Glioblastom

Hirntumor

Hirntumore sind abnorme Zell­wucherungen im Gehirn oder zentralen Nerven­system. Sie reichen von gutartigen, langsam wachsenden Formen bis hin zu hoch­malignen Tumoren mit aggressivem Verlauf.

Was ist ein Hirntumor?

Ein Hirntumor ist eine Gewebe­wucherung im Gehirn oder zentralen Nerven­system, die aus entarteten Zellen entsteht. Es gibt über 130 verschiedene Arten, die sich in Ursprung, Lage und Wachstums­verhalten erheblich unter­scheiden. Grund­sätzlich wird zwischen gutartigen Tumoren, die langsam wachsen und oft gut behandelbar sind, und bösartigen Hirntumoren unter­schieden. Letztere wachsen aggressiver, infiltrieren umliegendes Hirn­gewebe und erfordern eine intensive, spezialisierte Therapie. Zu den häufigsten bösartigen Hirntumoren zählen Gliome, allen voran das Glioblastom, das als aggressivste Form gilt. Gliobastome machen etwa 15 % aller primären Hirn­tumore aus. In den meisten Fällen erkranken Erwachsene ab 45 Jahren, doch auch Kinder und Jugendliche können einen solchen Hirntumor entwickeln.

Arzt schaut MRT Bilder eines Kopfes an
Arzt schaut MRT Bilder eines Kopfes an

Ursachen

Entstehung und Wachstum

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Glioblastoms sind bislang nicht vollständig geklärt. Als gesicherter Risikofaktor gilt eine frühere Bestrahlung des Kopfes, etwa im Rahmen einer Strahlen­therapie. In sehr seltenen Fällen können bestimmte genetische Syndrome das Risiko erhöhen. Bei den meisten Betroffenen tritt der Hirntumor jedoch spontan und ohne erkennbare Auslöser auf.

Was im Körper dabei genau passiert: Das Glioblastom entsteht, wenn Stützzellen des Gehirns außer Kontrolle geraten und sich un­kontrolliert vermehren. Anders als viele andere Tumore wächst es nicht als klar abgegrenzter Knoten, sondern breitet sich im umliegenden Hirn­gewebe aus und bildet dabei eigene Blut­gefäße, über die es sich selbst versorgt. Das macht die Behandlung von Hirn­tumoren so anspruchs­voll und eine frühzeitige, spezialisierte Therapie so wichtig.

Hirntumor erkennen

Ein Glioblastom macht sich meist erst bemerkbar, wenn der Tumor bereits eine gewisse Größe erreicht hat und beginnt, Druck auf umliegende Hirn­strukturen auszuüben. In einigen Fällen ist es möglich, dass der Hirn­tumor zunächst völlig symptom­frei ist und als Zufallsbefund entdeckt wird. Häufiger sind es jedoch spürbare körperliche oder neuro­logische Veränderungen, die erste Hinweise auf die Erkrankung geben. Da sich diese Hirntumor Anzeichen oft schleichend entwickeln und zunächst schwer einzuordnen sind, sollten anhaltende oder ungewöhnliche Beschwerden in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Anzeichen

Symptome von Hirntumoren

Die Symptome eines Hirntumor können sehr unterschiedlich sein und hängen vor allem davon ab, welche Bereiche des Gehirns betroffen sind. Viele Beschwerden entstehen dabei nicht durch den Tumor selbst, sondern durch das Anschwellen des umliegenden Gewebes, das sogenannte Hirnödem.

Icon Kopfschmerzen

Anhaltende Kopfschmerzen

Ungewöhnliche und anhaltende Kopf­schmerzen, die typischer­weise morgens beim Aufwachen am stärksten sind, sich im Tages­verlauf bessern, bei Husten oder Bücken verstärken und auf gewöhnliche Schmerz­mittel kaum ansprechen.

Icon Arm

Lähmungen und Taubheitsgefühle

Mögliche Anzeichen eines Hirn­tumors sind Taub­heits­gefühle, Muskel­schwäche oder Lähmungs­erscheinungen in einzelnen Körper­teilen, etwa in Arm, Bein oder im Gesicht, die ohne erkennbaren Grund auf­treten und sich zunehmend verschlechtern.

Icon Blitz

Epileptische
Anfälle

Krampfanfälle oder epileptische Anfälle, die bei Erwachsenen ohne bekannte Vor­geschichte erstmals auftreten, sind ein ernstes Warn­signal und können auf einen Hirn­tumor hinweisen. Solche Anfälle sollten umgehend ärztlich abgeklärt werden.

Icon Gehirn

Veränderungen in Kognition und Verhalten

Ein Glioblastom kann sowohl das Denken als auch das Verhalten beein­flussen. Während Betroffene selbst häufig Vergesslich­keit, Konzentrations­probleme oder Wort­findungs­störungen bemerken, fallen Persönlich­keits- und Verhaltens­ver­änderungen oft zuerst Angehörigen auf.

Icon Schwindel

Schwindel und Bewusstseinsstörungen

Anhaltender oder wiederkehrender Schwindel bis hin zu Bewusstseinsstörungen können entstehen, wenn der Hirntumor Druck auf bestimmte Hirnregionen ausübt oder den Hirndruck insgesamt erhöht. Meist im fortgeschritteneren Verlauf der Erkrankung.

Icon Oberkörper

Übelkeit und
Erbrechen

Anhaltende Übelkeit und Erbrechen, die ohne erkennbaren Zusammen­hang mit anderen Erkrankungen auf­treten und besonders morgens beim Auf­wachen ausgeprägt sind, können ein Anzeichen für einen Hirntumor sein.

Junge Krebspatientin bei der Chemotherapie

Therapien

Behandlung des Gliobastoms

Eine vollständige Heilung des Glioblastoms ist aufgrund seines aggressiven Wachs­tums bislang nicht möglich. Ziel der Behandlung ist es, den Tumor so weit wie möglich zu verkleinern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Lebensqualität der Betroffenen bestmöglich zu erhalten.

  • Operation: Ziel der Operation ist es, so viel Tumor­gewebe wie möglich zu reduzieren und damit Symptome zu lindern.
  • Strahlen- und Chemotherapie: Nach der Operation folgt meist eine kombinierte Strahlen- und Chemo­therapie, um das Tumor­wachstum zu hemmen.
  • Tumortherapie­felder: Mittels elektrischer Wechsel­felder soll die Zell­teilung des Tumors gestört und das Fort­schreiten der Erkrankung verlangsamt werden.
  • Immuntherapie: Stärkung des körper­eigenen Immun­systems, um es gezielt gegen den Hirntumor einzusetzen.
Bewegungstherapeutin macht Übung auf einem Gymnastikball vor

Onkologische Rehabilitation

Reha nach Hirntumor

Ein Hirn­tumor und auch dessen Behandlung können das Leben nach­haltig verändern. Operation, Bestrahlung und Chemo­therapie hinter­lassen häufig Spuren, die weit über die Akut­behandlung hinaus­gehen. Ziel der onko­logischen Reha­bilitation ist es, verlorene Fähig­keiten zurück­zugewinnen, verbliebene Ein­schränkungen zu kompensieren und die Lebens­qualität best­möglich wieder­herzustellen.

Je nach Ausmaß der Erkrankung und der Behandlung können unter­schiedliche Bereiche betroffen sein. Neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sprach- oder Gedächtnis­störungen, aber auch Erschöpfung und psychische Belastungen gehören zu den häufigen Folge­erscheinungen. In der Reha nach dem Hirntumor geht es darum, sowohl körperliche als auch kognitive und emotionale Ressourcen zu stärken, Strategien für den Alltag zu entwickeln und die Lebens­qualität langfristig zu verbessern.

In den Wicker Kliniken verfolgen wir dabei einen ganz­heitlichen Ansatz. Ein individuell abgestimmtes Therapie­programm begleitet Betroffene auf ihrem Weg zurück in ein selbst­bestimmtes Leben.

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FAQ

Häufig gestellte Fragen

Die Diagnose Hirntumor ist für Betroffene und Angehörige mit vielen Unsicherheiten verbunden. Wenden Sie sich bei weiteren Fragen gerne direkt an uns.

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