dem verschiedene Bau­steine individuell mit­einander kombiniert werden. Im Fokus stehen meist zwei Formen:

  • Medikamentöse Therapie: Kann zur Unter­stützung von Konzentration, Impuls­kontrolle und innerer Ruhe eingesetzt werden. Die Ent­scheidung sollte immer individuell und ärztlich begleitet getroffen werden.
  • Psychotherapie: Verschiedene Therapie­formen, die zur Unter­stützung von Verhaltens­steuerung, Organisation und Emotions­regulation beitragen können.

Je nachdem, ob ADHS bei einem Kind oder einem Erwachsenen vorliegt, können ergänzend schulische Unterstützung, feste Alltags­strukturen sowie Bewegung und Sport helfen, die Symptome besser zu bewältigen. Bei einer besonders ausgeprägten ADHS kann in manchen Fällen auch eine stationäre oder teilstationäre Behandlung sinnvoll sein.

Patientin macht eine Übung in der Bewegungstherapie

Klinik für ADHS

Multimodale Therapie in den Wicker-Kliniken

In unserer Hardtwaldklinik II in Bad Zwesten behandeln wir ADHS im Erwachsenenalter, ebenso wie weitere psychische Erkrankungen. Die Behandlung erfolgt in der Krankenhausabteilung für psychosomatische und psychotherapeutische Behandlung und erfordert eine ärztliche Krankenhauseinweisung. Zu unserem multimodalen Therapieangebot gehören unter anderem:

  • Psychotherapie (tiefenpsychologisch fundiert mit verhaltenstherapeutischen, systemischen und traumatherapeutischen Elementen)
  • Konzentrative Bewegungstherapie & Physiotherapie
  • Gestaltungstherapie
  • Entspannungsverfahren
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Möchten Sie mehr über die Behandlungsmöglichkeiten in unseren Kliniken erfahren, kontaktieren Sie uns gerne. Wir freuen uns, Ihnen weiterhelfen zu können.

FAQ

Fragen & Antworten
zu ADHS

ADHS ist komplex und kann viele Fragen aufwerfen. Sollten Sie hier nicht die passende Antwort gefunden haben, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

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