Knochen- und Weichteiltumore

Sarkom

Sarkome sind seltene, bösartige Tumore, die aus Zellen des Stütz- und Weichgewebes entstehen. Sie können Muskeln, Fettgewebe, Blutgefäße, Bindegewebe und Knochen betreffen.

Was ist ein Sarkom?

Ein Sarkom ist ein bösartiger Tumor, der aus Zellen des Stütz- und Weich­gewebes entsteht, also aus Muskeln, Fettgewebe, Blut­gefäßen, Nerven oder Knochen. Damit unterscheiden sich Sarkome grund­legend von Karzinomen, die von Haut, Schleimhäuten oder den inneren Wänden von Organen ausgehen. Sarkome haben ihren Ursprung tiefer im Körper und können an nahezu jeder Körperstelle auftreten, am häufigsten an Armen und Beinen, im Bauchraum oder in den inneren Organen. Mit einem Anteil von etwa einem Prozent aller Krebs­erkrankungen gelten Sarkome als selten, sind aber gerade deshalb medizinisch anspruchs­voll. Ihre Vielfalt und die oft un­spezifischen Beschwerden erschweren eine frühzeitige Diagnose.

Krebspatientin sitzt im Krankenhausbett und schaut aus dem Fenster
Krebspatientin sitzt im Krankenhausbett und schaut aus dem Fenster

Ursprung

Arten von Sarkomen

Sarkome werden nach ihrem Ursprungs­gewebe zunächst in drei große Gruppen eingeteilt: Weichteil­sarkome, Knochen­sarkome und Knorpel­sarkome. Innerhalb dieser Gruppen lässt sich noch weiter nach dem jeweiligen Gewebe- oder Zelltyp unterscheiden:

  • Bindegewebe – Fibrosarkom
  • Knorpelgewebe – Chondrosarkom
  • Fettgewebe – Liposarkom
  • Quergestreifte Muskulatur – Rhabdomyosarkom
  • Glatte Muskulatur – Leiomyosarkom
  • Knochengewebe – Osteosarkom
  • Endothel (innere Auskleidung von Blut- und Lymphgefäßen) – Angiosarkom

Die WHO-Klassifikation unter­scheidet insgesamt mehr als 100 verschiedene Sarkom-Varianten. Diese genaue Ein­ordnung ist ent­scheidend, da sich die einzelnen Typen in ihrem Verlauf, ihrer Metastasierungs­neigung und der notwendigen Behandlung erheblich voneinander unterscheiden.

Ursachen und Risikofaktoren

Wie bei den meisten Krebs­erkrankungen liegen auch dem Sarkom genetische Veränderungen in bestimmten Körper­zellen zugrunde, die dazu führen, dass sich diese unkontrolliert teilen. Warum diese Veränderungen entstehen, lässt sich in der Mehrzahl der Fälle nicht ein­deutig klären. Dennoch sind einige Faktoren bekannt, die das Risiko erhöhen können, darunter eine frühere Strahlen- oder Chemo­therapie, chronische Lymph­ödeme sowie der Kontakt mit bestimmten chemischen Substanzen wie Vinylchlorid oder Arsen. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen liegen erbliche Erkrankungen wie das Li-Fraumeni-Syndrom oder Neurofibromatose Typ 1 vor, die das Sarkom­risiko erhöhen. Bei der großen Mehrheit der Erkrankten tritt der Krebs jedoch ohne erkennbare Risikofaktoren auf.

Sarkom Symptome

Wie bemerkt man ein Sarkom?

Ein Sarkom verursacht häufig zunächst unspezifische Beschwerden, weshalb die Erkrankung oft erst spät erkannt wird. Wenn Sie eines oder mehrere der folgenden möglichen Sarkom-Symptome bemerken und diese über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.

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Schwellung oder Knoten

Das häufigste erste Anzeichen eines Sarkoms ist eine tastbare Schwellung oder ein Knoten, der zunächst keinerlei Schmerzen verursacht und deshalb oft nur zufällig bemerkt wird. Liegt die Schwellung tiefer im Gewebe, im Bauchraum oder im Becken, bleibt sie häufig lange unbemerkt und kann eine beträchtliche Größe erreichen, bevor sie Beschwerden auslöst.

Icon Blitz

Schmerzen und Druckgefühl

Wächst ein Sarkom und verdrängt umliegendes Gewebe oder wächst in Nerven ein, können ein zunehmendes Spannungsgefühl oder Schmerzen an der betroffenen Stelle entstehen. Bei Knochensarkomen können zudem Gelenkschmerzen, Gelenksteifigkeit oder ein tumorbedingter Knochenbruch auftreten.

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Allgemeine Symtome

Bei fortgeschrittenen oder metastasierten Sarkomen können allgemeine Beschwerden wie anhaltende Erschöpfung, Leistungsabfall, ungewollter Gewichtsverlust oder leichtes Fieber auftreten. Diese Symtpme treten in der Regel erst auf, wenn der Tumor bereits andere Organe befallen hat, am häufigsten die Lunge.

Sarkom-Symptome richtig einordnen

Nicht jede Schwellung unter der Haut ist ein Sarkom. In vielen Fällen stecken gutartige Veränderungen wie Lipome, Fibrome oder Ganglien dahinter. Hinweise auf ein Sarkom können eine festere Konsistenz, ein Wachstum über mehrere Wochen sowie eine schlechtere Verschiebbarkeit im Gewebe sein. Da diese Unterschiede für medizinische Laien nur schwer zu beurteilen sind und auch ein Sarkom zunächst völlig unauffällig wirken kann, sollte jede unklare Schwellung ärztlich abgeklärt werden. Bestätigt sich ein Sarkom, hängt die weitere Behandlung vom genauen Typ, der Lage und dem Stadium des Tumors ab. Da kein einheitliches Behandlungsschema für alle Sarkomtypen existiert, ist eine spezialisierte, individuell abgestimmte Therapie besonders wichtig.

Krankenpflegerin hält die Hand eines Krebspatienten am Krankenhausbett

Therapien

Behandlung eines Sarkoms

Grundsätzlich ist ein Sarkom behandelbar, die Heilungs­chancen hängen jedoch wesentlich vom Stadium der Erkrankung ab. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Aussichten.

Kleine, lokalisierte Sarkome können in vielen Fällen vollständig operativ entfernt werden. Je nach Typ und Risikoprofil wird der Eingriff durch eine Strahlen­therapie ergänzt, die entweder vor der Operation zur Tumor­verkleinerung oder danach zur Senkung des Rückfall­risikos eingesetzt wird. Eine Chemo­therapie ist nicht bei allen Sarkom­typen Standard, kann aber bei besonders aggressiven Formen, bestimmten Unter­typen oder fort­geschrittener Erkrankung eingesetzt werden.

Bei metastasierten oder nicht operierbaren Sarkomen kommen vor allem systemische Therapien zum Einsatz, zunehmend auch zielgerichtete Medikamente, die spezifische Eigen­schaften bestimmter Tumorzellen nutzen. Ist die Erkrankung weit fort­geschritten, rückt eine palliative Behandlung in den Mittel­punkt, die auf die Linderung von Beschwerden und den Erhalt der Lebens­qualität ausgerichtet ist.

Patientinnen auf Gymnastikbällen bei der Physiotherapie in den Wicker Kliniken

Onkologische Rehabilitation

Reha nach der Sarkom-Behandlung

Nach Abschluss der Behandlung ist der Körper meist deutlich geschwächt. Eine onkologische Reha­bilitation hilft dabei, die krankheits- und behandlungs­bedingten Folgen gezielt zu bewältigen und schritt­weise in den Alltag zurückzufinden.

Je nach Behandlung und betroffenem Körper­bereich können Betroffene mit Erschöpfung, Muskel­schwäche, eingeschränkter Beweglich­keit oder psychischen Belastungen kämpfen. In der Reha­bilitation wird gezielt daran gearbeitet, Kraft und Belastbarkeit wieder­auf­zubauen, die Beweglichkeit zu verbessern und die emotionale Verarbeitung der Erkrankung zu begleiten.

In den Wicker Kliniken verfolgen wir dabei einen ganz­heitlichen Ansatz. Ein individuell abgestimmtes Therapie­programm mit Bewegungs­therapie, physio­therapeutischen Maßnahmen, psychologischer Begleitung und weiteren unter­stützenden Angeboten begleitet Betroffene auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Kontakt

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Möchten Sie mehr über unsere onkologische Abteilung und die angebotenen Therapien bei Krebserkrankungen wie Sarkomen erfahren? Wir stehen Ihnen jederzeit zur Verfügung, um Ihre Fragen zu beantworten.

FAQ

Häufig gestellte Fragen

Eine Krebsdiagnose wie ein Sarkom wirft bei Betroffenen und Angehörigen viele Fragen auf – sei es zur Erkrankung selbst, der Behandlung oder dem weiteren Weg. Wenn Sie hier nicht die Antwort finden, die Sie suchen, wenden Sie sich gerne direkt an uns.

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