HNSCC

Kopf-Hals-Tumor

Tumore im Kopf-Hals-Bereich können unterschiedliche Regionen betreffen und gehen dabei von verschiedenem Gewebe aus. Je nach Tumorart unterscheiden sich Symptome, Verlauf und Behandlung zum Teil deutlich.

Onkologie und HämatologieKopf Hals Tumor

Was ist ein Hals-Kopf-Tumor?

Ein Kopf-Hals-Tumor ist eine Gewebe­neubildung im Bereich von Kopf und Hals. Der Begriff beschreibt zunächst nur die Lage des Tumors, nicht seine Art. Ist der Tumor bösartig, handelt es sich in den meisten Fällen um ein Platten­epithel­karzinom (in der Fachsprache oft mit HNSCC für Head and Neck Squamous Cell Carcinoma abgekürzt), das von der Schleim­haut im Kopf-Hals-Bereich ausgeht. Deutlich seltener liegen andere bösartige Tumor­arten vor. Adeno­karzinome gehen vor allem von den Speichel­drüsen aus, Sarkome entstehen aus Binde- und Stütz­gewebe wie Knochen oder Muskulatur. Je nach Lokalisation und Art unter­scheiden sich nicht nur die möglichen Symptome des Kopf-Hals-Tumors, sondern auch die Behandlung und die Lebens­erwartung. In der Regel sind die Heilungs­aussichten deutlich besser, wenn der Tumor früh erkannt wird.

Frau wird von einer Ärztin am Hals abgetastet
Frau wird von einer Ärztin am Hals abgetastet

Entstehung

Ursachen und Risikofaktoren

Die genaue Ursache für die Entstehung eines Kopf-Hals-Tumors lässt sich meist nicht auf einen einzelnen Auslöser zurück­führen. Bekannt sind jedoch mehrere Faktoren, die das Risiko einer Erkrankung erhöhen. Dazu zählen:

  • Rauchen
  • regel­mäßiger Alkohol­konsum
  • eine Infektion mit humanen Papillom­viren (HPV)
  • schlechte Mund­hygiene
  • dauer­hafte mechanische Reizungen
  • eine familiäre Vorbelastung
  • eine lang­fristige Schwächung des Immunsystems
  • Betelnuss­konsum

Insbesondere ein Verzicht auf Tabak und Alkohol kann das Risiko senken, ebenso wie die HPV-Impfung im Jugendalter. Für Risiko­patienten kann eine regelmäßige Früh­erkennungs­unter­suchung beim HNO-Arzt sinnvoll sein, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

So äußert sich ein Kopf-Hals-Tumor

Welche Beschwerden ein Kopf-Hals-Tumor verursacht, hängt vor allem davon ab, wo genau der Tumor sitzt und um welche Tumorart es sich handelt. Ein Tumor im Kehl­kopf macht sich zum Beispiel oft anders bemerkbar als ein Tumor in der Mund­höhle oder im Rachen.

In vielen Fällen sind erste Anzeichen jedoch Schluck­beschwerden, eine veränderte Stimme, Atemnot oder eine Schwellung am Hals. Diese Symptome entwickeln sich meist langsam und ähneln zunächst einer harmlosen Erkältung. Da aber auch andere Ursachen dahinter­stecken können, sollten solche Beschwerden ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn sie über einen längeren Zeit­raum anhalten.

Im weiteren Verlauf eines Kopf-Hals-Tumors können unabhängig von der betroffenen Region zusätzliche Anzeichen hinzukommen. Dazu zählen ungewollter Gewichts­verlust, anhaltende Schmerzen sowie Schmerzen beim Schlucken. Auch Blut im Speichel kann auftreten, wenn der Tumor die umliegende Schleim­haut angreift. Diese Beschwerden treten meist erst dann auf, wenn die Erkrankung schon etwas fort­geschrittener ist, und sollten daher besonders ernst genommen werden.

Tumorarten

Lokalisation und Art von Tumoren im Kopf-Hals-Bereich

Je nachdem, aus welchem Gewebe ein Tumor entsteht und wo genau er sitzt, unterscheiden sich sowohl die möglichen Symptome als auch die passende Behandlung.

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Icon Mund mit Zunge

Mundhöhle und Rachen

Die Schleimhaut von Mund, Zunge und Rachen zählt zu einer der häufigsten Lokalisationen für Kopf-Hals-Tumoren. Häufige Arten sind zum Beispiel das Zungenkarzinom, das Rachenkarzinom sowie das Mandelkarzinom.

Icon Hals

Kehlkopf

Das Kehl­kopf­karzinom, umgangs­sprachlich Kehl­kopfkrebs, entsteht meist im Bereich der Stimm­lippen. Deren Ober­fläche besteht aus Plattenepithel, aus dem hier nahezu ausschließlich Platten­epithel­karzinome hervorgehen.

Icon Nase

Nase

Sowohl in der Schleim­haut der Nase als auch in den Nasen­neben­höhlen kann ein Tumor entstehen. Je nachdem wird dann von einem Nasen­karzinom oder einem Nasen­neben­höhlen­karzinom gesprochen.

Icon Kopf

Kopf- und Gesichtshaut

Auch die Haut von Kopf und Gesicht kann Hautkrebs entwickeln. In diesem Fall spricht man von Haut­krebs im Kopf-Hals-Bereich, über­­wiegend in Form von weißem Hautkrebs, seltener vom aggressiveren schwarzen Hautkrebs.

Icon Kopf mit Speichel

Speicheldrüsen

Im Drüsen­gewebe der Speichel­drüsen kann ebenfalls ein Tumor entstehen. Am häufigsten sind dabei die Ohr­speichel­drüsen betroffen, seltener die Unter­kiefer­speichel­drüsen oder die zahl­reichen kleineren Speichel­drüsen in der Mund­schleim­haut.

Icon Lymphknoten

Halsweichteile

In den Halsweichteilen, also Muskeln, Bindegewebe und Lymphknoten am Hals, zeigen sich häufig Absiedlungen von Tumoren aus anderen Regionen des Kopf-Hals-Bereichs. Bleibt der ursprüngliche Tumor unauffindbar, spricht man vom CUP-Syndrom.

Abgrenzung zu anderen Tumoren im Kopf-Hals-Bereich

Nicht jeder Tumor im Bereich von Kopf und Hals zählt zu den Kopf-Hals-Tumoren im engeren Sinn. Einige Krebsarten liegen zwar anatomisch in dieser Region, werden aber häufig eigenen Fachgebieten zugeordnet. Dazu zählen unter anderem Hirntumore, Tumore des Auges, Schilddrüsenkrebs sowie Speiseröhrenkrebs. Ihr Ausgangsgewebe und die passenden Behandlungsprinzipien unterscheiden sich deutlich von den typischen Kopf-Hals-Tumoren. Für die Behandlung ist daher die genaue Diagnose entscheidend, also die exakte Bestimmung von Lokalisation und Tumorart. Erst darauf aufbauend lässt sich festlegen, welche Therapieverfahren infrage kommen.

Weibliche Patientin wird von einem Arzt am Hals untersucht

Therapien

Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren

Bei der Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren kommen häufig Verfahren wie eine Operation, Strahlen­therapie oder eine Chemo- beziehungs­weise Immun­therapie infrage. Welche dieser Behandlungen im Einzelfall sinnvoll ist, hängt jedoch von mehreren individuellen Faktoren ab. Dazu zählen die genaue Lokalisation und Tumorart, das Krankheits­stadium sowie der allgemeine Gesundheits­zustand.

An die Akut­behandlung des Kopf-Hals-Tumors schließt sich in vielen Fällen eine Reha­bilitation in einer spezialisierten Reha-Klinik an. Ziel dieser onko­logischen Reha ist es, die Folgen der Erkrankung und der Behandlung aufzufangen, die Lebens­qualität zu verbessern und den Weg zurück ins Leben nach der Krebserkrankung zu finden.

Patientin mit Pflaster am Hals steht neben einer Therapeutin in einer Reha-Klinik

Reha-Klinik für Kopf-Hals-Tumore

Onkologische Rehabilitation bei Wicker

in unseren Reha-Kliniken sind wir auf Kopf-Hals-Tumore spezialisiert. Unser Behandlungskonzept ist ganzheitlich ausgerichtet und orientiert sich an Ihren individuellen Bedürfnissen. Dabei kombinieren wir verschiedene Therapien, die Körper und Psyche gleicher­maßen ansprechen.

Neben Bewegungs­angeboten, mit denen Sie Kraft und Ausdauer wieder aufbauen können, bieten wir eine spezialisierte logopädische Behandlung von Schluck- und Sprach­störungen an, die häufig nach der Behandlung eines Kopf-Hals-Tumors auftreten können. Ergänzend stehen Ihnen in unseren Kliniken psycho­logische Angebote sowie begleitende Therapien wie eine Ernährungs­beratung oder kreative Verfahren zur Verfügung.

Kontakt

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Benötigen Sie weitere Informationen zu unserer onkologischen Rehabilitation bei Kopf-Hals-Tumoren oder möchten Sie einen Aufenthalt in unserer Reha-Klinik beantragen? Wir stehen Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Eine Krebsdiagnose ist mit vielen Unsicherheiten verbunden. Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne direkt an uns.

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