Magenkarzinom
Magenkarzinome sind Tumore im Bereich des Magens, insbesondere der Magenschleimhaut. Oft bleiben sie lange unbemerkt oder werden mit anderen Magen-Darm-Erkrankungen verwechselt.
Magenkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung des Magens. In etwa 90 Prozent der Fälle handelt es sich um ein sogenanntes Adenokarzinom des Magens, das aus den Drüsenzellen der Magenschleimhaut entsteht. Seltener bilden sich im Magen auch andere bösartige Tumoren, die aus anderem Gewebe hervorgehen und sich in Verlauf und Behandlung von der klassischen Form unterscheiden. Dazu zählen der gastrointestinale Stromatumor (GIST), der aus der Muskelschicht der Magenwand entsteht, sowie Magenlymphome, die von Immunzellen ausgehen.
Betroffene sind bei der Diagnose im Durchschnitt zwischen 70 und 75 Jahre alt. Die Heilungsaussichten hängen dann sehr vom Stadium der Erkrankung ab, also von Größe, Ausbreitung und Aggressivität des Tumors. Entscheidend ist deshalb ein möglichst früher Zeitpunkt der Diagnose. Ist der Tumor noch auf die innersten Schichten der Magenwand begrenzt, sind die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung deutlich besser. Umso wichtiger ist es, mögliche Magenkrebs-Symptome und Warnzeichen frühzeitig zu erkennen, insbesondere wenn man selbst zu einer Risikogruppe gehört.


Ursachen
Magenkrebs ist multifaktorell bedingt. Mögliche Risikofaktoren sind:
Je nachdem, wo der Tumor im Magen liegt, werden verschiedene Unterformen von Magenkrebs unterschieden. Am häufigsten liegt das Magenkarzinom im unteren Magenbereich, dort, wo der Magen in den Zwölffingerdarm übergeht. Etwas seltener entsteht er im mittleren, größten Teil des Magens. Am seltensten liegt er ganz oben, direkt am Übergang von der Speiseröhre in den Magen. Die Art des Magenkarzinoms kann sowohl die Symptome als auch die Behandlung beeinflussen, zum Beispiel wie viel vom Magen bei einer Operation entfernt werden muss. Darüber hinaus werden die Typen nach ihrem Wachstumsmuster unterschieden.
Intestinaler Typ: Der Tumor wächst meist gut differenziert und klar begrenzt, ähnlich dem gesunden Drüsengewebe, und zeigt sich häufig als polypartige Wucherung oder als Geschwür in der Magenschleimhaut.
Diffuser Typ: Der Tumor wächst meist unscharf begrenzt, breitet sich diffus in der Magenwand aus und kann früh in andere Körperregionen streuen.
Mischtyp: Diese Art von Magenkrebs vereint die Eigenschaften beider Tumortypen, tritt aber verhältnismäßig selten auf.
Magenkrebs Symptome
In frühen Stadien verursacht Magenkrebs meist keine Beschwerden. Erst wenn der Tumor wächst, treten häufig erste Anzeichen auf, die aber meist unspezifisch sind und leicht mit anderen, harmloseren Magen-Darm-Beschwerden verwechselt werden können.
Schleichend beginnende Beschwerden im Oberbauch, die von leichtem Völlegefühl nach dem Essen bis zu anhaltenden, stärkeren Schmerzen reichen können.
Vermindertes Hungergefühl, oft verbunden mit einer Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel wie Fleisch. Teils begleitet von Übelkeit oder Erbrechen.
Ungewollter Gewichtsverlust, zunehmende Erschöpfung und leicht erhöhte Körpertemperatur treten häufig im weiteren Verlauf von Magenkrebs auf.
In fortgeschrittenen Fällen lässt sich der Tumor bei einer körperlichen Untersuchung manchmal als feste Verhärtung im Oberbauch tasten.
Schwierigkeiten beim Schlucken treten vor allem auf, wenn der Tumor am oberen Übergang zur Speiseröhre liegt und dort die Passage einengt.
Bei etwa 70 Prozent der Patienten haben sich zum Zeitpunkt der Magenkrebs-Diagnose bereits Metastasen in den Lymphknoten gebildet. Je nachdem, welche Organe betroffen sind, können dabei ganz unterschiedliche Beschwerden auftreten. Hat sich der Krebs in die Leber ausgebreitet, kann sie sich vergrößern und ein verstärktes Druckgefühl im Oberbauch verursachen. Auch eine Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum ist möglich, die sich durch einen zunehmenden Bauchumfang zeigen kann. Manchmal lassen sich vergrößerte Lymphknoten oder Tochtergeschwülste sogar von außen tasten oder sehen, etwa am Hals oder rund um den Bauchnabel. Zudem kann es durch den Tumor häufig zu einem chronischen, oft unbemerkten Blutverlust im Magen-Darm-Trakt kommen, der zu einer Blutarmut mit Eisenmangel führen kann. In selteneren Fällen tritt auch eine akute, stärkere Magenblutung mit schwarzem, teerartigem Stuhl auf. Ganz selten zeigen sich außerdem ungewöhnliche Haut- oder Blutveränderungen, die auf die Erkrankung hinweisen können.

Therapien
Bei Magenkrebs ist eine Operation meist der wichtigste Behandlungsschritt. Je nach Lage und Größe des Tumors wird ein Teil des Magens oder der gesamte Magen entfernt. Häufig kommt ergänzend eine Chemotherapie zum Einsatz, entweder vor oder nach der Operation, um den Tumor zu verkleinern und verbliebene Krebszellen zu bekämpfen. Eine Strahlentherapie wird seltener eingesetzt, da Magenkrebszellen darauf oft schlecht ansprechen. Ist der Tumor nicht mehr operabel oder hat bereits gestreut, kommen meist palliative Behandlungen zum Einsatz.
Welche Behandlung sinnvoll ist, ist individuell unterschiedlich. Häufig werden auch mehrere Behandlungen miteinander kombiniert und durch begleitende Therapien wie Ernährungsberatung oder psychologische Unterstützung ergänzt. Welche Kombination am besten geeignet ist, sollte immer ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Reha nach Magenkrebs
Einer besonderen Bedeutung kommt der Reha nach Magenkrebs zu, insbesondere wenn eine Magen-OP stattgefunden hat. In unseren Reha-Kliniken unterstützen wir Sie nach einer Magenkrebserkrankung mit einem ganzheitlichen Therapiekonzept auf dem Weg zurück in den Alltag. Im Mittelpunkt steht dabei eine intensive Ernährungsberatung und -schulung, damit Sie lernen, mit dem veränderten Magen umzugehen. Ergänzt wird das Angebot durch Physiotherapie und körperliches Training zum Wiederaufbau von Kraft und Ausdauer sowie durch psychoonkologische Unterstützung, um die Erkrankung seelisch besser zu verarbeiten.
Benötigen Sie weitere Informationen zu unserer onkologischen Rehabilitation bei Magenkrebs? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung, um Ihre Fragen zu beantworten.
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