HNSCC
Tumore im Kopf-Hals-Bereich können unterschiedliche Regionen betreffen und gehen dabei von verschiedenem Gewebe aus. Je nach Tumorart unterscheiden sich Symptome, Verlauf und Behandlung zum Teil deutlich.
Ein Kopf-Hals-Tumor ist eine Gewebeneubildung im Bereich von Kopf und Hals. Der Begriff beschreibt zunächst nur die Lage des Tumors, nicht seine Art. Ist der Tumor bösartig, handelt es sich in den meisten Fällen um ein Plattenepithelkarzinom (in der Fachsprache oft mit HNSCC für Head and Neck Squamous Cell Carcinoma abgekürzt), das von der Schleimhaut im Kopf-Hals-Bereich ausgeht. Deutlich seltener liegen andere bösartige Tumorarten vor. Adenokarzinome gehen vor allem von den Speicheldrüsen aus, Sarkome entstehen aus Binde- und Stützgewebe wie Knochen oder Muskulatur. Je nach Lokalisation und Art unterscheiden sich nicht nur die möglichen Symptome des Kopf-Hals-Tumors, sondern auch die Behandlung und die Lebenserwartung. In der Regel sind die Heilungsaussichten deutlich besser, wenn der Tumor früh erkannt wird.


Entstehung
Die genaue Ursache für die Entstehung eines Kopf-Hals-Tumors lässt sich meist nicht auf einen einzelnen Auslöser zurückführen. Bekannt sind jedoch mehrere Faktoren, die das Risiko einer Erkrankung erhöhen. Dazu zählen:
Insbesondere ein Verzicht auf Tabak und Alkohol kann das Risiko senken, ebenso wie die HPV-Impfung im Jugendalter. Für Risikopatienten kann eine regelmäßige Früherkennungsuntersuchung beim HNO-Arzt sinnvoll sein, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Welche Beschwerden ein Kopf-Hals-Tumor verursacht, hängt vor allem davon ab, wo genau der Tumor sitzt und um welche Tumorart es sich handelt. Ein Tumor im Kehlkopf macht sich zum Beispiel oft anders bemerkbar als ein Tumor in der Mundhöhle oder im Rachen.
In vielen Fällen sind erste Anzeichen jedoch Schluckbeschwerden, eine veränderte Stimme, Atemnot oder eine Schwellung am Hals. Diese Symptome entwickeln sich meist langsam und ähneln zunächst einer harmlosen Erkältung. Da aber auch andere Ursachen dahinterstecken können, sollten solche Beschwerden ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn sie über einen längeren Zeitraum anhalten.
Im weiteren Verlauf eines Kopf-Hals-Tumors können unabhängig von der betroffenen Region zusätzliche Anzeichen hinzukommen. Dazu zählen ungewollter Gewichtsverlust, anhaltende Schmerzen sowie Schmerzen beim Schlucken. Auch Blut im Speichel kann auftreten, wenn der Tumor die umliegende Schleimhaut angreift. Diese Beschwerden treten meist erst dann auf, wenn die Erkrankung schon etwas fortgeschrittener ist, und sollten daher besonders ernst genommen werden.
Tumorarten
Je nachdem, aus welchem Gewebe ein Tumor entsteht und wo genau er sitzt, unterscheiden sich sowohl die möglichen Symptome als auch die passende Behandlung.
Die Schleimhaut von Mund, Zunge und Rachen zählt zu einer der häufigsten Lokalisationen für Kopf-Hals-Tumoren. Häufige Arten sind zum Beispiel das Zungenkarzinom, das Rachenkarzinom sowie das Mandelkarzinom.
Das Kehlkopfkarzinom, umgangssprachlich Kehlkopfkrebs, entsteht meist im Bereich der Stimmlippen. Deren Oberfläche besteht aus Plattenepithel, aus dem hier nahezu ausschließlich Plattenepithelkarzinome hervorgehen.
Sowohl in der Schleimhaut der Nase als auch in den Nasennebenhöhlen kann ein Tumor entstehen. Je nachdem wird dann von einem Nasenkarzinom oder einem Nasennebenhöhlenkarzinom gesprochen.
Auch die Haut von Kopf und Gesicht kann Hautkrebs entwickeln. In diesem Fall spricht man von Hautkrebs im Kopf-Hals-Bereich, überwiegend in Form von weißem Hautkrebs, seltener vom aggressiveren schwarzen Hautkrebs.
Im Drüsengewebe der Speicheldrüsen kann ebenfalls ein Tumor entstehen. Am häufigsten sind dabei die Ohrspeicheldrüsen betroffen, seltener die Unterkieferspeicheldrüsen oder die zahlreichen kleineren Speicheldrüsen in der Mundschleimhaut.
In den Halsweichteilen, also Muskeln, Bindegewebe und Lymphknoten am Hals, zeigen sich häufig Absiedlungen von Tumoren aus anderen Regionen des Kopf-Hals-Bereichs. Bleibt der ursprüngliche Tumor unauffindbar, spricht man vom CUP-Syndrom.
Nicht jeder Tumor im Bereich von Kopf und Hals zählt zu den Kopf-Hals-Tumoren im engeren Sinn. Einige Krebsarten liegen zwar anatomisch in dieser Region, werden aber häufig eigenen Fachgebieten zugeordnet. Dazu zählen unter anderem Hirntumore, Tumore des Auges, Schilddrüsenkrebs sowie Speiseröhrenkrebs. Ihr Ausgangsgewebe und die passenden Behandlungsprinzipien unterscheiden sich deutlich von den typischen Kopf-Hals-Tumoren. Für die Behandlung ist daher die genaue Diagnose entscheidend, also die exakte Bestimmung von Lokalisation und Tumorart. Erst darauf aufbauend lässt sich festlegen, welche Therapieverfahren infrage kommen.

Therapien
Bei der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren kommen häufig Verfahren wie eine Operation, Strahlentherapie oder eine Chemo- beziehungsweise Immuntherapie infrage. Welche dieser Behandlungen im Einzelfall sinnvoll ist, hängt jedoch von mehreren individuellen Faktoren ab. Dazu zählen die genaue Lokalisation und Tumorart, das Krankheitsstadium sowie der allgemeine Gesundheitszustand.
An die Akutbehandlung des Kopf-Hals-Tumors schließt sich in vielen Fällen eine Rehabilitation in einer spezialisierten Reha-Klinik an. Ziel dieser onkologischen Reha ist es, die Folgen der Erkrankung und der Behandlung aufzufangen, die Lebensqualität zu verbessern und den Weg zurück ins Leben nach der Krebserkrankung zu finden.

Reha-Klinik für Kopf-Hals-Tumore
in unseren Reha-Kliniken sind wir auf Kopf-Hals-Tumore spezialisiert. Unser Behandlungskonzept ist ganzheitlich ausgerichtet und orientiert sich an Ihren individuellen Bedürfnissen. Dabei kombinieren wir verschiedene Therapien, die Körper und Psyche gleichermaßen ansprechen.
Neben Bewegungsangeboten, mit denen Sie Kraft und Ausdauer wieder aufbauen können, bieten wir eine spezialisierte logopädische Behandlung von Schluck- und Sprachstörungen an, die häufig nach der Behandlung eines Kopf-Hals-Tumors auftreten können. Ergänzend stehen Ihnen in unseren Kliniken psychologische Angebote sowie begleitende Therapien wie eine Ernährungsberatung oder kreative Verfahren zur Verfügung.
Benötigen Sie weitere Informationen zu unserer onkologischen Rehabilitation bei Kopf-Hals-Tumoren oder möchten Sie einen Aufenthalt in unserer Reha-Klinik beantragen? Wir stehen Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.
FAQ
Eine Krebsdiagnose ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne direkt an uns.
Magazin
In unserem Magazin finden Sie verschiedene Beiträge zu Krankheitsbildern, Einblicke in unsere Therapien sowie aktuelle Neuigkeiten aus unseren Kliniken.