Knochen- und Weichteiltumore
Sarkome sind seltene, bösartige Tumore, die aus Zellen des Stütz- und Weichgewebes entstehen. Sie können Muskeln, Fettgewebe, Blutgefäße, Bindegewebe und Knochen betreffen.
Ein Sarkom ist ein bösartiger Tumor, der aus Zellen des Stütz- und Weichgewebes entsteht, also aus Muskeln, Fettgewebe, Blutgefäßen, Nerven oder Knochen. Damit unterscheiden sich Sarkome grundlegend von Karzinomen, die von Haut, Schleimhäuten oder den inneren Wänden von Organen ausgehen. Sarkome haben ihren Ursprung tiefer im Körper und können an nahezu jeder Körperstelle auftreten, am häufigsten an Armen und Beinen, im Bauchraum oder in den inneren Organen. Mit einem Anteil von etwa einem Prozent aller Krebserkrankungen gelten Sarkome als selten, sind aber gerade deshalb medizinisch anspruchsvoll. Ihre Vielfalt und die oft unspezifischen Beschwerden erschweren eine frühzeitige Diagnose.

Ursprung
Sarkome werden nach ihrem Ursprungsgewebe zunächst in drei große Gruppen eingeteilt: Weichteilsarkome, Knochensarkome und Knorpelsarkome. Innerhalb dieser Gruppen lässt sich noch weiter nach dem jeweiligen Gewebe- oder Zelltyp unterscheiden:
Die WHO-Klassifikation unterscheidet insgesamt mehr als 100 verschiedene Sarkom-Varianten. Diese genaue Einordnung ist entscheidend, da sich die einzelnen Typen in ihrem Verlauf, ihrer Metastasierungsneigung und der notwendigen Behandlung erheblich voneinander unterscheiden.
Wie bei den meisten Krebserkrankungen liegen auch dem Sarkom genetische Veränderungen in bestimmten Körperzellen zugrunde, die dazu führen, dass sich diese unkontrolliert teilen. Warum diese Veränderungen entstehen, lässt sich in der Mehrzahl der Fälle nicht eindeutig klären. Dennoch sind einige Faktoren bekannt, die das Risiko erhöhen können, darunter eine frühere Strahlen- oder Chemotherapie, chronische Lymphödeme sowie der Kontakt mit bestimmten chemischen Substanzen wie Vinylchlorid oder Arsen. Bei einem kleinen Teil der Betroffenen liegen erbliche Erkrankungen wie das Li-Fraumeni-Syndrom oder Neurofibromatose Typ 1 vor, die das Sarkomrisiko erhöhen. Bei der großen Mehrheit der Erkrankten tritt der Krebs jedoch ohne erkennbare Risikofaktoren auf.
Sarkom Symptome
Ein Sarkom verursacht häufig zunächst unspezifische Beschwerden, weshalb die Erkrankung oft erst spät erkannt wird. Wenn Sie eines oder mehrere der folgenden möglichen Sarkom-Symptome bemerken und diese über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen.
Das häufigste erste Anzeichen eines Sarkoms ist eine tastbare Schwellung oder ein Knoten, der zunächst keinerlei Schmerzen verursacht und deshalb oft nur zufällig bemerkt wird. Liegt die Schwellung tiefer im Gewebe, im Bauchraum oder im Becken, bleibt sie häufig lange unbemerkt und kann eine beträchtliche Größe erreichen, bevor sie Beschwerden auslöst.
Wächst ein Sarkom und verdrängt umliegendes Gewebe oder wächst in Nerven ein, können ein zunehmendes Spannungsgefühl oder Schmerzen an der betroffenen Stelle entstehen. Bei Knochensarkomen können zudem Gelenkschmerzen, Gelenksteifigkeit oder ein tumorbedingter Knochenbruch auftreten.
Bei fortgeschrittenen oder metastasierten Sarkomen können allgemeine Beschwerden wie anhaltende Erschöpfung, Leistungsabfall, ungewollter Gewichtsverlust oder leichtes Fieber auftreten. Diese Symtpme treten in der Regel erst auf, wenn der Tumor bereits andere Organe befallen hat, am häufigsten die Lunge.
Nicht jede Schwellung unter der Haut ist ein Sarkom. In vielen Fällen stecken gutartige Veränderungen wie Lipome, Fibrome oder Ganglien dahinter. Hinweise auf ein Sarkom können eine festere Konsistenz, ein Wachstum über mehrere Wochen sowie eine schlechtere Verschiebbarkeit im Gewebe sein. Da diese Unterschiede für medizinische Laien nur schwer zu beurteilen sind und auch ein Sarkom zunächst völlig unauffällig wirken kann, sollte jede unklare Schwellung ärztlich abgeklärt werden. Bestätigt sich ein Sarkom, hängt die weitere Behandlung vom genauen Typ, der Lage und dem Stadium des Tumors ab. Da kein einheitliches Behandlungsschema für alle Sarkomtypen existiert, ist eine spezialisierte, individuell abgestimmte Therapie besonders wichtig.
Therapien
Grundsätzlich ist ein Sarkom behandelbar, die Heilungschancen hängen jedoch wesentlich vom Stadium der Erkrankung ab. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Aussichten.
Kleine, lokalisierte Sarkome können in vielen Fällen vollständig operativ entfernt werden. Je nach Typ und Risikoprofil wird der Eingriff durch eine Strahlentherapie ergänzt, die entweder vor der Operation zur Tumorverkleinerung oder danach zur Senkung des Rückfallrisikos eingesetzt wird. Eine Chemotherapie ist nicht bei allen Sarkomtypen Standard, kann aber bei besonders aggressiven Formen, bestimmten Untertypen oder fortgeschrittener Erkrankung eingesetzt werden.
Bei metastasierten oder nicht operierbaren Sarkomen kommen vor allem systemische Therapien zum Einsatz, zunehmend auch zielgerichtete Medikamente, die spezifische Eigenschaften bestimmter Tumorzellen nutzen. Ist die Erkrankung weit fortgeschritten, rückt eine palliative Behandlung in den Mittelpunkt, die auf die Linderung von Beschwerden und den Erhalt der Lebensqualität ausgerichtet ist.
Onkologische Rehabilitation
Nach Abschluss der Behandlung ist der Körper meist deutlich geschwächt. Eine onkologische Rehabilitation hilft dabei, die krankheits- und behandlungsbedingten Folgen gezielt zu bewältigen und schrittweise in den Alltag zurückzufinden.
Je nach Behandlung und betroffenem Körperbereich können Betroffene mit Erschöpfung, Muskelschwäche, eingeschränkter Beweglichkeit oder psychischen Belastungen kämpfen. In der Rehabilitation wird gezielt daran gearbeitet, Kraft und Belastbarkeit wiederaufzubauen, die Beweglichkeit zu verbessern und die emotionale Verarbeitung der Erkrankung zu begleiten.
In den Wicker Kliniken verfolgen wir dabei einen ganzheitlichen Ansatz. Ein individuell abgestimmtes Therapieprogramm mit Bewegungstherapie, physiotherapeutischen Maßnahmen, psychologischer Begleitung und weiteren unterstützenden Angeboten begleitet Betroffene auf ihrem Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.
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Eine Krebsdiagnose wie ein Sarkom wirft bei Betroffenen und Angehörigen viele Fragen auf – sei es zur Erkrankung selbst, der Behandlung oder dem weiteren Weg. Wenn Sie hier nicht die Antwort finden, die Sie suchen, wenden Sie sich gerne direkt an uns.
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