Knochenmarkkrebs
Das Multiple Myelom, auch Plasmozytom genannt, ist eine komplexe Krebserkrankung, die durch die Vermehrung von Plasmazellen im Knochenmark gekennzeichnet ist.
Das Multiple Myelom (MM) ist eine bösartige Erkrankung des Knochenmarks. Diese Krebserkrankung ist gekennzeichnet durch die unkontrollierte Vermehrung bösartiger Plasmazellen und wird daher auch als Plasmozytom bezeichnet. Plasmazellen gehören zu den weißen Blutkörperchen und sind sowohl im Knochenmark, als auch in anderen Körpergeweben zu finden und sind für die Bildung von Antikörpern verantwortlich. Da Plasmazellen aus B-Lymphozyten hervorgehen, zählt das Multiple Myelom zu den B-Zell-Neoplasien und steht damit in enger Verwandtschaft zu den Lymphomen. Auch wenn beim Multiplen Myelom weiße Blutkörperchen betroffen sind, unterscheidet es sich von klassischen Blutkrebserkrankungen wie Leukämien und wird stattdessen als Knochenmarkkrebs bezeichnet.

Entstehung
Plasmazellen sind wichtige Bestandteile des Immunsystems und produzieren Antikörper, die zur Bekämpfung von Infektionen beitragen. Beim Multiplen Myelom geht der normale Reifungsprozess der Plasmazellen verloren und die krankhaft veränderten Plasmazellen vermehren sich und sammeln sich im Knochenmark an. Dadurch werden gesunde Blutzellen verdrängt, schädliche Proteine freigesetzt, Knochen geschädigt und die Immunabwehr geschwächt.
Die genauen Ursachen für das Multiple Myelom sind bislang nicht vollständig verstanden. Vermutet wird ein Zusammenspiel aus genetischen Einflüssen, Umweltfaktoren und individuellen Risiken:
Im Vergleich zu häufigeren Krebsarten wie Darm-, Brust- oder Lungenkrebs ist das Multiple Myelom deutlich seltener. In Deutschland werden jährlich rund 3.000 bis 7.000 Neuerkrankungen diagnostiziert, die genaue Zahl kann je nach Jahr und Erhebungsmethode schwanken. Das Risiko an einem Multiplen Myelom zu erkranken steigt deutlich mit dem Alter. Das Alter bei Erstdiagnose liegt meist zwischen 66 und 72 Jahren, während Erkrankungen in jungem Alter sehr selten sind. Männer sind geringfügig häufiger betroffen als Frauen.
Symptome
Die Symptome des Multiplen Myeloms sind vielfältig und hängen von mehreren Faktoren ab, insbesondere dem Fortschreiten der Erkrankung. Viele Betroffene bemerken zu Beginn nur unspezifische Beschwerden, die sich im Verlauf verstärken oder um weitere Symptome ergänzen können.
Beim Großteil der Betroffenen macht sich das Multiple Myelom zunächst durch Knochenschmerzen bemerkbar. Im Verlauf kann es zu einer zunehmenden Knochenschwäche kommen.
Häufig treten beim Multiplen Myelom Veränderungen im Blut auf. Diese können eine Blutarmut (Anämie), eine erhöhte Blutviskosität sowie auch andere Auffälligkeiten im Blutbild umfassen.
Durch das zunehmend geschwächte Immunsystem kann es zu einer erhöhten Infektanfälligkeit kommen. Viele Betroffene leiden daher häufiger unter schweren oder wiederkehrenden Infektionen.
Zu den Multiplen Myelom Symptomen können auch Beeinträchtigungen der Nieren zählen. Die durch die Erkrankung freigesetzten Eiweiße können die Nieren belasten und zu Funktionsstörungen führen.
Außerdem können allgemeine Symptome wie ausgeprägte Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie ein ungewollter Gewichtsverlust auftreten, die den allgemeinen Gesundheitszustand spürbar beeinträchtigen.
Der Verlauf von Knochenmarkkrebs wie dem Multiplen Myelom kann sehr unterschiedlich ausfallen. Bei einigen Patienten schreitet die Erkrankung langsam voran, während sie bei anderen deutlich schneller und aggressiver verläuft. Aggressive Verläufe äußern sich meist durch eine rasche Zunahme der Krankheitslast, ein schnelles Fortschreiten der Symptome und das Auftreten schwerwiegender Komplikationen. Wie aggressiv das Myelom verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem von den genetischen Eigenschaften der Myelomzellen, dem allgemeinen Gesundheitszustand der Betroffenen und weiteren individuellen Einflussfaktoren. Eine präzise Diagnose, regelmäßige Verlaufskontrollen und die fachärztliche Einschätzung sind entscheidend, um den Krankheitsverlauf richtig einzuordnen und eine optimale Behandlungsstrategie festzulegen.
Therapie
Die Therapie des Multiplen Myeloms zielt darauf ab, die Kontrolle über die Erkrankung zu erlangen, das Fortschreiten zu verlangsamen und Symptome zu lindern. Welche Behandlung eingesetzt wird, hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Stadium, der allgemeine Gesundheitszustand und individuelle Besonderheiten. Zu den wichtigsten Therapieoptionen beim Multiplen Myelom zählen:
Mulitples Myelom Klinik
Nach der Akutbehandlung eines Multiplen Myeloms spielt die onkologische Rehabilitation eine zentrale Rolle, um die körperlichen und seelischen Belastungen der Erkrankung und der Therapie zu verarbeiten. Dabei kommen unterschiedliche Angebote wie Physiotherapie, Ergotherapie, Ernährungsberatung oder psychologische Unterstützung zum Einsatz. Auch Entspannungsverfahren können helfen, zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen.
In unseren Kliniken verfolgen wir einen ganzheitlichen Ansatz, der Ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt und Sie auf Ihrem Weg zurück in den Alltag bestmöglich begleitet.
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