CRPS
Das Komplexe Regionale Schmerzsyndrom (kurz CRPS) ist eine chronische Schmerzerkrankung, die insbesondere nach Verletzungen oder Operationen an den Armen oder Beinen auftreten kann.
Kliniken
CRPS steht für Complex Regional Pain Syndrome, auf Deutsch also Kompleks Regionales Schmerzsyndrom. Dabei handelt es sich um eine chronische Schmerzerkrankung, die meist nach Verletzungen oder Operationen an den Armen, Händen, Beinen oder Füßen auftritt. In den meisten Fällen äußert sich CRPS durch Schmerzen, Sensibilitätsstörungen oder funktionelle und strukturelle Gewebeveränderungen. Je nachdem, ob eine Nervenverletzung nachweisbar ist oder nicht, wird die Erkrankung in zwei CRPS-Typen unterschieden. Für CRPS Typ I wird häufig noch die ältere Bezeichnung Morbus Sudeck verwendet. CRPS Typ II wird auch als Kausalgie bezeichnet.

Ursachen
Die genaue Ursache von CRPS ist nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass es sich um eine Fehlreaktion des Körpers im Heilungsprozess nach einer Verletzung handelt. Dabei kommt es zu einer Störung im Zusammenspiel von Nerven, Immunsystem und Durchblutung. Schmerzen, Entzündungsreaktionen und Veränderungen im Gewebe können sich dadurch gegenseitig verstärken und länger anhalten. CRPS kann zum Beispiel nach folgenden Ereignissen auftreten:
Das Auftreten eines CRPS hängt nicht unbedingt von der Schwere der Verletzung ab. In seltenen Fällen kann es auch nach vergleichsweise leichten Verletzungen entstehen.
CRPS Typ I wird häufig auch als Morbus Sudeck bezeichnet. Bei diesem Erkrankungstyp liegt zwar kein nachweisbarer Nervenschaden vor, dennoch reagiert das Schmerz- und Nervensystem übermäßig empfindlich. Dadurch können anhaltende Schmerzen sowie Veränderungen an Haut, Durchblutung oder Beweglichkeit entstehen. Meist entwickelt sich CRPS Typ I nach einer Verletzung, Operation oder längerer Ruhigstellung einer Extremität, zum Beispiel nach einem Knochenbruch.
Der CRPS Typ II, der auch als Kausalgie bezeichnet wird, entsteht nach einer klar nachweisbaren Schädigung eines Nervs. Die Schmerzen bei CRPS Typ II werden häufig als brennend oder stechend beschrieben und können sehr intensiv sein. Dabei können sich die Beschwerden auch über den Bereich der ursprünglichen Verletzung hinaus ausbreiten.
CRPS Krankheit
Die CRPS Krankheit kann sich durch sensorische, motorische, autonome sowie trophische Störungen äußern. Dabei können die Symptome anfangs unspezifisch sein und auch stark varrieren.
Das Hauptsymptom von CRPS sind starke, anhaltende Schmerzen. Diese können auch in Ruhe auftreten. Typisch ist zudem eine deutlich gesteigerte Schmerzempfindlichkeit, sodass bereits leichte Berührungen oder normale Reize Schmerzen auslösen können.
Bei CRPS können Sensibilitätsstörungen an den betroffenen Extremitäten auftreten, bei denen Berührungen, Temperatur oder Schmerz verändert wahrgenommen werden. Auch Kribbeln oder Taubheitsgefühle sind ein typisches Symptom.
Es kann zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Gewebe kommen. Dadurch entsteht eine sichtbare Schwellung des betroffenen Bereichs, die auch mit einem Spannungsgefühl oder Bewegungseinschränkungen verbunden sein kann.
Bei CRPS können verschiedene Störungen der Muskulatur auftreten. Dazu zählen Muskelschwäche, reduzierte Kraft, Zittern (Tremor), unwillkürliche Zuckungen sowie Krämpfe oder Spasmen. Diese können die Beweglichkeit zusätzlich einschränken.
Auch Veränderungen der Haut können ein Hinweis auf CRPS sein. Dazu gehören zum Beispiel Durchblutungsstörungen der Haut, trockene oder glänzende Haut, sogenannte Salbenhaut, sowie Veränderungen des Haar- und Nagelwachstums.
In fortgeschrittenen Stadien der CRPS Krankheit können Knochenabbau (Osteoporose) sowie eine Versteifung der Gelenke (Ankylose) auftreten, wodurch die Beweglichkeit der betroffenen Extremität deutlich eingeschränkt sein kann.
Die Diagnose von CRPS erfolgt in erster Linie anhand der typischen Symptome und ihres Verlaufs. Der Krankheitsverlauf kann dabei sehr unterschiedlich sein. Mildere Formen können sich innerhalb weniger Wochen wieder zurückbilden, während die Beschwerden in anderen Fällen zunehmen und die normale Lebensführung stark einschränken können. Da die Beschwerden teilweise unspezifisch sein können, ist es wichtig zu prüfen, ob die Symptome zu einem CRPS passen und nicht durch andere Erkrankungen erklärt werden können. Zur weiteren Abklärung können je nach Situation bildgebende Verfahren oder andere Untersuchungen eingesetzt werden. Häufig wird CRPS zudem nach Schweregrad in drei Stadien eingeteilt, abhängig von Ausprägung und Fortschreiten der Erkrankung. Auf dieser Grundlage kann anschließend eine individuell angepasste Behandlung eingeleitet werden.
Therapie
Eine kausale Behandlung von CRPS gibt es bislang nicht. Die Therapie konzentriert sich daher vor allem darauf, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und Folgeschäden zu vermeiden. Welche Maßnahmen eingesetzt werden, hängt unter anderem von der Schwere und dem Verlauf der Erkrankung ab. In vielen Fällen wird eine multimodale Therapie empfohlen, bei der verschiedene Behandlungsansätze miteinander kombiniert werden. Dazu gehören zum Beispiel:
Rehabilitation
In zwei Kliniken der Wicker-Gruppe sind wir auf die Rehabilitation von CRPS spezialisiert: in der Sonnenberg-Klinik und in der Klinik Hoher Meißner. In den neurologischen Abteilungen behandeln wir Patienten mit unterschiedlichen rehabilitationsrelevanten Erkrankungen aus dem Spektrum der Neurologie, darunter auch das Komplexes Regionale Schmerzsyndrom.
Dabei verfolgen wir einen ganzheitlichen Behandlungsansatz. Verschiedene Therapieformen wie Physiotherapie, Ergotherapie, kreative Therapien und psychotherapeutische Angebote werden individuell miteinander kombiniert. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit zu verbessern und Betroffene dabei zu unterstützen, einen möglichst guten Umgang mit der CRPS Erkrankung im Alltag zu finden.
Kontakt
Möchten Sie mehr über unsere Therapie wissen oder eine Aufnahme beantragen? Wir sind jederzeit gerne für Sie da, wenn Sie Fragen oder Anliegen zum Thema CRPS haben.
FAQ
Das Komplexe Regionale Schmerzsyndrom kann bei Betroffenen und Angehörigen viele Fragen aufwerfen. Sollten Sie hier die Antwort auf Ihre Frage nicht finden, kontaktieren Sie uns gerne.
Magazin
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