GIST

Gastrointestinaler Stromatumor

Gastrointestinale Stromatumoren (kurz GIST) sind bösartige Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts. Der GIST Tumor zählt zu den selteneren Krebsarten in Deutschland, macht jedoch etwa 20 bis 25 % aller Sarkome aus.

Was ist GIST?

GIST ist die Abkürzung für Gastrointestinaler Stromatumor. Dabei handelt es sich um einen Tumor des Magen-Darm-Trakts. Da er im Weich­gewebe entsteht, gehört der GIST Tumor zu den sogenannten Sarkomen. Meist bildet sich ein GIST im tieferliegenden Binde- und Stütz­gewebe der Organ­wand von Magen oder Darm. Dort entsteht er aus speziellen Zellen, den Cajal-Zellen. Wenn sich diese Zellen unkontrolliert vermehren, kann sich daraus ein Tumor entwickeln. Typisch ist, dass ein gastro­intestinaler Stroma­tumor dabei eher nach außen wächst und sich in den Bauch­raum ausbreitet, anstatt in das Innere von Magen oder Darm hinein­zuwachsen.

Arzt mit anaomischem Modell des Magens
Arzt mit anaomischem Modell des Magens

GIST Tumor

Lokalisation von GIST

Gastrointestinale Stromatumoren können grundsätzlich im gesamten Verdauungs­trakt ent­stehen. Bestimmte Abschnitte des Magen-Darm-Trakts sind jedoch öfter betroffen als andere.

  • Magen: Die meisten GIST entstehen im Magen, genauer in den tieferen Schichten der Magen­wand (etwa 50 - 60 %).
  • Dünndarm: Auch im Dünn­darm können GIST auf, meist in den mittleren oder unteren Abschnitten (etwa 20 - 30 %).
  • Dickdarm: Anders als beim „klassischen“ Darmkrebs entsteht der GIST Tumor nicht aus der Schleim­haut, sondern aus der tiefer­liegenden Darmwand.
  • Enddarm: Auch im Rektum können GIST vorkommen, allerdings nur in wenigen Fällen.
  • Speiseröhre: GIST in der Speise­röhre sind sehr selten und machen nur einen kleinen Anteil der Fälle aus.

Ursachen für Gastrointestinale Stromatumore

Ein GIST entsteht, wenn sich bestimmte Zellen im Magen-Darm-Trakt unkontrolliert vermehren. Diese Zellen, die sogenannten Cajal-Zellen, sind normaler­weise für die Bewegungen im Verdauungs­­system verantwortlich. Warum genau es zu dieser Fehl­entwicklung kommt, ist bisher nicht voll­ständig geklärt. Bekannt ist jedoch, dass bei vielen Betroffenen Veränderungen im Erbgut (Mutationen) eine Rolle spielen – vor allem in den Genen KIT oder PDGFRA. Diese sorgen dafür, dass die Zellen dauer­haft Wachstums­signale erhalten. In etwa 10 % der Fälle lassen sich widerum keine solchen Veränderungen nachweisen.

Da GIST erst seit Ende der 1990er-Jahre eindeutig diagnostiziert werden können, sind klare Risiko­faktoren bislang nicht bekannt. Die Unter­suchung der genetischen Veränderungen ist heute jedoch ein wichtiger Bestand­teil der Diagnostik, da sie dabei hilft, die passende Behandlung auszu­wählen und den weiteren Verlauf der Erkrankung besser einzuschätzen.

GIST Symptome

So kann sich ein GIST äußern

Die GIST Symptome hängen vor allem von der Lage und Größe des Tumors ab. Häufig sind sie jedoch unspezifisch und können auch bei harm­loseren Erkrankungen auftreten. Wenn Sie ent­sprechende Beschwerden bemerken, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.

Icon Blitz

Schmerzen

Sowohl bei einem GIST im Magen als auch im Darm treten häufig Bauch­schmerzen oder ein unangenehmes Druck- und Völle­gefühl auf. Je nach Lage und Größe des Tumors können die Schmerzen unter­schiedlich stark ausgeprägt sein.

Icon Tropfen

Blutungen

Ein Gastrointestinale Stroma­tumor kann Blutungen im Magen-Darm-Trakt verursachen, zum Beispiel aus dem Magen oder der Speise­röhre. Diese bleiben manchmal unbemerkt oder zeigen sich durch dunklen Stuhl oder Blut im Erbrochenen.

Icon Kopf mit Speiseröhre

Obstruktion

Der Tumor kann Magen oder Darm einengen oder teilweise verschließen und dadurch Völle­gefühl, Übel­keit oder Verdauungs­probleme verursachen. Befindet er sich in der Speise­röhre, kann er zudem zu Schluck­beschwerden führen.

Abklärung der Symptome

Neben den typischen Beschwerden können – insbesondere in einem frühen Stadium – auch unspezifische Symptome wie anhaltende Müdigkeit, Abgeschlagen­heit oder ungewollter Gewichts­verlust auftreten. Diese Anzeichen sind oft schwer einzuordnen. Wenn Beschwerden jedoch über längere Zeit bestehen bleiben, sich verstärken oder neu dazukommen, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Das gilt insbesondere in Kombination mit wieder­kehrenden Bauchschmerzen, ungeklärten Blutungen oder anhaltenden Verdauungs­problemen. Zur Abklärung können verschiedene Unter­suchungen eingesetzt werden, zum Beispiel Blut­unter­suchungen, bildgebende Verfahren (wie Ultraschall oder CT) oder eine Spiegelung des Magen-Darm-Trakts. So lässt sich die Ursache der Beschwerden genauer feststellen und falls notwendig, frühzeitig eine passende Behandlung einleiten.

Pflegerin hält die Hand eines männlichen Patienten am Krankenhausbett

Behandlung

Therapieoptionen bei GIST

Je nach Art des GIST, seiner Größe, Ausbreitung (Stadium) und der individuellen Situation des Patienten kommen unter­­schiedliche Behandlungs­­möglich­keiten infrage. Meist wird die Behandlung individuell geplant und kann aus mehreren Bausteinen bestehen:

  • Operation: Lokal begrenzte und gut operable Tumoren werden möglichst vollständig chirurgisch entfernt.
  • Neoadjuvante Imatinib-Therapie: In bestimmten Fällen kann vor der Operation eine medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, um den Tumor zu verkleinern und die Ausgangs­situation für die Operation zu verbessern.
  • Medikamentöse Therapie: Bei nicht operablen Tumoren oder bei Metastasen kommen gezielte Medikamente zum Einsatz, um das Tumorwachstum zu kontrollieren.
  • Rehabilitation: Nach der Behandlung kann eine onkologische Rehabilitation helfen, wieder zu Kräften zu kommen, Beschwerden zu lindern und den Alltag Schritt für Schritt zu bewältigen.
Patientin bei einer Übung im Kraftraum in der Reha Klinik

Reha Klinik

Onkologische Rehabilitaion bei Wicker

In den Wicker Kliniken sind wir auf die Rehabilitation nach Krebserkrankungen spezialisiert. In unseren Abteilungen für onko­logische Reha­bilitation unterstützen wir Sie dabei, die Folgen der Erkrankung und der Therapie gezielt zu bewältigen.

Dabei setzen wir auf einen ganzheitlichen Ansatz und kombinieren verschiedene Therapieformen – darunter Bewegungs­therapie, kreative Angebote sowie psycho­onkologische Betreuung. Gerade bei GIST im Magen-Darm-Trakt spielt auch die Ernährung eine zentrale Rolle, da Operationen oder Therapien die Verdauung beein­flussen können. In der Ernährungs­beratung lernen Sie, Ihre Ernährung individuell anzupassen, Beschwerden zu lindern und Ihren Körper gezielt beim Wieder­aufbau zu unterstützen.

Ziel der Reha­bilitation ist es, Sie dabei zu unterstützen, wieder mehr Stabilität, Kraft und Sicherheit im Alltag zu gewinnen.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Eine Krebsdiagnose ist bei Betroffenen und Angehörigen mit vielen Fragen verbunden. Einige häufige Fragen rund um GIST beantworten wir Ihnen hier.

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