Tumore der Niere

Nierenkrebs

Tumore der Niere sind eine ernsthafte Erkrankung, die in vielen Fällen zufällig entdeckt wird, jedoch immer ärztlich abgeklärt und behandelt werden sollte.

Was ist Nierenkrebs?

Nierenkrebs bezeichnet bösartige Tumoren der Niere. Etwa 90 % sind sogenannte Nieren­zell­karzinome, die aus Zellen der Nieren­kanälchen entstehen. Grund­sätzlich kann Nieren­krebs in beiden Nieren auftreten, ein gleich­zeitiger Befall beider Seiten ist jedoch selten. Die Nieren filtern das Blut, regulieren den Wasser- und Salz­haushalt, scheiden Abfall­stoffe über den Urin aus und bilden Hormone, die unter anderem den Blut­druck und die Blut­bildung beeinflussen. Verändern sich einzelne Nieren­zellen krankhaft und vermehren sich unkontrolliert, kann ein Tumor entstehen, der nach und nach gesundes Nieren­gewebe verdrängt und die normale Funktion der Niere beein­trächtigt. In fort­geschrittenen Stadien kann sich der Krebs zudem über Blut- oder Lymph­bahnen im Körper ausbreiten. Zu Beginn verursacht Nieren­krebs häufig keine oder nur unspezifische Symptome, die leicht anderen Ursachen zugeschrieben werden können. Gerade deshalb ist eine früh­zeitige Erkennung entscheidend, da sie die Behandlungs- und Heilungs­chancen deutlich verbessert.

Ärztin untersuch per Ultraschall die Nieren eines Patienten
Ärztin untersuch per Ultraschall die Nieren eines Patienten

Risikofaktoren

Ursachen für Nierenkrebs

Die Ursachen für die Entstehung von Nieren­krebs sind nicht vollständig geklärt. Am häufigsten tritt die Erkrankung zwischen dem 45. und 75. Lebens­jahr auf, wobei Männer etwa doppelt so häufig betroffen sind wie Frauen. Unab­hängig davon sind jedoch bestimmte Fakoren bekannt, die das Risiko, an Nieren­krebs zu erkranken, erhöhen können. Dazu zählen insbesondere:

  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Bluthochdruck

Eine sichere Vorbeugung gegen Nieren­krebs ist nicht möglich. Allerdings lässt sich das Erkrankungs­risiko senken, indem bekannte Risiko­faktoren reduziert werden. Auch regel­mäßige ärztliche Unter­suchungen können helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Diagnose von Nierenkrebs

Eine gezielte Früherkennung für Nieren­krebs gibt es derzeit nicht. Da das Nieren­zell­karzinom in frühen Stadien oft keine oder nur sehr unspezifische Beschwerden verursacht, bleibt die Erkrankung häufig über längere Zeit unent­deckt. In vielen Fällen wird Nieren­krebs daher zufällig diagnostiziert, etwa im Rahmen einer Ultra­schall­unter­suchung des Bauch­raums, die aus anderen medizinischen Gründen durchgeführt wird. Auch andere bild­gebende Verfahren können im Verlauf Hin­weise auf eine Veränderung der Niere liefern. Mit zunehmender Größe oder Aus­breitung des Tumors können jedoch erste Symptome auf­treten, die eine weitere Abklärung erforder­lich machen. In solchen Fällen ist eine gezielte medizinische Diagnostik wichtig, um eine mögliche Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Nierenkrebs Symptome

So kann sich Nierenkrebs äußern

Zu Beginn verursacht Nieren­krebs häufig keine Beschwerden oder nur unspe­zifische Symptome, die auch auf andere Ursachen zurück­zuführen sein können. Treten jedoch anhaltende oder unge­wöhnliche Veränderungen auf, sollte stets eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Icon Tropfen

Verfärbter Urin

Zu den auffälligsten Nieren­krebs Symptomen gehört eine rötliche bis bräunliche Verfärbung des Urins oder plötzlich auf­tretendes, meist schmerz­loses Blut im Urin. Dieses Anzeichen sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

Icon Blitz

Schmerzen

Bei Nierenkrebs können Schmerzen in der Flanken- oder Nieren­gegend auftreten und in den Rücken ausstrahlen. In fort­geschrittenen Stadien sind auch Knochen­schmerzen oder eine erhöhte Instabilität möglich.

Icon müdes Auge

Allgemeine Symptome

Allgemeines Unwohlsein, ungewollter Gewichts­verlust, Appetit­losigkeit, Fieber, Blut­armut sowie Müdig­keit und Leistungs­abfall. Zusätzlich sind indirekte Beschwerden wie Veränderungen des Blut­drucks möglich.

Verlauf und Prognose von Nierenkrebs

Da die Symptome von Nieren­krebs in vielen Fällen erst in fort­geschritteneren Stadien auf­treten, wird die Erkrankung häufig erst spät erkannt. Eine späte Diagnose kann sich ungünstig auf den weiteren Krankheits­verlauf auswirken. Entscheidend für die Prognose sind vor allem der Zeit­punkt der Ent­deckung, die Größe des Tumors und ob sich der Krebs bereits über die Niere hinaus ausgebreitet hat.

Wie schnell Nieren­krebs wächst oder streut, ist von Mensch zu Mensch unter­schiedlich. Manche Tumore entwickeln sich langsam über Jahre, andere können sich schneller über Blut- oder Lymph­bahnen ausbreiten, zum Beispiel in Lunge, Knochen oder Leber. Wird der Krebs jedoch frühzeitig erkannt und ist auf die Niere begrenzt, sind die Heilungs­chancen in der Regel gut. Aber auch bei fort­geschrittenem Nieren­krebs haben sich dank moderner Therapie­konzepte die Behandlungs- und Prognose­möglichkeiten deutlich verbessert.

Angehörige hält die Hand einer Krebspatientin im Krankenhausbett

Nierenkrebs Behandlung

Behandlungsmöglichkeiten

Bei Nierenkrebs ist die Lebenserwartung ohne Behandlung deutlich eingeschränkt, da die Erkrankung weiter fortschreitet und sich auf andere Organe ausbreiten kann. Um den Krankheitsverlauf zu stoppen oder zu verlangsamen und Beschwerden zu lindern, stehen je nach Stadium und individueller Situation verschiedene Therapieformen zur Verfügung:

  • Operation: Entfernung des Tumors oder der gesamten Niere
  • Embolisation: Unterbrechung der Blutversorgung des Tumors zur Beschwerdelinderung
  • Strahlentherapie: Vor allem zur Linderung von Beschwerden bei Metastasen
  • Immuntherapie: Aktiviert das Immunsystem zur Bekämpfung der Krebszellen

Eine Chemotherapie wird beim Nierenzellkarzinom meist nicht eingesetzt, da sie nur eine geringe Wirksamkeit zeigt.

Drei Personen machen Bodenübungen bei der Bewegungstherapie in der onkologischen Reha

Onkologische Rehabilitation

Reha nach Nierenkrebs

In unseren Reha-Kliniken unter­stützen wir Sie nach einer Nieren­krebs­erkrankung mit einem ganz­heitlichen Therapie­konzept auf dem Weg zurück in den Alltag. Ziel der onko­logischen Reha ist es, die Folgen der Erkrankung sowie der Behandlung zu lindern und die Lebens­qualität nachhaltig zu verbessern.

Unser inter­disziplinäres Behandlungs­team stellt dafür ein individuell abgestimmtes Reha­bilitations­programm zusammen. Dieses umfasst bewegungs­therapeutische Maßnahmen zum Aufbau von Kraft und Ausdauer, eine gezielte Ernährungs­beratung zur Unter­stützung der Genesung sowie psycho­onkologische Angebote zur Stabilisierung der seelischen Gesund­heit und zur Förderung der Krankheits­bewältigung.

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