Analkarzinom
Beim Analkarzinom bildet sich ein bösartiger Tumor im Bereich des Afters. Als häufigste Ursache gilt eine Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Wer mögliche Warnzeichen frühzeitig abklären lässt, hat bessere Heilungschancen.
Analkrebs, medizinisch als Analkarzinom bezeichnet, beschreibt einen bösartigen Tumor, der im Analkanal oder an der äußeren Haut-Schleimhaut-Grenze des Afters entsteht. Zwar zählt Analkrebs zu den selteneren Krebserkrankungen, die Zahl der Neuerkrankungen steigt jedoch seit Jahren an. Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten (RKI) erkrankten zuletzt rund 2.600 Menschen in Deutschland neu an Analkrebs, wovon rund zwei Drittel Frauen waren. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 65 Jahren. Im Vergleich zu anderen Krebsarten wächst das Analkarzinom in vielen Fällen eher langsam. Das ermöglicht häufig eine relativ gute Prognose, insbesondere wenn die Erkrankung früh erkannt wird. Dafür sind das Wahrnehmen erster Beschwerden, die ärztliche Abklärung und eine sorgfältige Diagnostik entscheidend.

Entstehung
In etwa 80 bis 90 Prozent der Fälle entwickelt sich das Analkarzinom nach einer Infektion mit humanen Papillomviren (HPV). Diese gelten daher als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Analkrebs, insbesondere die Hochrisikotypen 16 und 18. Da die Ansteckung mit HPV in der Regel beim Geschlechtsverkehr erfolgt, gelten häufig wechselnde Sexualpartner und regelmäßiger Analsex als indirekte Risikofaktoren. Darüber hinaus gibt es weitere Faktoren, die das Risiko erhöhen, an einem Analkarzinom zu erkranken, erhöhen können:
Da HPV die zentrale Rolle bei der Entstehung von Analkrebs spielt, bietet die Impfung gegen humane Papillomviren eine Möglichkeit zur Vorbeugung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren.
Je nach Entstehungsort werden zwei Hauptformen des Analkarzinoms unterschieden: das Analkanalkarzinom und das Analrandkarzinom. Das Analkanalkarzinom entsteht im Analkanal, einem etwa drei bis fünf Zentimeter langen Übergangsbereich zwischen Mastdarm und After. Das Analrandkarzinom bildet sich an der äußeren Haut-Schleimhaut-Grenze des Afters, also im Übergangsbereich zur umgebenden Haut. In beiden Fällen handelt es sich überwiegend um sogenannte Plattenepithelkarzinome, also Tumoren, die von den Oberflächenzellen der Schleimhaut oder Haut ausgehen. Beide Formen können ähnliche Beschwerden verursachen. Da das Analrandkarzinom von außen sichtbar und tastbar sein kann, wird es mitunter früher bemerkt als ein Tumor im Inneren des Analkanals. Die genaue Lage des Tumors ist für die Behandlungsplanung und die Prognose entscheidend.
Analkrebs Symptome
Einige Symptome von Analkrebs sind unspezifisch und werden häufig mit harmlosen Erkrankungen wie Hämorrhoiden oder einer Analfissur verwechselt. Wer mögliche Warnzeichen bemerkt, sollte diese ärztlich abklären lassen.
Blutbeimengungen im Stuhl oder direkte Blutungen im Analbereich sind häufig das erste Analkrebs Symtom, das Betroffene bemerken.
Treten Schmerzen, Juckreiz oder Brennen am After auf und halten länger an, ohne dass eine Ursache erkennbar ist, kann das auf Analkrebs hindeuten.
Unregelmäßiger Stuhlgang, sogenannter Bleistiftstuhl oder Schmerzen beim Stuhlgang durch einen verengten Analkanal können Anzeichen für Analkrebs sein.
Sondern sich am After ungewöhnliche Mengen Schleim ab und lässt sich dafür keine andere Ursache finden, kann das ebenfalls auf Analkrebs hindeuten.
Wunden im Analbereich, die sich trotz Behandlung nicht zurückbilden oder schlecht heilen, sollten als Warnzeichen ernst genommen werden.
Ein Fremdkörpergefühl am oder im After sowie neu aufgetretene. spürbare Veränderungen wie Verhärtungen oder Knoten am After.
Einige der genannten Beschwerden müssen nicht zwingend auf Analkrebs hinweisen, sondern können auch harmlose Ursachen haben. Mit den richtigen Untersuchungen lässt sich Klarheit schaffen. Wer die Symptome länger bemerkt, sollte sie daher nicht auf sich beruhen lassen und ärztlichen Rat suchen. Fachärzte für Proktologie können mithilfe verschiedener Untersuchungen eine genaue Diagnose stellen. Wird dabei tatsächlich Analkrebs festgestellt, richtet sich die weitere Behandlung nach dem Krankheitsstadium (Stadien I bis IV). Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto mehr Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung.
Therapien
Die Behandlung von Analkrebs richtet sich nach dem Tumorstadium, der genauen Lage des Tumors sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der betroffenen Person. Grundsätzlich stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung:
Reha nach Analkrebs
Im Anschluss an die Akutbehandlung empfiehlt sich in vielen Fällen eine onkologische Rehabilitation, um Körper und Psyche bei der Erholung zu unterstützen. Unsere Sonnenberg-Klinik in Bad Sooden-Allendorf bietet spezialisierte onkologische Rehabilitationsprogramme, die körperliche Therapiefolgen, Erschöpfung und psychische Belastungen gezielt adressieren.
Unser ganzheitliches Therapiekonzept wird individuell auf Ihre persönlichen Bedürfnisse nach einer Analkrebs-Erkrankung und deren Behandlung abgestimmt. Ziel ist es, Sie auf dem Weg zurück in den Alltag zu begleiten und Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Kontakt
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FAQ
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